00:00
Das bin ich mit 18. - Links, ne?
00:02
Ja. - Ist schon mal geil, wenn man nachfragen muss.
00:05
Nein, aber es ist sicher immer ...
00:07
Da ist es etwas eindeutiger vielleicht.
00:09
Da hätte ich dich nicht merken können.
00:11
Nee, da find ich es weniger eindeutig.
00:13
Nein, aber da ist nur einer drauf. - Wow!
00:15
Ihr Geschichtswissen haben Sie aus Videospielen.
00:20
Ihre Umgangsformen von Reddit und Ihren Humor ...
00:24
Ach, reden wir nicht weiter drüber.
00:27
Sie heißen Philipp, Dominik und Jürgen.
00:30
Und sie erzählen euch Dinge über die Vergangenheit,
00:33
die ihr so garantiert noch nie gehört habt.
00:38
Erklär doch mal, Jürgen.
00:39
Willkommen bei "Ach!", dem Triumvirat
00:42
für historisch inspirierte Humorvermittlung.
00:45
Brrrr, hallo, ihr sitzt mal wieder zusammen.
00:51
Der Dominik. - Der Jürgen.
00:53
Und der Philipp. Ich lach mich kaputt.
00:55
Jürgen hat ein Bild aus seiner eigenen Vergangenheit rausgezogen.
00:58
Sorry, du siehst aus wie jemand von der Boy-Group.
01:01
Du siehst aus wie dein Sohn. - Nein, wie von der Boy-Group.
01:04
Du musst echt aufpassen, es sieht wirklich aus wie mein Sohn.
01:07
Eins zu eins die Frisur, der Gesichtsausdruck.
01:09
Die Frisur, da kann er halt auch nix dafür.
01:12
Doch, er lässt sich die Haare in den Schneiden.
01:14
Und ich war genauso. - Trauma Philipp.
01:16
Aber was ich sehr gefeiert hab, war das Foto von meinem Papa,
01:20
das ich auf dem Diaprojektor gefilmt hab.
01:22
"Don't hate the player, hate the game."
01:24
Ich hab mir so eine Winston-Brille an.
01:26
Also Winston aus Overwatch.
01:28
Woran ich mich auch gar nicht mehr erinnern konnte,
01:30
war, wie wir mal Boris Becker getroffen haben.
01:33
Ah, Madame Tussauds? - Wie wachsig ist der?
01:35
Sieht man ihm schon ziemlich an. - Extrem wachsig.
01:38
Liebe Damen und Herren, willkommen zum "Wir beschreiben Fotos",
01:41
beziehungsweise kommentieren nur Fotos,
01:43
die ihr jetzt gar nicht sehen könnt.
01:45
Könnten wir ja in die Schaunauts packen,
01:47
aber vielleicht auch lieber den. - Nein.
01:49
Beim Thema Boris Becker und legendäre Menschen,
01:51
der legendäre Admiral Horn,
01:53
der Freund und Ex-Kollege ... - Admiral Horn.
01:55
... hat uns was zukommen lassen. - Juhu!
01:58
Bist du sicher, dass das für uns ist? - Vielen herzlichen Dank.
02:01
Da steht tatsächlich "Dr. Dominik Schmidt", in Klammern "Dark Lord".
02:05
Was besonders witzig ist, weil ich hab ihm extra gesagt,
02:08
der soll es mir auf die Arbeit schicken.
02:10
War das zu promoviert? - Ja, gar nicht.
02:12
Wann hast du einen Dark Lord gemacht?
02:14
Er hat quasi ... er treibt der Schabernack, möcht ich fast sagen.
02:18
Ein Schelm? - In den 60er-Jahren wär das nicht gegangen.
02:21
Philippo, ich übergebe dir hiermit die bereits geöffnete ...
02:24
Wir haben nicht reingeschaut, aber wir haben kein Messer hier.
02:27
Das ist quasi schon aufgeritzt, aber noch nicht hineingespitzt.
02:31
Ist da auch dein Name nicht richtig geschrieben?
02:33
Doch, mit Doppelteur. - Ach, nicht da!
02:35
Schmidt wie Gott, nicht wie Damen in der Toilette.
02:38
Wir haben auch einen Zettel darin. - Ja.
02:40
Und da seh ich folgenden Text.
02:42
"Hallo, liebe Sach!"
02:44
Also alles in Großbuchstaben.
02:46
Danach geht's aber mit ...
02:48
Keine Ahnung, nur mal weiter.
02:51
Keine Ahnung, wie war das denn?
02:53
"Viele Liebe, hab euch beide lieb, Grüße."
02:55
Oh! - "An die beiden Ex-Kollegen Dominik und Jürgen."
03:01
"Dank möchte ich aber allen dreien für euren wunderbaren Podcast."
03:04
"Das "Ach" hat mich nicht nur zum regelmäßigen Podcast hören lassen."
03:08
"Ach, man." - "Und mir viele schöne neue Formate."
03:10
"Dolab!" - "Eröffnet."
03:12
"Das Pendeln, Joggen und Zeit-Totschlagen
03:16
ist mir mit euch im Ohr deutlich einfacher und lustiger."
03:20
"Uuuund weil ich euch in guter alter PC-Games-Podcast-Tradition
03:24
schon immer ein Päckchen schicken wollte,
03:27
tue ich das auch hier mit."
03:29
"Ich weiß ja, dass ihr schon alles habt
03:31
und prinzipiell wunschlos glücklich seid."
03:33
"Also, was euch schicken."
03:35
"Mit lokalem unterfränkischem Bier
03:37
brauche ich euch in Mittelfranken nicht zu kommen."
03:40
"Also Chili-Sauce."
03:44
"Selbst gemacht von mir mit selbstgezogenen Habanero-Cheese."
03:47
"Stimmt, das Post wird immer großartig."
03:49
"Scoville Scala, das ist für die Schärfegrad."
03:53
"Geschätzt um die 250.000."
03:55
"Tabasco hat 50.000, die schärfste Chili der Welt."
03:59
"Carolina Reaper, die brauche ich im nächsten Jahr an."
04:02
"Die kommen dann auf 2,2 Millionen Scoville."
04:05
"Gibt's eine schöne Netflix-Doku?"
04:11
"Ernsthaft, das Zeug ist echt lecker."
04:13
"Geschickt habe ich euch sechs kleine Gläser
04:15
mit zwei verschiedenen Soßen."
04:17
"Viermal Sriracha-Style mit viel Knoblauch und Ingwer."
04:22
"Und zweimal Mango-Habanero."
04:24
"Uhh, mehr hatte ich nicht."
04:27
"Gell, wenn diese 'uhh' dabei stehen würde."
04:29
"Nein, das tut es nicht, das sage ich gerade."
04:31
"Ich bin schon ein Freund von Sriracha."
04:34
"Ich habe ja auch eine Tasche Sriracha immer dabei."
04:37
"Ein ordentliches Label habe ich immer noch nicht."
04:40
"Also wenn ihr einen guten Grafiker kennt, immer her mit Ideen."
04:43
"Da, glaube ich, kann ich aushelfen."
04:45
"Admirals Horns Afterburner."
04:47
"Wäre doch kein schlechter Name."
04:49
"Würde mich nicht natürlich freuen,
04:51
wenn ihr das Zeug live in euren Aufzeichnungen süffelt."
04:54
"Das bleibt dabei natürlich euch überlassen."
04:56
"Also dann hole ich jetzt mal ein kleines Löffelchen."
05:00
"Fasthoff vorragend."
05:02
"Domine Grilte, in Suppen oder zum Dippen für Knabberzeug."
05:05
"Also ich hätte Lebkuchen, da hatte ich keine."
05:07
"Vorsichtig, portionieren am Anfang."
05:09
"Ich lege ein paar Cracker bei für die ersten Gehversuche."
05:12
"Wie klug ist das?"
05:18
Und eine letztgeernte frische Habanero.
05:21
Genre-Faith greifen bedenkenlos zu.
05:24
Alle anderen lecken Probe.
05:26
Ich hoffe, ihr habt viel Spaß mit dem kleinen Geschenk.
05:30
Vielen Dank für so viele schöne Folgen.
05:32
Bleibt gesund und bitte hört niemals mit dem Podcast auf.
05:37
Und darunter noch ein Herz in dem Acker steht.
05:41
Ich muss mich aufhängen in die Wand.
05:45
Und jetzt noch ein Kekse.
05:47
Die guten Tuckkekse.
05:49
Da bleibt mir nur noch zu antworten,
05:51
was ist aus dem Lauda-Podcast geworden?
05:53
Den macht jetzt Mickey?
05:55
Nein, das war jetzt nur für Rob.
06:02
Sollen wir jetzt ernsthaft auspacken?
06:04
Wir probieren die Soße jetzt.
06:06
Wir knuspern jetzt nicht mit den Keksen.
06:08
Aber das Lustige ist, ich vertrag gut scharf.
06:11
Wenn es mir zu scharf ist, krieg ich Schluck auf.
06:13
Ich habe mir meinen verkniffenen Hickser neulich schon so viel niesen.
06:17
Ich glaube, ich weiß welche, die wir probieren.
06:19
Die hat hier leider Schaden-Journaliten.
06:23
Da ist kaum noch was drin.
06:25
Der Rest ist leider in Paket verteilt.
06:28
Das ist aber schade.
06:30
Ich wasche mir auch gleich die Hände.
06:32
Sonst gibt es ganz viel Aua.
06:34
Soll ich das mal kurz dokumentarisch festhalten?
06:36
Ich habe so eine Löffelspitze voll.
06:38
Moment, wartet mal.
06:40
Du nimmst dir andere Hände.
06:42
Ich kann das aus der Ich-Perspektive mitfilmen.
06:48
Was wie? - Anstoßen.
06:50
Das war sehr leise, wir haben mit dem Löffel angestoßen.
06:59
Ist die fruchtig. Sehr, sehr gut.
07:01
Aber die ist wirklich scharf.
07:07
Und jetzt noch auslecken, bitte.
07:13
Hat der Philipp nur so getan?
07:17
Ich bin ja legendär dafür, dass ich immer
07:20
meine Kolleginnen und Kollegen erzähle.
07:22
Das ist ein Running-Gag, dass mein Kantinschaf
07:24
immer versucht, mir was Scharfes zu besorgen.
07:26
Ich lächle immer und sage, du schaffst es eh nicht.
07:28
Aber das ist wirklich scharf.
07:30
Das ist super scharf.
07:32
Aber es schmeckt auch wirklich sehr gut.
07:34
Das ist genau der Punkt, was ich mag bei scharfen Sachen.
07:36
Wenn es dabei noch gut nach was schmeckt, weil nur stumpf scharf.
07:38
Dann gehe ich in den Laden
07:40
und kaufe mir so ungefähr Reizgas rein.
07:42
So ein wenig nur den Schmerz haben.
07:44
Kannst du jetzt aufhören, Jürgen?
07:47
Ich warte noch auf die Tränen und den Schluck auf.
07:49
Ich kenne ja meine Limits.
07:51
Man geht ja nicht mehr auf die Weihnachtsfeier
07:53
und leidbesoffen und so.
07:55
Es ist deutlich schärfer als die Ritracha,
07:57
die ich sonst zu mir nehme.
08:01
Aber sehr, sehr lecker. Von daher vielen lieben Dank.
08:03
Das ist echt sehr großartig.
08:05
Schade, dass das ein Glas zerrissen hat.
08:07
Ich hoffe, der Rest ist ganz.
08:10
Ich würde mich vielleicht kurz an die Erdmarge setzen.
08:12
Jürgen, willst du auch noch probieren? - Nee, jetzt gerade nicht.
08:16
Ich habe Toonstruck durchgespielt. - Ja!
08:18
Tatsächlich ist das sehr unbefriedigend,
08:20
weil es einer der typischen Fälle ist,
08:22
wo eigentlich ein zweiter Teil kommen soll.
08:24
Und dann quasi einige Handlungsstränge offen sind.
08:26
Aber ich kann mich nur wiederholen.
08:28
Es war wirklich sehr, sehr unterhaltsam.
08:30
Das ist ein schönes Spiel.
08:32
Und was ich revolutionärerweise getan habe
08:34
mit The One and Only Sean Barons zusammen.
08:36
Ich habe ein Brettspiel gespielt.
08:39
Und wisst ihr welches?
08:45
Es gibt das als Brettspiel?
08:47
Das ist ein kooperatives Brettspiel.
08:49
Du spielst quasi zusammen, um die kooperative Ziele zu erreichen.
08:55
Und was soll ich sagen? Wir haben es nicht geschafft.
08:59
Stardew Valley ist ja eigentlich ein Computerspiel.
09:03
Das ist ja jetzt der Trend seit einigen Jahren.
09:08
Hier Dark Souls, Bloodborne, hier Slay the Smyre.
09:10
Holen wir mal die Hunde ab.
09:12
Das ist ja so ein bisschen ein ...
09:14
Du steuerst ein Männchen durch die Landschaft,
09:16
kannst Gemüse anbauen und ernten.
09:18
Kannst in Minen gehen und da Steine anbauen.
09:20
Das kannst du auch im Brettspiel tun.
09:22
Und pflegst Freundschaften zu den Leuten im Dorf.
09:24
Welche Bestandteile davon hat das Spiel?
09:28
Alles, was du gesagt hast, ist in diesem Brettspiel.
09:30
Wir waren uns auch einig, es ist wirklich wunderschön.
09:32
Und sehr, sehr wertig.
09:35
Und alle Aspekte, die du genannt hast,
09:37
die Stardew Valley so ausmachen,
09:39
die sind da auch schön repräsentiert.
09:41
Also für alle Fans da draußen, kann ich wirklich sehr empfehlen.
09:45
Aber es ist auf jeden Fall fordernd.
09:49
Aber ich bin super gespannt auf Slay the Smyre.
09:51
Aber das haben wir das letzte Mal schon gehabt, ne?
09:55
Ich muss jetzt 12 Monate warten.
09:57
Ja, gebacked hab ich's.
09:59
Obwohl das Spiel eigentlich schon fertig ist
10:02
und das eine etablierte Company ist, die einen Haufen Geld eingesammelt hat,
10:04
brauchen die jetzt 12 Monate.
10:06
Um das zu verschicken, finde ich schon krass.
10:08
Jürgen, und passend zu deinem Bild.
10:10
Jürgen backed alright.
10:14
Ja, ich hab's schon verstanden, ich fand's nur nicht witzig.
10:16
Aber du grinst dabei und sagst, ich find's nicht witzig.
10:18
Und dabei grinsen ist komisch.
10:20
Ja, darfst halt hinzugeben.
10:22
Ich hab Udo die Tage geschrieben, embrace the Geilheit.
10:24
Wir haben es über peinliche Musik gehabt.
10:26
Und da hat er gemeint, es ist schon ein bisschen peinlich,
10:29
dass er als 16-jähriger live ist live so abgefeiert hat.
10:31
Von "Empress the Geilheit".
10:33
Weil wir haben es über peinliche Musik gehabt.
10:35
Und "Empress the Geilheit" hat so von Epos oder wie heißen die?
10:43
Es gibt keine peinliche Musik. Embrace the Geilheit ist das Einfachste.
10:45
Man kann Musik auch nicht ironisch hören.
10:49
Aber wir sind draufgekommen, weil ich Westernhagen empfohlen hab.
10:51
Deswegen hat er mich anschließend.
10:53
Aber jetzt nicht wieder Westernhagen thematisieren bitte.
10:56
Ich hab die Tage in einem Artikel gelesen über,
10:58
Mensch, wie heißt der denn nochmal?
11:02
Das wär so geil, wenn das so lecker ist.
11:04
Das ist jetzt so peinlich.
11:06
Der "Godfather of Synthesizer", von dem das Popcorn kommt.
11:16
John Luigi, bla, bla.
11:18
Wie heißt der? Gibt doch den Song von Def Punk.
11:20
Wie heißt der Song von Def Punk?
11:24
Def Punk bin ich raus.
11:27
Da muss ich an Simon Panger denken, der mir den empfohlen hat.
11:31
Mh, Giorgio irgendwas.
11:35
Nein, Gershon Kingsley mein ich.
11:37
Dann mein ich nicht den.
11:39
Warte, ich lass uns aber auch kurz den anderen finden.
11:43
Da bin ich wieder draufgekommen,
11:45
wie toll diese Originalaufnahme von Popcorn ist.
11:47
Nicht mal die von Hot Butter, die ihr die meist wieder als das Original kennt,
11:51
sondern das von dem.
11:55
Hab ich heute nochmal gehört und mich gefreut.
11:57
Ich finde, man merkt, dass wir zwischen der letzten Aufnahme
12:00
und heute keine Bonusfolgen aufgenommen haben.
12:02
Keine noch übrigens aufgenommen haben.
12:06
Liegt halt dran, dass die letzte Aufnahme wirklich so ein "Oh shit, wir schieben noch mal".
12:10
Und die hier jetzt relativ früh ist.
12:12
Aber irgendwie sieht es dann mit der Aufnahme danach aus.
12:14
Was haben wir denn da schon gebracht?
12:18
Die nächste wird wieder etwas später stattfinden,
12:22
weil wir... Das haben wir auch gar nicht.
12:24
Das stimmt, das haben wir überhaupt noch nicht angekündet.
12:26
Aber wir werden in Erlangen auf den Spielertagen live zu hören sein.
12:32
Im E-Werk am 25. Januar, 26. Januar.
12:34
Irgendwann an diesem Wochenende.
12:38
Ich weiß nicht genau, an welchem Tag, samstags oder sonntags,
12:40
am letzten Wochenende im Januar.
12:44
Das wird cool. Und das wird auch unsere nächste Aufnahme.
12:46
Wir machen jetzt quasi notgedrungen so eine kleine Winterpause,
12:48
weil dazwischen noch eine rein zu quetschen,
12:50
das wäre mir jetzt viel zu stressig geworden.
12:52
Und dann im Februar machen wir wieder hoffentlich im Monatsrhythmus weiter.
12:55
Das heißt, das hier ist so die Weihnachtsfolge?
12:58
Das heißt, das hier ist so die Weihnachtsfolge?
13:00
Und die nächste ist dann...
13:02
Ich muss nur wissen, wann ich dann wieder die nächste Valentinstagsfolge einplan.
13:08
Jürgen guckt Dominik freundlich an.
13:10
Dominik reagiert überhaupt nicht.
13:12
Ich werde da nicht drauf reagieren.
13:14
Am 16., wenn heute wieder jemand versucht, 10 abzuknappen,
13:16
dann stehe ich auf und gehe.
13:20
10, weiß ich nicht, aber mal gucken.
13:24
Ja, das ist jetzt gut, das anzukündigen,
13:27
wenn man gerade hört, rauskommt.
13:31
Aber ich fand es interessant.
13:33
Mich hat es weitergebracht. - Danke.
13:35
Also, liebe Leute mit anderen Barton,
13:37
wir versuchen euch an der Stange zu halten
13:39
mit schönen Bonusformaten und Dingen.
13:41
Aber die nächste volle Folge kommt etwas später als jetzt vielleicht gewohnt.
13:52
Habt ihr noch was? Wollt ihr noch was loswerden?
13:54
Giorgio Moruda wird 1918 geboren in ...
13:59
Giorgio ist sehr warm. - Ernsthaft?
14:01
Alter. Die deutsche Version?
14:05
Schorsch. - Der Schorsch.
14:07
Der Georg. - Oder Gerich.
14:11
Also, kennt ihr jemand ...
14:13
Oder andersherum, ist bei euch eher Schorsch oder Gerich eine Sache?
14:15
Schorsch und Schorsch.
14:17
Weil ich weiß, dass Gerich eigentlich so die fränkische Version ist.
14:22
Aber die meisten Leute, die ich kenne, machen aus Georg eher Schorsch.
14:26
Witzigerweise kenne ich einen, der ist Italiener.
14:28
Und dessen Sohn heißt Giorgio.
14:30
Er selber sagt aber immer, er redet immer vom Schorsch.
14:33
Das finde ich sehr lustig.
14:35
Aber schon allein von dem Lied von ...
14:37
Wie heißt die Zigeuner hier? Genginno Serkas, danke.
14:42
Zigeuner sagt man nicht mehr, Jürgen.
14:44
Die machen das ja ironisch. - Sagt man nicht mehr.
14:46
Die machen so Zirkusmusik.
14:48
Man sagt auch nicht mehr Eskimos. Ich weiß schon. Tut mir leid.
14:53
Du hast mich völlig rausgebracht.
14:55
Was würde ich sagen? - Die haben ein Lied.
14:58
Die haben ein Lied, wo es denn das Gärchler, das Gärchler ist netter Ham.
15:02
Das ist sehr großartig. - Das kenne ich gar nicht.
15:04
Das ist eigentlich ein Kirchweih-Klassiker.
15:06
Das kennst du nicht? Das ist wirklich so ein Kirchweih-Lied.
15:09
Wo ist denn das Gärchler, das Gärchler ist netter Ham.
15:11
Das ist auf der Kerwa und frisst die ganzen Brotwasch zusammen.
15:14
Ihr müsst gestehen, als Kind war Kirchweih lustig, war Fahrgeschäfte.
15:18
Aber wenn du als Erwachsener einfach Bier nicht magst,
15:21
dann ist das nicht so wichtig, wenn du echt ein bisschen fahrst.
15:24
Ja, oder Schlägereien.
15:26
Okay, also Gärchler kennt man tatsächlich.
15:29
Aber ich würde auch sagen, der Moderne ist der Schosch.
15:33
Der Schosch, Georg Ossig,
15:35
wird am 21. Mai 1919 in Prag geboren.
15:38
Prag ist die Stadt...
15:40
Was habe ich gesagt? 1918? Ich war echt erstaunlich daran.
15:43
Ja, und von Prag sind wir auch mal gar nicht so weit weg mit Nürnberg.
15:46
Da kann man sich hier in den Bus reinsetzen und rüberfahren.
15:49
Ja, sechsmal am Tag, glaube ich. - Echt, so oft?
15:52
Ja, hier die Fernbusse an der Rundburger Straße.
15:55
Das ist echt krass. - Das ist so oft schon, wusste ich nicht.
15:58
Prag ist die Stadt des, wie wir alle wissen? - Der Moldau.
16:01
Falsch, falsch. - Brücken.
16:03
Heißt natürlich Moldau. - Nein, ist schon richtig.
16:06
Aber das meine ich nicht, wollte ich damit sagen. - Opladen? Nein.
16:12
Die Stadt des Golems. - Stimmt.
16:14
Echt? Wusstest du das? - Ja, ich war mal in Prag.
16:17
Als Klassenabschlussfahrt, als ich mein Abitur nachgeholt habe.
16:21
Was ist der Golem und wer? Du sagst, das ist eine Internetseite.
16:24
Da war ich schon bei der Reaktion von Golem See.
16:27
Das meine ich aber nicht.
16:29
Der Golem ist eine, ich glaube, jüdische Legendenfigur.
16:35
Ein aus Lehm geformter, humanoides Wesen,
16:39
den man einen Befehl sozusagen in den Mund legt.
16:42
Man schreibt ihn auf einen Zettel, steckt ihn in den Mund
16:46
und führt das Ganze aus. - Wie er das einfach weiß.
16:49
Kinder kennen das heute aus Minecraft.
16:52
Aber Golem hat die Geschichte mit dem Golem überhaupt nichts zu tun.
16:56
Im Alter von zwei Jahren schieben ihn seine Eltern zu den Großeltern.
17:00
Ein Zettel in den Mund? Hast du das geplant, mich zu fragen?
17:03
Nein, ich hab ihn nur stehen, die Stadt des Golems,
17:06
nicht der Internetseite und hätte es dabei belassen.
17:09
Aber wenn du mehr weißt, ist das gut.
17:11
Schieben seine Eltern zu den Großeltern ab.
17:14
Das ist der böhmische Erzgebirge.
17:16
# Aus Böhmen kommt die Musik.
17:19
# Sie ist der Schlüssel zum Glück.
17:22
# Und alle Tore schließt sie auf.
17:25
# Wir sind in den Himmel hinauf.
17:30
Schön, dass du den Song schon mal gesungen hast.
17:35
Immer, wenn Böhmen kommt.
17:37
Es gibt Leute, die lassen sich von den gleichen Begriffen triggern.
17:41
Georg liebt Märchen.
17:43
Was er nicht so gut kann, ist die Realität von der Fiktion trennen.
17:49
Als er 7 oder 8 Jahre alt ist,
17:51
gerät er darüber immer wieder
17:53
mit seinen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden in Konflikt.
17:57
Das Rotkäbschen gab es echt.
17:59
Warum soll Schnee Wittchen nicht gelebt haben?
18:03
Zwergen, Stiefmütter, das gibt es doch alle Tage.
18:08
Seine Großeltern haben daran vielleicht einen gewissen Anteil.
18:11
Da gibt es eine besonders schön illustrierte Ausgabe
18:14
der grimmischen Märchen-Sammlung.
18:16
Die Großeltern sind super schuld, dass sie nicht die Realität
18:19
von der Fiktion unterscheiden.
18:21
Aber ob die sagen, hier ist eine lustige Geschichte,
18:24
oder die Stimmt-Fall, alles genauso.
18:26
Besonders die Geschichte mit dem süßen Brei hat es ihnen getan.
18:29
Kennt ihr die? - Natürlich.
18:31
Jetzt nicht erklären, denn ich habe jemand anderes,
18:34
der das für uns macht. - Ist das Johannes?
18:37
Die Kinder von Jürgen.
18:39
Der erklärt den Märchen ins Internet.
18:41
Ich habe sogar zwei Versionen, ihr dürft wählen.
18:44
Die Hochdeutsche oder die Fränkische.
18:47
Hochdeutsch für unsere Hörerinnen und Hörer.
18:50
Dann gibt es die andere, erinnert mich später im Abspann.
18:54
Der süße Brei, ein Märchen der Gebrüder Grimm.
18:58
Es war einmal ein armes, frommes Mädchen.
19:01
Das lebte mit seiner Mutter allein,
19:03
und sie hatten nichts mehr zu essen.
19:06
Da ging das Kind hinaus in den Wald,
19:08
und begegnete ihm da eine alte Frau,
19:11
die wusste seinen Jammer schon und schenkte ihm ein Töpfchen.
19:15
Zudem sollte es sagen, Töpfchen koche!
19:18
So kochte es guten, süßen Hirsebrei,
19:22
und wenn es sagte, Töpfchen steh,
19:25
so hörte es wieder auf zu kochen.
19:29
Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim,
19:32
und nun waren sie ihrer Armut und ihres Hungers ledig,
19:36
und aßen süßen Brei, so oft sie wollten.
19:40
Auf eine Zeit war das Mädchen ausgegangen,
19:44
da sprach die Mutter, Töpfchen koche!
19:47
Da kochte es, und sie isst sich satt.
19:51
Nun will sie, dass das Töpfchen wieder aufhören soll,
19:54
aber sie weiß das Wort nicht.
19:56
Also kochte es fort, und der Brei stieg über den Rand hinaus,
20:00
und kochte immer zu, die Küche und das ganze Haus voll,
20:04
das zweite Haus, und dann die Straße,
20:08
als woll's die ganze Welt satt machen,
20:11
und ist in der größten Not,
20:14
und kein Mensch weiß sich da zu helfen.
20:17
Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig war,
20:21
da kommt das Kind heim und spricht nur, Töpfchen steh!
20:26
Da steht es und hört auf zu kochen.
20:29
Und wer wieder in die Stadt wollte,
20:32
der musste sich durchessen.
20:34
Wer mehr hören will, Johannes Kuhs Podcast,
20:37
nein, Johannes ohne Kuh Podcast.
20:41
Ein Wollfließmärchen. - Danke schön.
20:45
Es ist jetzt nicht das realistischste Märchen.
20:51
Weil ein infiniter Blob aus süßen Brei
20:54
vielleicht nicht unbedingt so realistisch ist?
20:59
Ich möchte dazu erzählen,
21:01
ich hab als die Pandemie am wildesten war
21:04
mein Mädchen auch länger nicht gesehen.
21:07
Da hab ich ihm ein Buch eingelesen,
21:09
das ich von meiner Schwester geschenkt bekommen hab.
21:12
Das heißt "Janos erzählt Grimm's Märchen".
21:15
Das ist eine Neuinterpretation von "Grimm's Märchen"
21:18
und das auch der süße Brei drin.
21:20
Die hat den Topf und so weiter.
21:22
Aber auf den Brichter kommt so ein, der schmeckt mega gut.
21:25
Und dann fängt es an, die lässt das einfach weiter kochen.
21:30
Aber fühlt es erst den Gläser ab und verkauft es.
21:33
Und baut einfach so eine Fabrik außen rum,
21:36
wo der Topf die ganze Zeit rausläuft.
21:39
Aber irgendwann geht das in der Fabrik schief.
21:42
Und dann gibt es auch die Brei-Überschwemmung.
21:45
Aber voll gut in die Gegenwart gebracht.
21:48
Das ist ein interessanter Punkt.
21:51
Denn ihr müsst über Georg wissen ... - Es gab diesen Topf.
21:54
Ihr müsst über Georg wissen.
21:56
Der wird zwar unbedingt an Märchen glauben,
21:59
aber er ist eigentlich eher der wissenschaftliche Typ.
22:02
Am 21. Mai 1930 sind die Großeltern abends nicht zu Hause.
22:06
Und der Georg wagt ein Experiment.
22:08
Ich koch jetzt Brei.
22:10
Er mischt verschiedene Varianten von Hirsebrei an.
22:13
Unter anderem einen mit Wasser, Natron, Hirse und Hefe.
22:16
Georg, Hirsebrei verhält sich genau so,
22:19
wie es die Grimms in ihrem Buch beschrieben haben.
22:22
Aber Hefe? - Ja, wie soll der sonst so groß aufgehen?
22:25
Die Stimmen natürlich, Backpulver.
22:27
Die Großeltern kommen nach Hause
22:29
in eine beißend gelbe Rauchwolke, in der irgendwo tief darin
22:32
ihr Enkelsohn herumwuselt.
22:34
Auf dem Herd steht ein Eis in der Topf mit Hirsebrei.
22:38
Der Inhalt ist tatsächlich übergelaufen.
22:42
Wie hättest du gedacht?
22:44
Ich glaube, das erwartet er. - Immerhin?
22:47
Die Natron-Wasser-Hefe-Hirsebrei-Variante
22:50
bringt es beim Versuch aufs Dreifache ihres Volumens.
22:53
Das ist schlecht. - Gar nicht schlecht.
22:55
Das geht aber noch besser.
22:57
Die Großeltern sind nicht amüsiert.
23:01
Märchen sind womöglich nicht wortwörtlich zu verstehen.
23:04
Aber so ganz verabschieden mag er sich von dem Gedanken noch nicht.
23:08
Er hat auch gleich eine Art Erklärung berat.
23:12
Das Mädchen aus dem Märchen muss vor lauter Hunger
23:15
diesen Brei haluzinierend übertrieben vergrößert ausgeschmückt haben.
23:22
Dass das im Kern aber eine wahre Geschichte ist,
23:25
daran besteht kein Zweifel. - Geschenkt?
23:28
Aber seine Großeltern haben ihn nicht so krass bestärkt darin,
23:32
sondern sie haben ihm nur dieses Buch geschenkt.
23:35
Ich hab dich grad schon verarscht,
23:37
weil jedes Kind dieser Welt hat mal ein Märchenbuch geschenkt bekommen.
23:41
Oder ist seine Oma oder sein Opa schon jemand,
23:44
die ihn in diese Farbewelt extra bringen wird?
23:47
Es sind ja schon ein bisschen die Nuancen.
23:49
Klar gehst du nicht hin und sagst, das ist die Realität.
23:52
Aber es ist ein bisschen, wie du das für die Kinder einordnest.
23:55
Mein Vater hat auch bei jeder Gelegenheit den Stuhlpeter zitiert.
23:59
Es war aber klar, mit einem schelmischen Grinsen zitiert
24:02
ist das nicht ganz ernst zu nehmen.
24:04
Aber ich glaube, das hat Generationen von Kindern auch verschreckt.
24:07
Das ist schwarze Pädagogik-Hallöchen.
24:11
Früher gab es ja wirklich so einen,
24:13
dann kommt der Schwarzmann und frisst dich, wenn du nicht schläfst.
24:17
Sieh einmal, dort steht er, unser Stuhlpeter.
24:20
Ich kann es leider nicht mehr, aber mein Papa hat es oft zitiert.
24:23
Das sind schon harte Sachen. Stuhlpeter oder Finger abschneiden.
24:26
Oder Max und Moritz, die am Schluss zermahlen werden und alle so,
24:29
geschieht ihnen recht.
24:34
Und auch einfach die, wie heißt die, die mit den Streichhölzern
24:39
mit den Streichhölzern, wo Minz und Mounce, die Katzen...
24:43
Das ist ja alles in dem Stuhlpeter drin.
24:45
Genau, aber die dann einfach verbrennt, weil es nicht gut aufpasst.
24:48
Max und Moritz ist nicht im Stuhlpeter drin.
24:50
Nein, das ist ja auch Busch.
24:52
Genau, das nur für den Kontext.
24:54
Übrigens, aber das Thema Stuhlpeter ist ganz interessant.
24:59
Da gibt es auch einen Wikipedia-Artikel dazu.
25:01
Es gibt auch eine, so die Struvelisa heißt das,
25:04
die weiblich interpretierte Version.
25:06
Der wurde mehrfach transformiert.
25:09
Das war die Struvel Hitler.
25:11
Es gab auch mal eine Struvel Petra, glaube ich.
25:13
Oder Struvel Petra.
25:15
Das war dann so eine Parodie von Adolf Hitler.
25:17
Als Verspottung von anderen Ländern über Hitler.
25:21
Ganz skurrile Sachen.
25:23
Es gibt ganz viele Uminterpretationen vom Struvelpeter.
25:26
Wir haben im Vorfeld mal wieder den legendären Nürnberger Imbiss-Casher.
25:30
Das Beste, was überhaupt gibt, sind Sachen Imbiss.
25:33
Und ich spüre es gerade.
25:35
Wenn mir noch der Philipp erzählt hat, dass er früher Schulungen gegeben hat,
25:40
wo man mittags vom Cash erquert hat und erst mal eine Stunde danach
25:43
von den Rezipienten nichts mehr verlangen konnte.
25:47
Ihr beide gebt mir nicht das Gefühl,
25:49
als wenn ihr in der Verdauung angekommen wärt.
25:54
Aber totally worth it.
25:56
Ich habe extra heute Mittag ein bisschen gespart an meinem Mahl.
25:59
Ich wusste ja, was auf mich zu kommen.
26:01
Ich kann dir aber auch den unbequemen Stuhl ohne Rückenlehne anbieten.
26:04
Ich habe ihn jetzt runtergestellt.
26:06
Ich glaube, die geht irgendwann einfach aus.
26:08
Es war extrem warm hier in diesem Raum.
26:10
Das hilft mir, glaube ich, nicht gerade.
26:12
Philipp, kannst du mal checken, ob die noch läuft?
26:15
Die macht auch Geräusche.
26:18
Dadurch, dass die Geräusche jetzt ausbleiben, nehme ich an,
26:21
dass die abends einfach nicht mehr heizt.
26:25
Die Framen, wie man ja neudurchsagt, ist vielleicht etwas zu realistisch
26:28
für das kindliche Gemüt des Schorschs.
26:31
Ja, man ist ja jetzt in dem Alter vielleicht auch nicht für die Wahrheit
26:34
so zugänglich und macht sich die Welt so ein bisschen, wie sie einem gefällt.
26:37
Nicht wie Erwachsene heutzutage.
26:39
Hey, Pippi Langstrumpf.
26:41
Ich übertreibe natürlich auch ein bisschen, aber ...
26:46
Georg sieht die Wahrheit hinter der Geschichte.
26:51
1932 wechselt Georg auf das Realgymnasium in Dux in Nordböhmen.
26:56
Ja, da gehen real to real auf die Schule.
27:01
Ja, real to real sind die Typen.
27:03
Ah, wie heißt der nochmal?
27:05
Wow, heute stehe ich mir selber auf dem Schlauch.
27:08
Heute stehe ich mir selber auf dem Schlauch.
27:10
Das klingt schmerzhaft.
27:12
Wie heißt denn der Song, der mit Madagaskar noch mal berühmt wurde?
27:16
Eigentlich aus den 90ern.
27:18
Ja, es ist irgendein Dance.
27:25
Mir sagt real to real schon auch noch was, aber ...
27:28
The real to real and the mad stuntman.
27:32
Wow, I like to move it, move it.
27:38
Und ich höre Tausende von Menschen gerade schreien, die unseren Podcast ...
27:42
Hockt ihr mal beim Jauch drin?
27:44
Möchtest du auch best noch kurz vertonen, Dominik?
27:47
I like to move it, move it.
27:49
I like to move it, move it.
27:52
Ist ja nicht so ein Frosch auch?
27:58
Ich hab in der "Lia"-Show, von der ich euch erzählt hab,
28:01
gefragt, was wir mit dieser gelben Puppe die ganze Zeit hatten.
28:04
Denn wir hatten in unserem ersten Urlaub ...
28:06
Und das ist Chuckie. - Einen Flat Eric dabei.
28:08
Dann musste ich mir erklären,
28:10
was Flat Eric ist und was Werbung ist, die im Fernsehen kam.
28:13
Und dass der Würstchen geraucht hat.
28:15
Ah, der Würstchen geraucht.
28:17
Der hat Würstchen geraucht.
28:19
Ja, in dem Musikvideo zu "Flight Beat"
28:23
hockt er in seinem Büro als Chef.
28:26
Und packt dann so eine Zigarrenkiste aus,
28:28
wo aber so Würstchen drin sind.
28:30
Diese "Levis"-Werbung hab ich noch genau vor Augen und Ohren.
28:33
Das war schon auch ... - Wie auch immer die gemacht hat.
28:39
Also, wo war ich gerade? In Nordböhmen, ne?
28:41
Er fällt dort mindestens einmal auf, als er versucht,
28:44
in Geschichte, im Geschichtsunterricht,
28:46
wilde Theorien über den Märchenkönig Drosselbart
28:49
als Tatsachen zu verkaufen.
28:51
Er stößt auf taube Ohren und lernt,
28:53
dass er mit unbewiesenen Theorien
28:55
mit dem Tatsachen, mit dem er umgehen muss, in Zukunft.
28:58
In jenen Jahren fährt ihm ein Buch eines bekannten Archäologen
29:01
in die Hände. - Indiana Jones.
29:03
Nein, den Namen will ich auch nicht sagen, weil halt.
29:06
Aber der ist sehr umstritten.
29:08
Wir haben den Hund Indiana genannt.
29:11
Das ist genau das, was Georg anspricht.
29:13
Ich sag mal so, vielleicht Däniken ist so die Richtung.
29:16
Ich vorgehe jetzt zu Däniken. - Es war nicht Däniken.
29:19
Aber so könnt ihr euch vorstellen.
29:21
Also, er besorgt sich jetzt eine Schaufel und buddelt.
29:25
Einfach mal, weil ich finde das spannend.
29:27
Was man sehen kann, ist gar nichts.
29:29
Bei mir als Gelegenheit gesagt haben, das meiste liegt hier drunter.
29:32
Wie sehen Sie nichts?
29:34
Ich meine, nicht unwahr. Ich meine Oberfläche von der Erde.
29:37
Nicht viel. Der ganze Gramm unter der Erde, ziemlich viel.
29:40
Aber jetzt einfach mal so losbuddeln.
29:43
Er macht keine nennenswerten Entdeckungen.
29:45
Nach der Schule folgt eine kurze Stippvisite beim Militär.
29:49
Als Soldat ist er untauglich
29:51
und landet schließlich als Hilfslehrer in König Gräz.
29:55
Also die Schützen gräben so zwölf Meter tief.
29:57
Als Anfang 1945... - Aber auch geil, dass er Lehrer wird.
30:02
Du bist untauglich, du bist Lehrer.
30:04
Ich spring sehr stark und es ist auch schön,
30:07
wenn man den Krieg nicht in seiner Gänze thematisieren muss.
30:10
Als Anfang 1945, der Krieg dann doch ziemlich nahe rückt,
30:13
werden er und seine Schulklasse nach Aschaffenburg in Bayern versetzt.
30:16
Das ist ja auch nicht weit weg hier.
30:18
Also, evakuiert. Ja, das ist nah.
30:22
Er fühlt sich pudelwohl, kommen doch die Grims ebenfalls aus der Gegend.
30:26
Also die kommen aus Hanau. Muss ich auch nachschlagen.
30:29
Ist tatsächlich nicht so arg weit von Aschaffenburg weg.
30:32
Und der Wald hier in der Gegend,
30:34
den kennt er natürlich aus den ganzen Märchen, aus den ganzen Geschichten.
30:37
Also du meinst jetzt nicht den um Nürnberg rum, sondern den in der Gegend.
30:41
Ihr müsst euch das vorstellen.
30:43
Ich folge immer im Kopf so den Figur.
30:45
Ihr müsst euch das wirklich vorstellen.
30:47
Wir sind jetzt quasi im Spessart.
30:49
Ist das der Forsthaus? - Ich mach die Augen zu.
30:52
Ich kenne nur das Spuckschloss. - Ah.
30:54
Das Spuckschloss im Spessart.
30:56
Besonders fasziniert ist er von dem Teil des Waldes,
30:59
der bei den bayerischen Ureinwohnern nur als der Hexenwald beklagt ist.
31:03
Ureinwohner? - Na ja, halt die bayerischen Ureinwohner.
31:06
Ich will nicht so sagen, der Kräuter-Send, das ist ja rassistisch.
31:10
Das lass ich jetzt.
31:12
Aber ich nutze alle anderen fälschlichen Völkerbezeitungen
31:15
und irgendwie Ressentiments, die lass ich stehen.
31:18
Aber ich sag lieber bayerische Ureinwohner.
31:23
Das mit Kräuter-Send zu ersetzen, das ist nicht gut.
31:29
Ja, du hast das ziemlich gut zusammengefasst.
31:34
Oze kann nicht so recht herausfinden, warum der Wald so heißt.
31:37
Aber ein Bauer erzählt ihm von einem Hexenhäuschen,
31:40
das es hier irgendwann mal gegeben haben soll,
31:43
das aber noch nie jemand wirklich gesehen hat.
31:46
Oh, oh, Blair Witch Project.
31:48
Georg ist superneugierig. - Kein Zweifel.
31:50
Das Weltgeschehen funkt ihm dazwischen.
31:52
Der Krieg endet und er landet über mehrere Stationen
31:55
als Studienrat in Frankfurt.
31:57
Ich verstehe aber ein Stück weit auch, das ist wie ein Wald.
32:02
Gerade wenn man durch eine Ecke Deutschlands fährt,
32:05
wo man sagt, da ist ein richtig dichter, dunkler Wald,
32:08
und da hängt ein bisschen Nebel drin.
32:10
Dass man da, als jemand, der irgendwo in der Nähe wohnt,
32:13
sich schon denkt, da stimmen Gestalten drin und kochen Suppe
32:16
oder machen gruselige Sachen.
32:18
Oder wenn der Nebel drin hängt und so ...
32:21
Vergleich vielleicht hier im Eck, wenn du in die Eischgegen kommst,
32:25
um den Herbst rum, und da hängt der Nebel um den Flussbett rum.
32:29
Dass es dann so Geschichten gibt, da hockt der Hagelmord drin.
32:32
Diese Sagensgestalt, die die Kinder reinzieht mit so einem Haken.
32:35
Der Hagelmord? - Das ist der Hagelmord.
32:38
Ich unterbreche das laufende Programm.
32:41
Ich habe gerade eine E-Mail bekommen mit dem Betreff Maurice Flitcraft.
32:45
Das finde ich jetzt doch spannend.
32:47
Soll ich da mal reingucken? - Ja.
32:49
Lieber Herr Kraus. - Von Marie Luise.
32:55
"Hallo ihr drei. Erst mal ganz lieben Dank für euren Podcast.
32:58
Ich schaue gerade, wer weiß denn so was,
33:00
und es wurde diese Frage, siehe Foto, gestellt.
33:03
Dank euch wusste ich die Antwort sofort. Macht bitte weiter."
33:06
Das ist die Frage. - Die Frage ist ...
33:08
Stopp, beantworte nicht, wir müssen gucken.
33:11
Kann sie Dominik beantworten? Welcher deutsche Podcast?
33:14
Die Antwort ist relativ naheliegend. Die Frage war tatsächlich,
33:18
wie wurde der Brite Maurice Flitcraft im Golfsport unsterblich?
33:22
Die Antwortmöglichkeiten sind A)
33:24
Er spielte die schlechteste Runde der British Open aller Zeiten.
33:27
B) Er erfand den elektrischen Golfwagen und das Abschlag Tee.
33:30
Oder C) Er war der einzige Brite, der jemals die British Open gewann.
33:33
Ich weiß es, ich weiß es.
33:35
Und hier einen schönen abfotografierten Fernseh-Wirtschirm.
33:38
Das ist ein Band Hoekke. - Das ist, glaube ich, ein Band Hoekke.
33:42
Den anderen habe ich noch nie gesehen.
33:45
Das ist Olaf Scholz. - Das freut mich jetzt.
33:47
Das finde ich sehr schön. - Olaf Scholz.
33:49
Vielen lieben Dank, Marie-Louise, dass du uns ...
33:51
Das sollst du tun, ich mach bei. - Wer weiß, was du mit mir ...
33:54
Dass du uns daran teilhaben hast. - Danke schön.
33:56
Olaf Scholz mit der Frisur. - Ich versuche, doch nur witzig zu sein.
34:00
To be for some 24 days.
34:02
Wenn man das nicht sieht, ist es doch nicht witzig.
34:04
Das ist doch der Bundeskanzler dieser Sendung, neben Bernd Hoekke.
34:07
Das funktioniert auch ohne die Frisur.
34:09
Als hätte er eine Biber mit Dauerwelle auf dem Kopf und du sagst, Olaf Scholz ...
34:16
Superneugierig. Hexenwald.
34:18
Aber also ... - Studienrat.
34:20
So crazy, so realitätsfern, wie du ihn beschrieben hast,
34:23
ist er jetzt nicht weitergekommen.
34:26
Er hat sein Leben offenkundig unter Kontrolle.
34:28
Ist cool, dass er jetzt auf Schüler losgelassen wird.
34:30
Er ist ja Betriebsrat sogar schon.
34:32
Studienrat. - Studienrat.
34:34
Nein, Entschuldigung. Er ist Studienrat.
34:36
Das heißt, er kann ja auch als Lehrer nicht so schlecht werden.
34:39
Was ich jetzt bei der IG Metall ... - Was bei dir ankommt.
34:42
Ich fahre schön. - I misspoke.
34:44
Ja, es ist eine interessante Wandlung.
34:46
Das wird noch viel interessanter.
34:48
Ich lese mal den Absatz hin, muss man in seiner Gänze rezipieren.
34:51
Er gründet die IG Metall.
34:54
Georg ist superneugierig, aber das Weltgeschehen funkt ihm dazwischen.
34:57
Der Krieg endet, er landet über mehrere Stationen als Studienrat in Frankfurt.
35:00
Er heiratet und führt ein ereignisloses Leben.
35:02
Und dann stirbt er im Alter von 80 Jahren.
35:04
Er hat ein ereignisloses Leben, er war immer traurig.
35:09
Als ihm auf einmal der Golem erscheint.
35:11
Nee, der Golem taucht nicht mehr auf. - Verdammt.
35:14
Als ihm auf einmal Schneewittchen erscheint.
35:19
Vielleicht nennt er erst seine Frau so.
35:23
Schneewittchen ist irgendwie ...
35:26
Trotz ein bisschen creepy. - Georg Ossack?
35:30
Georg. Ich habe Rammstein die Tage nicht erinnert.
35:39
Georg Rammstein Ossack.
35:41
Georg Ossack wird im Jahr 1962 befördert und nach Aschaffenburg versetzt.
35:45
17 Jahre, nachdem er dort weggegangen ist.
35:49
Er feiert es ziemlich und fühlt sich quasi wieder wie zu Hause.
35:52
Und fühlt sich eh in der Gegend total wohl.
35:54
Und geht jedes Wochenende in den Wald spazieren,
35:56
in dem er früher schon spaziert hat.
35:58
Jedes Wochenende? - Der erländert.
36:00
Das ist ganz schön krachend. - Oh mein Gott.
36:02
Was für ein heurikalischer ...
36:04
Ich wurde mal in Frankfurt nicht kundigt,
36:07
dass man dort keinen süßen Äppler bestellt.
36:10
Von einem Kellner, der schimpft mit, wir sind hier nicht in Offebach.
36:14
Er hat sich umgedreht und ist gegangen.
36:17
Okay. - Hat keine weitere Bestellung aufgenommen.
36:20
Ich habe in Frankfurt mal sehr gut ein Dada gegessen.
36:23
Hätte ich mal wieder Lust?
36:25
Also auf Frankfurt und auf Dada?
36:27
Ich hätte Lust auf Grisos. - Grisos?
36:31
Ist das so, den kleinen Drachen? Den habe ich die Tage erst an.
36:36
Georg ist jetzt wieder so, ich muss dir das vorstellen,
36:39
wie er so ein Flashback in die eigene Vergangenheit erlebt.
36:42
Dann kommen ihm auch die Gedanken von früher wieder hoch.
36:45
So diese ganze Geschichte mit den Märchen und so.
36:48
Das hat er jetzt alles ein bisschen zur Seite geschoben.
36:51
Es ist ein Leben passiert.
36:54
Hauptsächlich setzt sich in seinem Kopf eine Frage fest.
36:57
Was, wenn an Grimsmärchen mehr dran ist?
37:01
Das heißt ja Märchen.
37:05
Oh, du bist eine große Sache.
37:07
Das heißt ja nicht Wienerchen.
37:09
Er stellt Nachforschungen an,
37:11
verliert sich aber immer wieder in den nebulösen Undeutlichkeiten,
37:14
die so ein Märchen typischerweise auszeichnen.
37:16
Er wälzt auch Fachliteratur, wobei es da nicht allzu viel gibt,
37:21
außer ein Werk von Merkenthaler mit dem Titel
37:25
"Das Pfefferkuchenhaus als moralische Anstalt", Wien 1860.
37:29
Darf ich für den overallen Kontext noch mal eine Frage stellen?
37:32
Ich habe ein bisschen Angst vor der Frage, aber ja.
37:35
Die Grimsmärchen sind ja nicht alle von den Gebrüdern Grim erfunden.
37:41
Das ist eigentlich gar keines.
37:43
Das mag sein, das ist nicht mal ein einziges.
37:45
Man denkt ja, dass die quasi alle das getan hätten,
37:48
aber in Wirklichkeit haben die ja nur gesammelt.
37:50
Und jedes Märchen hat ja einen Kern der Wahrheit.
37:55
Also tatsächlich ist es so, ja.
37:57
Keine Ahnung, wenn es nur Beobachtungen sind, die da waren,
38:01
also er wird ja zumindest bei dem einen oder anderen Märchen
38:05
schon was finden, was sich irgendwie zurückführen lässt.
38:08
Andersrum würde ich mal sagen, das sind, glaube ich, Geschichten,
38:11
die... - ...aus dem Baulanergarten.
38:13
Naja, einerseits ja, andererseits aber.
38:16
Die sollen ja, jetzt sind wir wieder beim Stubelpeter,
38:19
die sind ja auch oft verfasst mit einem gewissen,
38:22
ich sag mal, moralischen Denken oder einer Botschaft dahinter,
38:26
wie ein "Wenn ich mich jetzt ertäusche, da lehne ich mich jetzt weit aus dem Fenster".
38:30
Ich glaube, in dem Radiofeed schon mal gehört zu haben,
38:33
dass beispielsweise das Rotkäppchen eigentlich aus Frankreich kommt,
38:37
also das Märchen an sich, aus dem Volksmund.
38:40
Und dass das eigentlich eher so ein Bild ist,
38:43
dass der Wolf eigentlich so ein Mann ist, der sich dann ins Bett legt
38:47
und da dann das Rotkäppchen sich schnappt
38:49
und dass das alles ganz schlecht ist und so,
38:51
und dass das so eine Warnung vor Sexualität ist.
38:54
Also das heißt, es sind in diesen Märchen immer ganz viel...
38:57
Und vor Wackerstein. - ...mehr oder weniger brutale...
39:00
...brutal verpackte Botschaften drin.
39:03
Oder wie die, keine Ahnung, Goldmarie und Pechmarie, also Frau Holle,
39:07
so ein "Ja, wer richtig hier schönartig ist und alles gut macht, der wird belohnt".
39:11
Die anderen werden schon sehen,
39:13
selbst wenn sie am Anfang besser behandelt wird,
39:15
langfristig wird es ihr schlechter gehen.
39:17
Ich würde mir wünschen, dass ihr bei dem Thema noch unbeleckter werdet,
39:20
aber ich nehme das so hin.
39:22
Woher kommt eigentlich der Ausdruck "unbeleckt" her?
39:24
Wer leckt denn wen in diesem Kontext, in diesem Fall?
39:29
Wir sind jetzt auch nicht bei den Tieren,
39:32
wo irgendwie die Hebamme erst mal über den frisch geborenen Leib leckt.
39:35
Ja, vielleicht ist das was aus der Philanthropie,
39:37
also aus der Briefmarkenkunde.
39:39
Nee, glaub ich nicht. - What? - Lecker.
39:43
Na ja, weil die lecken jetzt. - Unbeleckt sind.
39:46
Also das wolltest du uns alles jetzt noch erzählen,
39:49
und wir haben das jetzt quasi schon fortgemacht.
39:51
So würde ich das nicht sagen.
39:53
Im Großen und Ganzen betritt Georg Oseck gerade ein völlig neues,
39:56
bis dahin unbenanntes wissenschaftliches Gebiet,
39:58
die Märchenarchäologie.
40:02
Oseck beginnt jetzt mal so hypothetisch irgendwie erst mal,
40:06
aber er beginnt jetzt einfach mal systematisch alle Hinweise
40:09
aus einem Märchen zusammenzutragen,
40:11
dass er besonders... - Wer könnte der Mörder sein?
40:14
Dass er besonders am Herzen liegt. - Gut, Herr Nett.
40:17
Und zwar? - In "Grimms, Hensel und Gretel"
40:19
steht zum Beispiel etwas von.
40:21
"Einem armen Holzhacker, der vor einem großen Wald wohnt."
40:25
Das ist jetzt mal eine...
40:27
Sehr vage, gebe ich zu.
40:29
Aber es ist eine Art von geografischer Beschreibung.
40:31
Die Frau des Holzhackers in dem Märchen sagt,
40:34
wenn alle vier an Hunger stürmen,
40:36
könne der Mann die Bretter für die Särge hobeln.
40:40
Das ist jetzt erst mal... Ja, okay.
40:42
Steckt da ein Hinweis drin? - Bisschen düster.
40:44
Ja, aber da ist der Hinweis auf die Gepflogenheit drin,
40:50
Da gibt es noch einen Hinweis.
40:52
Man ist nördlich der Alpen, zum Beispiel ist das sehr üblich.
40:55
Südlich der Alpen dann in der Zeit scheinbar nicht so.
40:58
Ich habe hier noch ein Zitat aus einem Märchen.
41:00
Also aus dem Märchen.
41:02
"Als sie ein Weilchen gegangen waren, stand Hensel still
41:04
und guckte nach dem Haus zurück.
41:06
Und das tat er wieder und immer wieder.
41:08
Der Vater sprach, Hensel, was guckst du da und bleibst zurück?
41:10
Hab acht und vergiss deine Beine nicht."
41:12
"Ach, Vater", sagt Hensel,
41:15
"ich sehe nach meinem weißen Kätzchen, das sitzt oben auf dem Dach
41:18
und will mir Ade sagen."
41:20
Ade, Frank, sagt er wirklich Ade?
41:22
Die Frau sprach, "Narr, das ist dein Kätzchen nicht,
41:24
das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint."
41:27
Darin ist natürlich der geografische Hinweis,
41:30
dass die auf einem Weg sind,
41:32
der die Ausrichtung Ost-West haben muss.
41:35
Also ganz logisch, wenn die Sonne dann so eine Illusion erzeugt.
41:39
Und aus der Beschaffenheit der Hügel im Spessart
41:42
kann man so halbwegs sinnvoll Schlussfolgeren.
41:45
Wenn das jetzt der Wahrheit entspräche,
41:48
könnte man sagen, na ja, das Wohnhaus dieses Holzfellers
41:51
aus der Geschichte muss eigentlich am westlichen Rand des Spessart-Waldes sein.
41:55
Aber Jürgen, weißt du noch was, wie das Märchen ausgeht?
41:58
Es hört nämlich auf mit folgendem Satz,
42:01
"das Märchen ist aus, da läuft eine Maus,
42:04
wer sie fängt, darf sich daraus eine Fellkappe machen."
42:07
Ist das bei dem Märchen so? - Ja.
42:09
Und jetzt kannst du mal überlegen,
42:11
eine Fellkappe heißt ja, das muss eine Gegend sein,
42:14
wo es auch mal kalt ist.
42:16
Voll schlau, oder? - Voll krass.
42:18
Was willst du mir damit sagen?
42:20
Und dieser Nachsatz zu diesem Märchen ist einfach der,
42:23
wo ich mir auch denke, warum ist der da dabei?
42:26
Ich hab da mit Johannes auch schon mal drüber geredet,
42:29
das kommt mir bekannt vor.
42:31
Ich glaube, dass der in anderen Märchen noch ähnlich auftaucht.
42:34
Oder er hat es mir nur als Anekdote erzählt, das kann auch sein.
42:37
Und es gibt noch einen Hinweis in dem Märchen,
42:40
denn der Dialekt der Hexe im Originaltext
42:43
deutet eigentlich eher auf Thüringen hin.
42:45
Oder Oberfranken dann so langsam.
42:47
Das ist jetzt alles immer noch ziemlich vage und diffus.
42:50
Das einzig Konkrete, was in dem ganzen Text steht,
42:53
ist die Bezeichnung Hexenwald.
42:55
Hexenwälder gibt es laut Georgs Nachforschungen
42:58
allein im Spessart 16 Stück.
43:02
Das heißt da ein Hexenwald, wirklich offiziell, oder?
43:05
Das ist halt ein Volkszuschraubung, glaube ich.
43:08
Ich denke, sowohl als auch. - Unglaublich.
43:10
In ganz Deutschland gibt es wahrscheinlich noch unzählige mehr.
43:14
Aber es gibt auch ein bisschen mehr.
43:16
Das ist einfach ein Biergarten.
43:18
Da war ich schon mehrfach im Sommer erst. - Ich auch.
43:21
Als Georg am 10. Mai 1962 mal wieder durch den Wald spaziert,
43:24
beschleicht ihn ein eigenartiges Déjà-vu-Gefühl.
43:27
Ich habe das Gefühl, das ist süßer Brei.
43:29
Der Wald hier sieht aus wie der, den er vor seinem inneren Auge hatte,
43:32
wenn er als Kind die Geschichte der beiden ausgesetzten Kinder lesen hat.
43:36
Was vielleicht auch darauf zurückzuführen ist,
43:39
dass in dem Hausmärchenband, den er von den Grimms hatte,
43:44
Es gab einen ganz frühen Band mit der Hausmärchensammlung.
43:47
Die war illustriert. Die wurde auch nur einmal aufgelegt.
43:51
Aber das war zufällig genau der Band, den er von seinem Opa bekommen hat.
43:55
Warte mal, ich habe das auch kurz hier.
43:57
Eine Sekunde, ich muss mal hier das ...
43:59
Er hat ein kleines Reclam-Häffchen. - Reclam?
44:03
Für ein Reclam-Häffchen ist das ziemlich groß.
44:06
Und vor allem sind Bilder drin. - Stimmt, das ist ganz schön dick.
44:09
Ihr seht hier auf der einen Seite, ich sage euch nicht auf welche,
44:12
das ist aus dem Grimmschen Märchenbuch.
44:14
Und auf der anderen Seite den Waldweg, den er jetzt gerade vor sich sieht.
44:19
Okay. - Oh, das sieht wirklich unglaublich ähnlich aus.
44:24
Aber es sieht halt einfach auch aus wie auf dem Wald.
44:27
Also man kann sehr gut nachvollziehen,
44:29
wie man, gerade wenn man danach sucht, denkt, dass das exakt dasselbe ist.
44:34
Aber es ist halt einfach ein Waldweg.
44:36
Es sind halt ähnliche Baumarten.
44:38
Aber die Kinder, die auf beiden Bildern zu sehen sind, ist doch ...
44:42
Gut, aber ... - Eins zu eins.
44:44
Könnte es vielleicht sein, dass eines der Bilder eine Illustration ist?
44:48
Und das andere ist nachgestellt?
44:52
Das ist hier nämlich aus ...
44:54
Da steht kein Jahreszahl, wann die Fotografie erstellt wurde.
44:57
Aber so sieht der Waldweg heute aus.
44:59
Das Buch ist von ... - Ja, aber ich meine ja eben,
45:02
dass die zwei Kinder, die da zu sehen sind, auf dem Foto ...
45:06
Die leuchten ja auch auf dem Foto.
45:08
Die Kinder sind natürlich eingefaket. - Ja, eh ja.
45:11
Wir können uns darauf einigen,
45:13
es besteht eine gewisse optische Ähnlichkeit zwischen den beiden.
45:17
Aber ganz ehrlich, ich hab mehrfach schon hingeschaut.
45:21
Aber ich wollte gerade sagen, schickt mal von uns drei Nasen.
45:25
Uns durch zwölf Wälder.
45:27
Also wirklich zufällig ausgesetzt.
45:29
Aber eines dieser zwölf ... - Dann ...
45:32
... müsst ihr sieben Tage lang mit nur sieben Gegenständen überleben.
45:36
Und wir streamen das auf YouTube.
45:38
Oder wir können über sieben Brücken auch gehen.
45:41
Und sieben dunkle Jahre überstehen.
45:44
Mit sieben dunkle Jahre überstehen.
45:46
Klar haben sich die Bäume verändert, der Weg, der Hügel.
45:49
Aber so ... - Die Hexe, der Pfennerkuchen.
45:51
Der grundsätzliche Bewuchs, der würde jetzt schon grob passen.
45:54
Und von hier aus macht sich jetzt Georg Ausweg
45:56
einfach mal auf in Richtung Osten und schaut,
45:59
ob er nicht vielleicht das Elternhaus von Enzl und Gretl findet.
46:02
Da, da, da. - Kann man ja mal machen.
46:07
Am nächsten Tag macht er das noch mal.
46:09
Mit anderen Worten, der braucht halt ... - Findet's auch nicht.
46:12
Der muss den Brotkrummen ... Ah, da waren die Vögel.
46:15
Dort, wo das Holzfällerhäuschen nach der grimmsten Beschreibung
46:22
stehen müsste, ja, so wie er es jetzt so ein bisschen
46:25
in seinem Kopf rekonstruiert, ist nur ein Feld.
46:28
Und ein Stückchen weiter kommt die A3 Würzburg-Frankfurt.
46:33
Oh Gott, ich liebe es.
46:35
Stell dir einfach vor, der ist in so einem Gremium drin.
46:37
So ein "ne, wir dürfen hier die Autobahn nicht weiter ausbauen".
46:40
"Ich sehe ein Umweltschutzgebiet".
46:42
"Ne, aber da in der Nähe ist das Pfefferkuchenhäuschen."
46:45
Deswegen muss es Naturschutzgebiet werden.
46:47
Das ist nur so ein Zuchtwald, der ist wirklich total räudig.
46:51
Und das sind ganz mindere Bäume.
46:54
Hier wäre es total sinnvoll, was zu bauen.
46:56
"Ne, da ist das Pfefferkuchenhaus, das geht nicht."
46:59
Aber was würde die jetzt an seiner Stelle tun?
47:02
In welchem Jahr sind wir?
47:04
1962. - Also drohen sind noch keine Optionen.
47:09
Naja, er geht vielleicht davon aus, dass es abgerissen wurde.
47:12
Und jetzt baut er es neu.
47:14
Der erste Teil ist gut, der zweite nicht so.
47:16
Er wendet sich an die Autobahnmeisterei.
47:21
Und nach einigen Terminen und weiteren Recherchen.
47:24
Und es dauert wirklich eine ganze Weile.
47:27
Was heißt das, Jahre? - Nein, Wochen.
47:30
Am Ende hält er tatsächlich ein Dokument in den Händen.
47:33
Das sind Unterlagen zu einem Prozess,
47:36
den die Bundesautobahnverwaltung 1954
47:39
mit einem Georg Scheithauer geführt hat.
47:41
Also acht Jahre vorher.
47:43
Scheithauer, das klingt doch nach Holzfüller.
47:46
Können das vielleicht eine Nachfolge sein?
47:48
Darin werden dem Kläger 18.760 Mark zugesprochen.
47:52
Als Entschädigung für ein Fachwerkaus mit Scheune
47:55
sowie einem Garten mit 18 Obstbäumen.
47:57
Boah, da kriege ich Gänsehaut, wie meine Mutter sagen würde.
48:01
Das muss ja das sein. - Das ist der Beweis.
48:03
Der Beweis, dass bis vor wenigen Jahren an der Stelle ein Haus gestanden hat.
48:07
So wie es Georg halt vermutet hat.
48:09
Zur Feier geht es auf die A 73.
48:11
Ich würde überfahren, die Story ist vorbei.
48:13
Da muss er ganz schön weit laufen, weil es ist die A 3.
48:16
Aber das muss einfach das Holzfüller aus dem Meer.
48:19
Es geht gar nicht anders quasi.
48:21
Und mal angenommen, ihr könnt es gerne anzweifeln,
48:24
aber folgt mir doch einfach mal gedanklich.
48:26
Nie könnte ich das anzweifeln. - Ich hänge an deinen Lippen.
48:29
Von hier aus geht er jetzt einfach mal Richtung Westen.
48:35
Nur genauso lange nach Westen gehen wie Hänsel und Gretel.
48:38
Und dann irgendwann, was ist die erste Station?
48:41
Wie gut habt ihr das Märchen vor Augen? - 0,0.
48:44
Also erst mal ... Stopp.
48:46
Sind Sie noch mit den Eltern unterwegs? - Von dem Elternhaus aus.
48:49
Die erste Station ist ...
48:51
Meinst du im Märchen oder was ist dann ... - Im Märchen.
48:54
Als nächstes sammeln Sie doch dann ... - Nein, also ...
48:57
Ja, nein, schon Station.
48:59
Nicht was sie tun, sondern wo sie dann ihr erstes Ziel ...
49:04
Okay, die Frage ist zu komplizieren.
49:07
Sie machen Rast an einem Platz im Wald.
49:11
Autobahnraststätte. - Genau.
49:13
Das ist so die erste Location, die Sie ansteuern.
49:16
Tank und Rast? Zufall?
49:18
Wenn er von hier aus das Märchen nachstellen wollen würde,
49:21
müsste er quasi beim Haus loslaufen und diesen Rastplatz aufsuchen.
49:25
Ja? - Das ist eine Autobahn.
49:27
An dem sind die ja dann ausgesetzt worden.
49:30
Und haben dann 50 Cent zurückgekriegt. - Darf ich kurz reinwerfen,
49:33
wie sehr ich Sunny Fair liebe?
49:39
Ich liebe Sunny Fair sehr. - War das ironisch?
49:43
Könntest du das noch in einem Limit rücken?
49:45
Ich kann mich noch an die Zeit erinnern,
49:47
wo an Autobahnraststätten noch irgendwelche rumänischen armen Frauen
49:51
saßen, die dich dann bettelt haben um ein Euro,
49:54
eine Mark damals wahrscheinlich,
49:56
für das du irgendwelche reudigsten Toiletten benutzen musstest.
49:59
Heutzutage zahle ich mir liebend gerne 50 Cent oder 1,70 Euro,
50:03
was es heutzutage kostet, für einen Wertbohr für eine saubere Toilette.
50:07
Aber die sind meistens auch nicht sauber.
50:09
Es gab mal eine Zeit, wo die alle sauber waren,
50:11
aber irgendwie ist die auch schon wieder rum.
50:13
Mein Problem ist diese Monopolisierung des ganzen.
50:17
Ich finde das richtig geil. - Auch das.
50:19
Ich bin ein großer Fan. - Ich finde Monopolisierung schwierig.
50:22
Aber wenn du wirklich sagst,
50:24
jetzt bitte eine echt ordentlich saubere Toilette,
50:26
ist es mir das ja auch mal wert.
50:28
Das wäre mir auch mehr wert. Das ist überhaupt nicht die Frage.
50:31
Da brauche ich auch keinen Gutschein,
50:33
der die Umwitze verschnutzt, weil die im Auto rumflackt.
50:36
Ich frag mich, wie viel davon prozentual eingelöst wird.
50:39
Das ist ja der Gag, wie bei jedem Pfandsystem auch,
50:42
dass da Leute Geld mitverdienen.
50:44
Aber auf jeden Fall findet er jetzt.
50:46
Im Märchen steht etwas von, Zitat,
50:49
"Da, wo der Wald am dichtesten ist",
50:51
und auch ein Zitat, "Da wollen wir Feuer machen".
50:54
Das ist jetzt natürlich Quatsch,
50:56
weil der Vater soll ein Holzfäller sein.
50:58
Und dann wollen die im dichten Wald Feuer machen.
51:01
Das ist natürlich... - Fehlig.
51:03
Das würde keiner machen.
51:05
Dafür braucht es mindestens mal eine Lichtung.
51:08
Laut Georgs Aufzeichnungen
51:10
holt es sich jetzt für die Suche nach dieser Lichtung Unterstützung.
51:16
Besser. - Eine Förster.
51:21
Pfadfinder, so eine ganze Koalte Pfadfinder.
51:24
Ein achtjähriger Jung. - Haha.
51:26
Ich weiß nicht... - Irgendein.
51:28
Das ist aber creepy. - Ich weiß nicht...
51:30
Aber so ein "Hier, mein Junge, hier kriegst du mal Brot, lauf mal los".
51:34
Ich weiß nicht, wo er den her hat. - Kündel das hinter dich?
51:37
Und ob ich wirklich fragen will, ob ich es wissen will.
51:40
Aber der Georg gibt dem Bub die Hosentaschen voll mit Kieselsteinen.
51:44
Denn im ersten... - Zeitenversuch.
51:46
Die werden zweimal ausgesetzt.
51:48
Im ersten Versuch sind es Kieselsteine.
51:50
So groß wie Batzen, was Münzen sind.
51:53
Nur für Hunde, nicht für Katzen.
51:55
Und dann schickt er den Jungen los.
51:57
Also er geht natürlich mit.
51:59
Er schickt ihn nicht allein in den Wald.
52:01
Aber er geht jetzt mit dem Jungen in diese Richtung durch den Wald.
52:05
Der Jungen wird nie wieder gefunden.
52:07
Und er lässt den Jungen Kieselsteine werfen.
52:09
Und zwar immer so, dass er von einer Stelle, wo er einen...
52:12
Also werfen, ablegen mehr oder weniger.
52:14
Aber immer da, wo er einen ablegt, ist die Stelle,
52:17
wo er gerade den letzten, den er abgelegt hat, noch sehen kann.
52:21
Damit man so eine Spur machen kann. - Genau.
52:23
Und die machen das, bis die Taschen von dem Jungen einmal leer sind.
52:29
...stehen sie im dichten Wald.
52:31
Also es ist natürlich keine Lichtung, gar nichts.
52:34
Kann er jetzt nicht so richtig viel mit anfangen mit diesem Experiment.
52:38
Und es will er aber jetzt auch nicht einfach so auf sich beruhen lassen.
52:42
Dafür haben sie sich beide gewaltig verlaufen.
52:44
Nee, die haben ja eine Spur.
52:46
Also Georg versucht es noch mal.
52:48
Hat er es noch mit Brot? - Nee.
52:50
Mit dem Neunjährigen. - Gut, ich mag, wenn du denkst.
52:53
Oder mit der Mädchen. - Wirklich?
52:55
Mit seinen Hosentaschen. - Okay.
52:58
Nicht, weil die größer sind, was mein Gedanke war.
53:01
Deshalb hat er sich überhaupt den Achtjährigen dazugenommen.
53:04
Weil Hänsel in der Märchen ja auch...
53:06
Du wirst es gleich verstehen, wie er denkt.
53:09
Ihr da draußen. - Nicht, dass es logisch ist.
53:11
Wenn euer Lehrer demnächst so einen Eindruck macht,
53:14
dass er auch nur ein Mensch ist und ein bisschen doof in manchen Dingen.
53:18
Hier ist der Beweis. Alles nur Menschen.
53:20
Er macht den Versuch noch mal mit Kieseln in seinen Hosentaschen.
53:23
Nicht, weil die Taschen größer sind, sondern weil er weiter gucken kann.
53:27
Und als er dann gerade den letzten Kiesel wirft...
53:30
Ist das eine Lichtung? - Ist das tatsächlich eine Lichtung?
53:34
Das kann doch nicht. Das muss doch...
53:36
Zufall, ich glaube nicht.
53:38
Haben wir es jetzt etwa an der Nase geführt?
53:40
Na ja, was bedeutet das jetzt?
53:42
Er muss es hier Feuer machen.
53:44
Nee, es ist mysteriös. Aber er kommt zu einem anderen Schluss.
53:47
Er grübelt lange darüber nach und kommt zu dem Schluss,
53:50
dass man mit dem Horizont, den so ein 8-Jähriger Junge hat,
53:53
wenn er guckt, kann diese Beschreibung nicht übereinstimmen.
53:56
Also Hänsel war 28, mindestens.
54:00
Das ist seine Schlussfolgerung.
54:02
Seine Schlussfolgerung in dem Moment,
54:06
also ist eine These natürlich für den Moment, aber...
54:11
Er kommt zu dem Schluss, es könnten keine Kinder gewesen sein,
54:14
sondern es müssten eigentlich Erwachsene gewesen sein.
54:17
Oder nein, wissenschaftlich sauber geschlussfolgert,
54:20
aber es ist ein bisschen ein bisschen...
54:24
Deswegen setzen ihn trotzdem immer noch seine Eltern im Wald aus.
54:27
Eins nach dem anderen.
54:29
Aber auch hier, Jürgen, es gibt doch mehr als einen Weg.
54:32
Eins nach dem anderen.
54:34
Ja, es gibt mehr als einen Weg.
54:37
Aber es gibt schon einen Waldweg.
54:39
Der hat sich vielleicht in den letzten paar hundert Jahren
54:42
gar nicht so stark verändert.
54:44
Er hat die grundsätzliche Richtung von Waldrand in den Wald rein.
54:47
Die grundsätzliche Richtung?
54:49
Natürlich ist das alles komplett absurd und unglaublich,
54:52
aber man muss sich ein Stück weit auf dieses Gedankenspiel einlassen.
54:55
Aber sind wir mal ganz ehrlich.
54:57
Würde die Sendung mit der Maus sowas mal machen?
54:59
Mit einem, also wie wäre denn das mit so einem Märchen?
55:02
Würde sie diese Schritte mitmachen?
55:04
Würdest du sagen, das ist ja witzig, dass sie das mal ausprobiert?
55:07
Vielleicht hat sie es nur schlecht rübergebracht.
55:11
Nee, ich finde, das passt schon, weil es hat diese Skandalität,
55:14
dass er es scheinbar so ernst nimmt.
55:16
Aber wie gesagt, als Mausklip würdest du sagen, das gucke ich mal an.
55:19
Das ist ja ein guter Job.
55:21
Auf der Lichtung, die er jetzt da gefunden hat,
55:23
Lichtungen im Wald gibt es natürlich auch viele.
55:25
Aber auf der Lichtung müsste er jetzt,
55:27
müsste er nicht eher eine Feuerstelle finden,
55:29
müsste er eigentlich irgendwann mal eine Feuerstelle gewesen sein.
55:32
Tatsächlich findet er ganz viele Feuerstellenden
55:34
auf so einer Lichtung im Wald.
55:36
Wo im Dreißigjährigen Krieg auch ganz viele Landknechter als Versteck
55:40
sich da im Wald irgendwie verschanzt haben
55:42
und überhaupt Landstreicher und alles Mögliche unterwegs ist,
55:45
ist das jetzt nicht ungewöhnlich,
55:47
dass das auch mal zum Feuer machen genutzt wird.
55:49
Also das hilft ihm nicht weiter.
55:51
Aber diese Lichtung, der ist schon irgendwas so.
55:54
Er ist überzeugt, er ist an der Sache auf der Spur.
55:57
Und er sucht jetzt zwei Tage lang diese Lichtung
56:00
aufs Genaueste nach irgendwelchen Hinweisen.
56:02
Und er nimmt keine Pfefferkuchen.
56:04
Hat er gerade Urlaub oder ist er gerade irgendwie in Ferien?
56:07
Das habe ich mich auch gefragt.
56:09
Vielleicht ist er auch schon irgendwie in Rente.
56:13
Oder sie sind froh, wenn er nicht in der Schule ist.
56:16
Er findet jetzt an einer Baumrinde eine Spur.
56:19
Hier an einer ... - H+G.
56:23
H+G, das sind Geschwister.
56:25
Ja, mögen sie halt.
56:27
Hier an einer alten Eiche ist ein Stück altes Hanfseil
56:30
in die Rinde eingewachsen.
56:32
Und darunter ist eine alte Verletzung in der Rinde.
56:35
Das könnte jetzt die Stelle in Grimsmärchen sein,
56:38
in der der Vater seine Kinder täuscht.
56:40
Weil das Märchen geht ungefähr so.
56:43
Die Kinder sind da am Lagerfeuer
56:45
und geht da in den Wald und schlägt mit seiner Axt Bäume klein.
56:49
Und was der Vater aber in Wirklichkeit macht,
56:52
ist, er bindet einen Ast so an einen Baum,
56:54
dass der Wind den Ast gegen den Baum schlägt.
56:56
Damit das Geräusch, die Kinder denken, der Vater hockt hier Holz.
57:00
Und der Vater aber stiften geht.
57:03
Wobei die Frage ist, wie zum Henke macht eine Axt,
57:06
die sonst eher so ein Toc-Toc macht?
57:08
Ich habe das auch nicht verstanden.
57:10
Aber es ist halt auch ein Märchen.
57:12
Vielleicht probiert er das jetzt auch aus.
57:15
Nein, ich glaube nicht.
57:17
Diese Stelle, die zu finden, hat sehr lange gedauert.
57:20
Warum? Weil die in 25 Metern Höhe liegt.
57:23
25 Metern? Wie hat er denn das gemacht?
57:26
Ist er hochgeklebt oder was? - Wer?
57:28
Der Meister. - Das ist ein Märchen.
57:30
Nein, aber das Märchen ist ja ein paar hundert Jahre her.
57:33
Dieser Baum wächst ja.
57:35
Ach so. - Wie hat er das gemerkt?
57:37
Wie er das gefunden hat.
57:39
Er hat sich zwei Tage lang alles ganz genau angeguckt.
57:42
Wie kommt er denn 25 Meter hoch?
57:44
Das hat er von unten mit einem Pfeinglas gesehen.
57:48
Er ist nicht hochgeklettert.
57:50
Wenn er jeden einzelnen Baum hochgeklettert ist,
57:53
ist er wirklich ein bisschen durchgeknallt.
57:56
Er muss das genauer untersuchen.
57:58
Er sieht, da ist irgendwas, aber er muss es genauer wissen.
58:01
Er will auch wissenschaftlich konzentrieren.
58:04
Er muss diesen Baum fällen, um den weiter zu untersuchen.
58:07
Er geht zur Forstverwaltung, deckt denen eine Geschichte auf.
58:10
Das ist das, was er da gerade tut.
58:12
Er ist ein Tischler und will den Baum mit genau der Maserung,
58:15
die er auf der Lichtung gesehen hat.
58:17
Er kauft den und lässt den fällen.
58:19
Geht das? - Ging in dem Fall.
58:22
Ich weiß nicht, ob das pauschal geht, aber in dem Fall ging das.
58:26
Heute geht das nicht mehr.
58:28
Als der Baum im Wald liegt, zählt Ossack erst mal die Jahresringe.
58:32
Er kommt auf 355 Jahre.
58:34
Aber mal ganz kurz.
58:36
In welches Jahr verortet er die Grimmsmärchen überhaupt?
58:41
Das sind schon so grob 300 Jahre zwischen Märchen und ...
58:46
Aber wenn er auf 355 kommt und grob 300 Jahre das Märchen ist,
58:50
dann haut das mit 55 cm an.
58:52
Dann könnte das auf Höhe von dem Vordergewissen sein.
58:55
Das klingt erst mal plausibel.
58:58
Die Schnurreste, die er aus dem Baum popelt,
59:01
lässt er später in einem Carbon-Testverfahren untersuchen.
59:06
Er hat Altersbestimmungen.
59:08
Das gab es schon vor 54.
59:12
Ähm ... - Das ist schon relativ lang.
59:14
Ich hab auch irgendwie ein Fluortestverfahren.
59:17
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Carbon fälschlicherweise
59:20
ums Fluortestverfahren ist.
59:22
Aber es ist ein komplexes Verfahren zur Altersbestimmung.
59:25
Das gibt's schon eine Weile.
59:27
Da kommen die auf dem Alter von diesen Handfrästen von etwa 315 Jahren.
59:32
Daraus kann Ossack jetzt zurückrechnen,
59:34
wenn es wirklich jetzt Henzel und Gretel damit zu tun haben,
59:37
mit diesem Hanfseil, das er in dem Baum gefunden hat.
59:40
Dann müssen die in etwa zur Zeit des 30-jährigen Kriegs dagewiesen sein.
59:48
Hallo, ich hab einen Geschichtspodcast.
59:50
Aber das ist so, hast du die Pistole gekriegt?
59:52
Das ist nicht schlecht.
59:54
Ich hatte mal einen Bekannten, der hatte die Telefonnummer 1618.
59:57
Deswegen weiß ich, dass es stimmt.
59:59
Sonst hätte ich mir das glauben müssen.
1:00:02
Aber ich weiß tatsächlich, Dominik, du hast recht.
1:00:07
Ich bin selber ziemlich überrascht,
1:00:09
wie weit er mit seinen Nachforschungen gekommen ist.
1:00:12
Ich weiß nicht, warum ich hier eine Buchseite stehen hab,
1:00:15
auf der irgendwie nix ist.
1:00:17
Na ja, vielleicht später.
1:00:19
Dass die Kinder im Märchen zweimal ausgesetzt werden,
1:00:23
ist jetzt mal nur der Vollständigkeit halber.
1:00:25
Das hat jetzt hier keine weitere Relevanz eigentlich.
1:00:28
Aber von dieser ersten Lichtung aus
1:00:30
findet Georg später dann auch eine zweite Lichtung.
1:00:33
Und von der aus ist es so,
1:00:36
dass in der Geschichte die beiden drei Tage lang durch den Wald irren.
1:00:39
Von dieser zweiten Lichtung aus.
1:00:41
Das kann man schlecht nachvollziehen.
1:00:43
Das kann man sehr schlecht nachstellen.
1:00:45
Vor allem 300 Jahre später, das dürfte echt schwierig werden.
1:00:48
Da sind wir doch jetzt bei den YouTubern.
1:00:50
Aus dem Märchen geht aber hervor,
1:00:52
dass zwischen Hexenhaus und Holzfällerhaus,
1:00:54
der Rückweg, den die dann einschlagen,
1:00:56
ein großes Wasser überwunden werden muss.
1:00:58
Das kann nur die Aschaf sein.
1:01:00
Weil da kommt ja irgendwie dieses Story noch mit dem Schwan.
1:01:04
Aschaf? Das hab ich auch noch nie realisiert.
1:01:07
Und aus der Tatsache, dass der Heimweg der Kinder
1:01:11
vom Hexenhaus hin nur wenige Stunden gedauert hat in dem Märchen,
1:01:14
daraus kann er zumindest so einen Suchbereich auf der Karte eingrenzen.
1:01:18
Das Zentrum liegt auf einem kleinen Hügel, die Eselthöhe im Spessart.
1:01:23
Da kann er jetzt so zumindest eine Karte grob einzeichnen,
1:01:27
ein Gebiet klarmachen, das so wenige Quadratkilometer groß ist.
1:01:31
Da ein Haus zu finden, ist immer noch nicht sehr wahrscheinlich.
1:01:34
So leicht wie eine Steckdornadel im Heuhaufen
1:01:36
oder ein Saarland in der Milchstraße.
1:01:38
Oder eine verlorene Expedition in Grönland.
1:01:40
Größige nach endbillig.
1:01:42
Übrigens, Radiokarbon-Datierung 46 gefunden.
1:01:48
Aus Oseks illustrierter Märchen-Ausgabe geht davor,
1:01:51
dass neben dem Haus auch ein Brunnen
1:01:53
und mehrere gemauerte Öfen stehen müssen.
1:01:55
Also es gibt schon quasi Merkmale,
1:01:58
die das vielleicht erleichtern, so ein Haus zu finden.
1:02:01
Und er überlegt sich jetzt, wenn er das jetzt absuchen müsste,
1:02:04
wie könnte man das angehen?
1:02:06
Und wissenschaftlich erteilt das Gebiet erst mal
1:02:08
in mehrere Planquadrate auf.
1:02:12
Und den Rest seines Lebens sucht er das jetzt ab?
1:02:15
Und dann fängt er an, die abzusuchen.
1:02:17
Und dann sucht er ...
1:02:19
Ist er verheiratet? Hat er Kinder?
1:02:21
Verheiratet ist er doch aus Duchtsuchtsuchten.
1:02:23
Ach so, ja, stimmt. - Keine Kinder.
1:02:25
Aber ich weiß, über seine Familie geht in dem ...
1:02:27
Vor allem, ich stell dir vor,
1:02:29
er hat ja auch schon ein paar Zuhörer, die sich umfügen.
1:02:32
Also er sucht weiter und noch weiter.
1:02:34
Und dann sucht er noch ein bisschen und dann noch mehr.
1:02:37
Und so vergehen die Jahre.
1:02:39
Und wenn er nicht gestorben ist, dann sucht er ...
1:02:41
Nein, Quatsch, er sucht einige Wochen lang.
1:02:44
Wir haben ihn jetzt zugeschalten. Wie der Skype-Call.
1:02:46
Einige Wochen lang. - Wer der sucht.
1:02:48
Dunkeln. - Sucht er jetzt seine Planquadrate ab.
1:02:50
So ein Livestream auf Twitch, der sagt, ich such das Pfeffergucken aus.
1:02:53
Und na ja, ich mein, wenn man so lange sucht,
1:02:55
muss man ja irgendwas irgendwann mal finden.
1:02:57
Am 10. Juli 1962 findet er eine Stelle,
1:03:01
die sehr gut zu den Beschreibungen und Illustrationen aus dem Buch passt.
1:03:05
# Das ist die perfekte Stelle, Stelle, Stelle, Stelle, Stelle.
1:03:08
Nein. - Das sieht ja aus wie aus dem Märchenbuch.
1:03:10
Oh mein Gott. - Völlig identisch.
1:03:12
Ich hatte gerade wieder zwei Bilder in die Höhe,
1:03:14
aus einem Reklameftchen, und die beiden machen sich darüber lustig.
1:03:18
Aber ich finde, man erkennt schon einen gewissen ...
1:03:22
Wenn ich mir denk, 300 Jahre, der wächst schon noch ein paar ...
1:03:25
Auch da ist es halt einfach ...
1:03:27
Wenn du mir einen Nachmittag bei uns im Reißfight gibst,
1:03:29
schließt du dir auch so ein Foto.
1:03:31
Also wenn ihr jetzt schon so kritisch seid,
1:03:33
ich weiß nicht, wo wir dann hier noch enden.
1:03:35
Vor allem später sind dann so Bilder, links so eine Hexe,
1:03:38
rechts so eine alte Frau, die dazu will im Wald spazieren.
1:03:41
Zufall oder nicht, auch in diesem Reklameftchen.
1:03:43
Also natürlich steht da kein Pfefferkuchenhaus.
1:03:45
Ja, noch nicht mal ein Salzteiggebäckgebäude.
1:03:47
Was war das? Ich dachte, wenn er einfach eine Frau verbrennen würde.
1:03:51
Das geht einfach über meinen Salzteigwitz weg.
1:03:53
Den hab ich mir sehr für mehr gegeben. - Nein, bitte sag noch mal.
1:03:56
Nein, ich hab gar nicht gegessen. - Nein, ich sag bitte noch mal.
1:03:59
Da steht weder ein Pfefferkuchenhaus noch eins aus Salzgebäck.
1:04:02
Das ist wirklich sehr lecker.
1:04:04
Wann hast du das letzte Mal Salzgebäck gegessen?
1:04:07
Ich werde mich nicht mehr zu diesem Witz nehmen.
1:04:09
Habt ihr mal was mit Salzteig gemacht?
1:04:11
Nicht, dass ich wüsste.
1:04:13
Ich hab ja auch von Salzteig gesprochen,
1:04:15
aber ihr habt ja nicht zugehört. - Jetzt mag ich den.
1:04:18
Aber ich fand Pfefferkuchen und Salzgebäck fast doch ein bisschen ...
1:04:22
Ja, aber ich fand Salzteig fand ich irgendwie nice.
1:04:24
Aber naja. - Ja, ist vorbei jetzt.
1:04:26
Im Gegensatz zu Pfefferkuchen,
1:04:28
das wäre viel cleverer aus Salzgebäck ein Haus.
1:04:31
Gibt's da nicht von Ralf Rute auch ...
1:04:33
Oder ist das Rute? Ist das nicht lustig?
1:04:35
So das alternative Haus aus Brokkoliere oder Rosenkohl?
1:04:39
Ich kenn nur das aus Aspik, eine Schweinskopfsozie.
1:04:42
Das werden die rufen. - Mit Fenster aus Aspik, so was.
1:04:45
Er zückt jetzt seinen Spaten und zieht einen Stichgraben
1:04:48
von Nord nach Süd durch das Gebiet.
1:04:51
20 Meter lang, einen halben Meter tief.
1:04:56
Vor allem, wie du das mitkriegst, als jemand vor Ort ist.
1:04:59
Schmeißt doch da Packungen Lebkuchen rein oder so was,
1:05:02
einfach, um den zu trollen.
1:05:04
Und dann buddelt er noch ein bisschen tiefer,
1:05:07
weil der erste Stichgraben hat jetzt so gar nichts.
1:05:10
Irgendwer plant an der Oberfläche, ist eh nix Interessantes.
1:05:13
Richtig. Er buddelt drei Tage lang.
1:05:16
Also deine Frage, wo wohnt er und was macht er eigentlich,
1:05:19
ist immer berechtigt. - Im Wald.
1:05:21
Und es ist ja auch ein "Wo kommt er gerade unter?"
1:05:24
Schließlich entdeckt er. - Aber ihr tut niemand weh.
1:05:27
Von allen Storys, die wir jetzt haben,
1:05:30
der buddelt ein bisschen. - Ich würde mir manchmal
1:05:34
dessen Hingabe wünschen.
1:05:36
Schließlich entdeckt er in einer Tiefe von 2,2 Kilometern
1:05:40
die Reste von einem Aldi-Packung Lebkuchen.
1:05:43
Zufall, ich glaube nicht.
1:05:45
Nein, die Reste einer Fettsteinmauer.
1:05:48
Nach einer Woche hat der Buddler... - Aber ist die aus Lebkuchen?
1:05:51
Grüße gehen raus.
1:05:53
Nach einer Woche hat der Buddler ein Fundament freigelegt.
1:05:58
Der ist vom Podcast von der Buddler.
1:06:00
Ossi gräbt es großflächig aus und beginnt zu rekonstruieren,
1:06:04
was da mal vielleicht für ein Haus drauf gestanden ist.
1:06:07
Eine Schleckerfiliale.
1:06:10
Richtig schlecht.
1:06:12
Schlecker bei mir. - Es ist ein Fundament aus Bruchsteinen.
1:06:17
Darauf muss ein Mauerwerk aus Lehm gestanden haben.
1:06:20
Dazu Eichenbalken als Stützen.
1:06:22
Ein richtiges, klassisches... - Wo sind die Lebkuchen?
1:06:25
Oberhessisches Fachwerkhaus.
1:06:27
Keine Lebkuchen. Sorry.
1:06:31
Es ist nur ein Raum, nicht unterkellert.
1:06:33
Warte mal, ich hab hier noch eine Zeitenzahl.
1:06:35
Und gibt's einen Verlies?
1:06:37
Verlies, Navi, das...
1:06:40
* Er singt die Lied-Song-Song *
1:06:42
Moment, ich muss jetzt mal gucken.
1:06:44
So ungefähr könnte das vielleicht mal ausgesehen haben.
1:06:48
Kleine Frage. - Jürgen zeigt ein Haus.
1:06:50
Kleine Frage. - Fachwerk.
1:06:52
Ist das Modellhäuschen aus Lebkuchen? - Nein.
1:06:57
Dann will ich das gar nicht sehen.
1:06:59
Dann sag ich dir später, was das ist.
1:07:01
Schau gar nicht hin. - Das interessiert mich nicht.
1:07:04
Hier steht "Das Haus auf dem Engelsberg Maßstab 1/60".
1:07:07
Oseck... Nee, Moment.
1:07:09
Er findet erst noch was.
1:07:11
Er findet nämlich eine Tür. - Ich finde das richtig doof.
1:07:15
Was ist denn mit euch heute los, ey?
1:07:18
Ich komm mir langsam echt ein bisschen blöd vor.
1:07:21
Wir haben uns lustig gemacht über den Mann.
1:07:23
Die Reißkette ist jetzt schon wirklich erschlagend.
1:07:26
Er findet eine Türange, eine Eingangstür.
1:07:29
Und das sieht so aus,
1:07:31
als wäre diese Türange mit Gewalt aufgebrochen worden.
1:07:34
Das müssen Kinder gewesen sein.
1:07:36
Ich erinnere, der muss mindestens 34 sein.
1:07:41
Oseck greibt weiter.
1:07:43
Jetzt sucht er punktuell in die Tiefe.
1:07:46
Er beginnt auf so einer kleinen Anhügelung, Anhöhe,
1:07:52
wo er die Öfen vermutet.
1:07:54
Also, sollte die Geschichte wahr sein,
1:07:58
müssten da Öfen sein.
1:08:00
Am 15. Juli stößt er an der vermuteten Stelle
1:08:02
in 2 m Tiefe auf... - Öfen?
1:08:04
... ein Skelett. - Nein!
1:08:06
Die Hexe! Weiblich.
1:08:08
Bitte sag mir, dass da jetzt ein Bild von einem Skelett drin ist
1:08:11
und von einer Hexe im Reckla-Mäpfchen.
1:08:16
Ihr ahnt sich nicht, was die Jüngen zeigen.
1:08:19
Aber ein Bild vom Skelett. - Okay.
1:08:21
Ich musste nicht mal blättern.
1:08:23
Aber da ist nicht ein Bild von der Hexe auf der anderen Seite,
1:08:27
so zum Vergleich wie gerade bei diesem Wald.
1:08:29
Die Hexe ist doch verbrannt im Ofen.
1:08:33
Aber sind die Knochen auch verbrannt?
1:08:35
Fast noch interessanter ist der Fund, den er macht,
1:08:38
als er von der Ostseite des Fundaments weiter nach außen gräbt.
1:08:41
Denn da findet er eine eiserne Kleine.
1:08:43
Eine kleine Truhe.
1:08:45
Jetzt wird's spannend. In der Truhe.
1:08:47
Ist eine kleine Fell... Äh, eine kleine Fellkappe.
1:08:52
Mehrere schwerzliche Bruchstücke.
1:08:55
Möglicherweise Lebkuchen.
1:08:57
Was? Lebkuchenbruch, oder was?
1:09:01
Er findet Lebkuchenbruch der Firma Schmidt Lebkuchen.
1:09:04
Und ein handgeschriebenes Rezept.
1:09:06
Dazu gleich mehr. - Ich liebe es!
1:09:08
Ich liebe es! Wie geil ist das?
1:09:10
Er gräbt wie ein Bessessen.
1:09:12
Mir gefällt der Gedanke, dass die Hexe
1:09:14
ein handgeschriebenes Rezept von ihren Lebkuchen hat.
1:09:17
Er gräbt wie ein Bessessen. Die Ärzte ist er wirklich und feiern.
1:09:20
Jetzt will er auch noch den Stall finden auf der Märchen.
1:09:23
Aber den Stall findet er nicht.
1:09:26
Details, Details.
1:09:28
Er vermisst jetzt auch noch das Gelände aufs Genaueste.
1:09:32
Und schüttet dann seine Suchgräben wieder zu.
1:09:35
Also Fundament und so lässt er natürlich rum.
1:09:38
Niemand soll davon erfahren.
1:09:40
Er hat sich dann durch den Wald gezogen.
1:09:43
Wenn so ein Förster vorbei kommt, was ist denn da los?
1:09:46
Das schüttet er erst mal wieder zu.
1:09:48
Er schreibt in sein Tagebuch.
1:09:50
"Auf den ersten Blick stimmt alles."
1:09:52
Das einsame Haus. - Auf den ersten Blick.
1:09:55
Skelett im Backofen.
1:09:58
"Also ist die Hexe doch verbrannt worden?"
1:10:00
"Ein mögliches Motiv wären die Kästen mit Perlen und Edelsteinen,
1:10:03
die in allen Ecken standen."
1:10:05
Das ist der Zitat aus dem Märchen.
1:10:07
"Aber wie kommt es dann, dass ich gar keinen Edelstein fand,
1:10:10
der Fundamente um und umgewühlt war?"
1:10:12
Hansel und Gretel sind zurückgekommen, haben hier ausgeräumt.
1:10:15
War das nicht... - Raubmord.
1:10:17
Gab es nicht so einen weirden B-Movie?
1:10:20
Irgendso... - Ja.
1:10:22
Gibt es einen weirden B-Movie?
1:10:24
Wie hieß das? - Hansel und Gretel?
1:10:27
Irgendwas gab es da.
1:10:30
Hätte es mit dem Hawkeye-Darsteller sogar.
1:10:33
Das war ziemlich hoch produziert.
1:10:35
Aber so als B-Movie-Stil. - So Splatter.
1:10:38
Hansel und Gretel Witch Hunters, oder? - Ja, irgendwie so.
1:10:41
Ossack stellt fest, dass weitere Untersuchungen angebracht werden.
1:10:46
Er aber überfordert ist an der Stelle.
1:10:48
Hansel und Gretel Witch Hunters.
1:10:50
Er stellt sich jetzt ein Team zusammen.
1:10:52
Die besten der besten. - 60 % Rotten Tomatoes.
1:10:54
Das habe ich nur so formuliert.
1:10:56
Er wendet sich ans anthropologische Institut der Universität.
1:10:59
Er fragt den Achtjährigen wieder. - Nein.
1:11:02
Er lässt es jetzt wieder frei.
1:11:04
Er fragt Professor Albert Vermeulen
1:11:06
von dem anthropologischen Institut der Universität Leyen.
1:11:09
Der für ihn das Skelett weiter untersucht.
1:11:12
Und der kommt zu dem Schluss.
1:11:14
Es ist wohl Gretel. - Gretel, tatsächlich.
1:11:31
Einzelne Funde schickt Ossack
1:11:33
an die Polytechnische Versuchsanstalt in Erbenheim
1:11:36
zu Dr. Hartley Petschow.
1:11:38
Oder ist es eines der Kinder, die die Hexe vorgefressen hat?
1:11:42
Ihr stellt die falschen Fragen.
1:11:44
Valide Fragen an dieser Stelle. - Wer profitiert davon?
1:11:47
Kui bono. - Valide Fragen an dieser Stelle,
1:11:49
die ich gelten lasse. Unter anderem, was ist eine Hexe?
1:11:53
Dieses ganze Hagen, Nasen, Katzenbuckel, Quatsch.
1:11:57
Das ist natürlich alles moderne Interpretation.
1:12:00
Hexen, wie sie früher bezeichnet wurden,
1:12:03
waren oft hübsche junge Frauen.
1:12:06
Klar, bei einer Hexenverfolgung spielte oft Neid eine große Rolle.
1:12:10
Eine andere Frage, die man sich stellt,
1:12:12
was macht so eine Frau allein im Wald in so einem Haus?
1:12:15
Tatsächlich wurden Hexen in der Geschichte
1:12:17
meistens in Dörfern aufgegriffen oder in irgendwelchen Siedlungen.
1:12:21
Dass die alleine im Wald gewohnt haben, ist sehr merkwürdig.
1:12:25
Und gerade in Zeiten des Dreißigjährigen Krieges
1:12:29
war es nicht möglich, so für eine Frau allein zu wohnen.
1:12:32
Also abseits der Siedlung.
1:12:34
Und Ossek kommt eigentlich auf nur eine Antwort,
1:12:38
oder einen Schluss, den das Ganze zulässt.
1:12:40
Das war eine Frau, die etwas verbergen wollte.
1:12:43
Kann gar nicht anders sein.
1:12:45
Es sieht nämlich nach seiner völlig objektiven Einschätzung so aus,
1:12:48
als wäre diese Frau tatsächlich die Hexe aus dem Märchen.
1:12:51
Nur, dass sie überwältigt und vermutlich erwürgt worden war.
1:12:54
Also das ist schon mal ein Unterschied zum Märchen.
1:12:57
Und eine Gretel kann das kaum alleine bewerkstelligt haben.
1:13:01
Es braucht mindestens mal die starken Händel eines Hänsels.
1:13:08
Die starken Hände eines Hänsels.
1:13:11
Im Märchen ist es ja so, dass der Hänsel irgendwie eingesperrt ist
1:13:14
und die Gretel in den Ofen.
1:13:16
Und das ist ja so verdammt sexy, dieser Hänsel.
1:13:21
Und das mit dem Leb...
1:13:23
Ich mach einfach weiter, ich lass mich nicht beirren.
1:13:26
Also das ist Quatsch, ich glaub, das ist relativ naheliegend.
1:13:29
Aber ein Hänsel und seine Schwester könnten eventuell
1:13:32
einfach vom Hunger getrieben hier fantasiert haben an der Stelle.
1:13:36
So, weißt, ein Haus aus Lebkuchen.
1:13:38
So wie mit dem süßen Brei.
1:13:40
Oder das ist halt einfach nur was, was später in so einer Geschichte
1:13:44
irgendwann mal dazugekommen ist, kann natürlich auch sein.
1:13:47
Und Ossek glaubt eigentlich auch,
1:13:49
dass die Geschichte sich eh ein bisschen anders zugetragen hat.
1:13:52
Weil es sieht für ihn so aus,
1:13:54
dass die Hände von einem Schurstracks zu diesem Haus gekommen hätten,
1:13:57
hätten da die Tür aufgebrochen und diese Frau erwürgt.
1:14:00
Also es ist jetzt nicht so, weiß nicht, mehrere Tage einsperren.
1:14:04
Bisschen Opfertäterrolle umkehren. - Genau.
1:14:09
Er hat zwar jetzt diese Theorie, aber er hat noch keine richtige...
1:14:12
Er hat noch kein richtiges Motiv, es gibt noch keine richtige...
1:14:15
Also er kann das noch nicht richtig einordnen.
1:14:17
Und was hat diese Kiste mit den Backsachen damit zu tun?
1:14:21
Das ist auch sehr, sehr merkwürdig.
1:14:23
Er geht in die Technische Versuchsanstalt
1:14:25
und nimmt dort das Rezept weiter unter die Lupe.
1:14:28
Du lachst, ja. - Find ich so witzig,
1:14:30
wenn er einfach Millionen machen würde mit dem Rezept.
1:14:33
Er backt es nach und vergleicht das Ergebnis mit diesen Bruchstücken,
1:14:36
die er da gefunden hat.
1:14:38
Ist jetzt nicht dein Ernst, dass dann rauskommt,
1:14:40
dass es einfach so ein geiles Lebkuchenrezept ist?
1:14:42
Er hat jetzt ohne Nürnberger Lebkuchen gebacken.
1:14:45
Ein damals geheim gehaltenes Rezept. - Nein!
1:14:48
Spezialzutat Hirschhornsalz.
1:14:51
Damals war das halt... - Wirschhorn.
1:14:54
Das war so das, was den Unterschied gemacht hat.
1:14:57
Also sozusagen, wenn du...
1:14:59
In den meisten Sachen nimmt man heute Backpulver,
1:15:02
oder wenn es ein Hefeteig ist Hefe, aber Hirschhornsalz,
1:15:05
hat eine ähnliche Funktion wie Backpulver.
1:15:07
Aber ist das jetzt der Moment, wo du wie bei...
1:15:09
Du bist jetzt quasi Zeitverbrechen. - Ach, Verbrechen.
1:15:12
True Crime. - Vor allem wir haben sonst nie Verbrechen.
1:15:15
True History Crime. - Wir haben Gehbrechen und Zeitbrechen.
1:15:18
Dominik bricht ab und zu.
1:15:20
Die haben sich jetzt die Zähne abgelöst. - Rausbrechen.
1:15:23
Reinbrechen. Durchbrechen.
1:15:26
Aber auf jeden Fall erst ein ganz heißes Eisen auf der Boden.
1:15:29
Ist das jetzt schon das Geheimnis der Hexe?
1:15:31
Dieses Rezept vielleicht? Musste sie deshalb sterben?
1:15:36
Osegg spinnt ein mögliches Motiv.
1:15:38
Er kommt drauf, es könnten konkurrierende Zuckerbäcker sein,
1:15:41
die scharf auf so ein Rezept sind vielleicht.
1:15:43
Ich muss gerade an Shrek denken.
1:15:45
Wie dieser Lebkuchenbuch hier in diesem schönen Leb...
1:15:48
In diesem schönen Reclam-Büchlein führt er an,
1:15:51
dass in der Geschichte schon öfter aus kulinarischen Motiven
1:15:55
heraus Morde verübt wurden.
1:15:58
Es ist nicht komplett absurd. - Aber halt nur in Frankreich.
1:16:01
Ja, ja, ja. Aber immerhin. - Sollen sie doch Brioche essen.
1:16:05
Für ihn ist das schon nicht so eine Art...
1:16:07
Das ist gar nicht mal unwahrscheinlich Pseudo-Beweis.
1:16:10
Also ein bisschen dünn, aber...
1:16:12
Was seine These außerdem stützt,
1:16:14
ist, dass zwar der Adel im Barock dauernd am Fressen war,
1:16:17
aber für das gemeine Fußvolk
1:16:19
war tatsächlich einfacher Hirsebrei die Hauptnahrungsquelle Nr. 1.
1:16:23
Seiner Theorie nach, wenn jemand wirklich in der Zeit
1:16:26
jemand aus dem einfachen Volk ein Lebkuchen-Rezept gehabt hätte,
1:16:30
das ist so ähnlich wie, wenn der Alchemie beherrscht hätte.
1:16:33
Also was irgendwie völlig... - Aber akut.
1:16:37
Aber andersrum, der kann sich die Zutaten niemals leisten.
1:16:42
Also das ist wie, wenn ich jetzt hier ein Rezept gebe, oder irgendwie einen...
1:16:46
Ja, hier ist eine Anleitung für einen Supra-Leiter.
1:16:49
Du brauchst nur einen Kernspin-Turmograph daheim.
1:16:52
Also so 1.000 Sachen, wo du sagst,
1:16:54
im Leben kann ich mir das nicht mehr leisten.
1:16:56
Wir arbeiten hier mit Thesen.
1:16:58
Wir arbeiten hier mit Annahmen.
1:17:00
Es gibt natürlich Einwände und es gibt auch Frühe, die dir dagegen springen.
1:17:04
Auf der anderen Seite, natürlich, das Bild passt trotzdem.
1:17:07
Es ist ja trotzdem dieses Wissen, die ja wieder viel wert.
1:17:11
Ozec will jetzt herausfinden, wer diese Frau war.
1:17:14
Das ist ja auch ein bisschen so ein bisschen so ein bisschen so...
1:17:17
Und was macht man also?
1:17:19
Man schaut sich die Prozessakten vergangener Hexenprozesse an.
1:17:24
Jetzt gab es da aber so eifrige Richter,
1:17:26
die in ihrer Karriere mehrere 10.000 Hexen abgestraft haben.
1:17:29
Das ist dann schon relativ viel zu lesen.
1:17:31
Aber jetzt kommt das ins Spiel, was ich vorhin gesagt habe,
1:17:34
der Ausspruch "Knusper, Knusper, Knäuschen"
1:17:37
lässt sich regional ganz gut eingrenzen.
1:17:40
Weil das eigentlich gar nicht der richtige fränkische Dialekt ist
1:17:44
oder der da, ich weiß nicht, was das für ein Gebiet ist,
1:17:47
gar nicht Franken, das ist irgendwie Rheinhessen oder irgendwas.
1:17:50
Sorry, wenn ich jetzt völlig daneben lieg.
1:17:52
Aber eigentlich ist der... - Gerne unter der Folge kommentieren.
1:17:55
Genau, also Knusper, Knusper, Knäuschen
1:17:57
lässt sich ziemlich nahe auf Wernigerode eingrenzen.
1:18:00
Weil wenige Kilometer weiter hätte es nicht Knäuschen, sondern Gneischen
1:18:04
und auch nicht Knusper, sondern Gnubber heißen müssen.
1:18:07
Also so ähnlich, aber nicht ganz das Richtige.
1:18:10
Übrigens, die interessante Diskussion an der Stelle
1:18:13
war das Knäuschen, die Ecke vom Brot, wie heißt die bei euch?
1:18:16
Das hatten wir neulich erst. - Ja.
1:18:18
Hat man neulich erst. - Okay, dann halt nicht.
1:18:22
Ich glaube, Knatzler hat man. Was hat man alles für...
1:18:25
Riftler heißt das bei uns tatsächlich.
1:18:27
Was mir aber nicht klar war, Knäuschen, der Brotrest
1:18:30
und der Begriff "Knausern" bedeutet quasi am Brotsparen.
1:18:33
Also das hängt zusammen wortstammmäßig.
1:18:36
War mir nicht bewusst, hab ich gelernt.
1:18:39
Unser Aussicht tingelt jetzt nach Wernigerode.
1:18:42
Das sei schon mal verraten.
1:18:44
Dann auch später nach Thüringen, Nürnberg,
1:18:47
quer durch Heimatmuseen, Klosterarchive, Bibliotheken,
1:18:50
bis ins Germanische Nationalmuseum.
1:18:52
Also, wo ich höchsten Respekt hab, wie systematisch die Sache angeht.
1:18:56
Krass, ne? Und natürlich wird er fündig.
1:19:00
Im Archiv von Wernigerode ist tatsächlich ein Entwurf
1:19:03
für ein Flugblatt zu finden mit dem Titel.
1:19:06
"Wirkliche und akkurateste Beschreibung
1:19:09
der hochnotpeinlichen Befragung
1:19:11
Datum ungefähr 1650."
1:19:14
Hochnotpeinlich? - Ja, mit Y, also peinlich.
1:19:18
"Dieses Papier dokumentiert einen Hexenprozess,
1:19:21
der einige Jahre vorher..."
1:19:23
Also vor dem Datum, an dem es niedergeschrieben wurde.
1:19:26
"Dieses Papier dokumentiert einen Hexenprozess,
1:19:29
der einige Jahre vorher in Wernigerode stattgefunden hat.
1:19:33
Angeklagt war eine Katharina Schraderin,
1:19:35
die mit dem Teufel im Bunde gestanden haben soll."
1:19:38
Das ist ein Backwerk. - Okay.
1:19:41
Bei mir im Edeka ist der Teufelsberg nervös.
1:19:44
Osegg ist sicher die Bewohnerin dieses Hauses,
1:19:47
das er im Wald gefunden hat.
1:19:49
Das muss die Hexe sein.
1:19:51
Aber warum wird die in dem Ofen verbrannt,
1:19:55
mitten im Wald, da wo die wohnen?
1:19:57
Das sind wir noch nicht. Aber das passt schon mal zusammen.
1:20:01
Und jetzt, wo er nämlich den Namen hat,
1:20:04
kann er in den Archiven noch viel konkretere Schätze erheben.
1:20:07
"Wir müssen uns mit den Schradern
1:20:09
und den Schradern der Katharinas Leben nachstellen."
1:20:14
Ich würde sagen, jetzt klingt das ein bisschen wie ein
1:20:17
"Ich mach das jetzt alles nach und lebe so wie die gelebt hat,
1:20:20
damit ich den Ort wiederfinde".
1:20:22
Dieses Method-Acting, was man mit dem Kind gemacht hat,
1:20:25
macht ihr jetzt mit der guten Frau.
1:20:28
"Geboren 1618 als siebtes Kind eines Köhlers
1:20:31
zur Wernigerode im Harz.
1:20:33
Mit 16 tritt sie in den Dienst eines Abts
1:20:36
und war dort in der Küche.
1:20:38
In der Zeit, das ist auch verbrieft,
1:20:40
ist dort ein türkischer Patissier zugegen,
1:20:43
von dem sie vermutlich die Anregung mit den Lebkuchen erhalten hat.
1:20:47
In den Folgejahren bietet sie auf den Märkten in der Region
1:20:51
Lebkuchenfeil, unter anderem nahe des schönen Brunnen in Nürnberg.
1:20:55
Dort soll sie dem herzüglichen Hofbäcker Hans Metzler
1:20:58
aufgefallen sein, der prompt einen Heiratsantrag gemacht hat."
1:21:02
Nachdem oder bevor er probiert hat?
1:21:04
Nachdem, denn sie lehnt ihn ab, weil sie sicher ist,
1:21:07
er ist nur auf ihre Backwarnschaf.
1:21:09
Hallo, Peter Fox.
1:21:11
Grüße, geht raus.
1:21:13
Der hat in dem Song ...
1:21:15
So, Peter Fox, der zuhört.
1:21:20
Der hat eine sehr passende Zeile in ...
1:21:23
Wie heißt denn das Song?
1:21:25
"Ich bin nur auf deine Backwarnschaf".
1:21:27
Das ist ein guter Liedtitel.
1:21:29
Wie heißt denn das?
1:21:31
"Baby, zeig mir dein Gepäck. Baby, schüttel, buk und heck."
1:21:36
Dieser Metzler lässt nicht locker,
1:21:38
von einem einfachen Nein lässt er sich nicht aufhalten.
1:21:41
Sie sieht sich gezwungen, aus der Gegend zu fliehen,
1:21:44
zurück in die Heimat nach Wernigerode.
1:21:46
Sie müsste aus der Gegend fliehen, weil er nicht Ruhe gibt.
1:21:52
Wenn ein Typ mir zur Einfluss ankommt.
1:21:56
Selbst in Wernigerode ist sie nicht so richtig sicher.
1:21:59
Sie flieht von da aus in dieses einsame Häuschen im Wald.
1:22:02
Sie kann es hier nun umbauen, lässt da quasi Backöfen installieren.
1:22:06
Sie backt dann fortan hier ihre Lebkuchen.
1:22:10
Sie erfindet sogar fast wöchentlich neue Variationen.
1:22:13
Zum Beispiel die Merseburger Muskatlebzelten,
1:22:16
den kandierten Sirupkuchen und den gefüllten Honigkuchen usw.
1:22:19
Sie versorgt damit die Märkte im Umkreis.
1:22:22
Aber, so belegen es Lieferantenrechnungen,
1:22:26
die Ossig in diversen Klöstern ausbuddelt,
1:22:29
aber auch Abteien und Klöster zwischen Fulda und Mainz.
1:22:32
Dieser Erfolg ist dem Hofbäcker Metzler nun ziemlich zuwider.
1:22:35
Und, na ja, was macht man dann?
1:22:39
Nein, er zeigt sie als Hexe beim Gelnhäusner Stadtschulthalzen an.
1:22:42
Was man so macht in der damaligen Zeit.
1:22:44
Es ist einfach arschig, aber es ist so.
1:22:46
Das haben Leute gemacht vor Neid.
1:22:48
Es folgt ein Verhör,
1:22:50
von dem wir über das besagte Flugblatt erfahren.
1:22:53
Ich erspare euch die Zitate in dem lustigen, altdeutschen Slang.
1:22:56
"Aber trotz peinlichster Fragen, trotz vehementester Vorwürfe,
1:23:00
trotz Andeutung und Durchführung von Fulda mit Daumenschrauben,
1:23:03
bleibt Katharina bei ihrer Unschuld
1:23:05
und so wird sie nach Recht und Gesetz freigelassen."
1:23:12
Wenn die vor Gericht nach Fulda und allem immer noch unschuldig wird.
1:23:15
Ich meine, die meisten Hexenprozesse hatten wir gerade.
1:23:18
Gab es auch solche und solche.
1:23:20
Die waren da eigentlich schon durch mit den ganzen Hexenverfolgungen.
1:23:23
Also nicht durch, aber der ...
1:23:25
Ich wollte sagen, das ging noch ziemlich lang.
1:23:28
Die Schuhe in der Normalverteilung, den haben wir schon hinter uns.
1:23:31
Und es gab es schon.
1:23:33
Es gab Leute, die auch wieder freigesprochen wurden.
1:23:36
Die meisten haben bei der Andeutung von Daumenschrauben
1:23:39
schon klein beigegeben. - Natürlich.
1:23:41
Aber nicht Katharina. - Ganz ehrlich?
1:23:45
Aber unterschätze ich das jetzt gerade?
1:23:47
Was macht man denn da?
1:23:49
Komm, wir gehen mal in die Lochgefängnisse.
1:23:51
Dann zeige ich dir das mal.
1:23:53
Also wird einfach hier zugedreht an den Daumen.
1:23:55
Dann drückt man weiter und weiter.
1:23:57
Der Punkt ist hier nicht, dass die Daumen kaputt gehen.
1:24:01
Sondern dass die halt ... - Aber die sind danach hin?
1:24:04
Der Punkt ist sozusagen ...
1:24:06
Ich weiß nicht im Detail, aber der Punkt von Folter ist halt ...
1:24:09
Oder von solcher Art von Folter ist ja,
1:24:11
du kriegst permanent Schmerzen, es hört einfach nicht auf.
1:24:14
Und wenn es gerade mal nachlässt, dann dreht jemand weiter.
1:24:17
Dass der Schmerz nicht aufhört.
1:24:19
Diese Aussicht ... - Aber wenn die Alternative ...
1:24:21
Wenn du dann sagst, nein, dann bringt mich nicht mehr um.
1:24:24
Das ist jetzt echt grausig, was ich da sage.
1:24:26
Aber so ist ja das Konzept von Folter.
1:24:28
Und da gibt es ja noch viel schlimmere Dinge als Daumenschrauben.
1:24:33
Und das ist schon schlimm.
1:24:35
Das ist ja auch genau der Punkt, warum Folter ...
1:24:37
Im letzten Jahr mindestens 2 oder 14.000 Minuten mit und ach verbracht.
1:24:40
Ich hab mir die Tage hier mit der Brotschneidmaschine ...
1:24:43
Mit der Brotschneidmaschine so einen Millimeter hier in den Finger geschnitten.
1:24:46
Das tut mir seit Tagen unglaublich weh.
1:24:48
Das dauert leider lang, das hab ich auch mal gemacht.
1:24:51
Ich wollte damit jetzt eigentlich sagen,
1:24:53
dass wir unfassbare Dinge Menschen durchleiden können.
1:24:56
Hier letzte Folge. - Und wir haben einiges so was rum.
1:24:59
Wie oft betone ich denn bitte, dass es nicht mein Leben wäre.
1:25:02
Ich hab hier so einen Schnitt im Finger. - Ich puste gleich, okay.
1:25:05
Schau mal, wie tief das jetzt immer noch ausschaut.
1:25:09
Oh Gott. - Naja, der Rest, Geschichte.
1:25:11
Hans Metzler ist unglücklich über das Urteil.
1:25:14
Außerdem ist er nach wie vor scharf. Also aufs Rezept.
1:25:17
Und ich weiß noch nicht, ob es euch aufgefallen ist.
1:25:20
Aber er ist nicht morant, der Tiger. - Hans ...
1:25:23
Er nimmt jetzt seine Schwester mit, die da heißt ...
1:25:26
Gretel ist nicht dein Erster. - Grete.
1:25:28
Und die beiden marschieren durch den Wald zu dem Häuschen der Baggerhäck.
1:25:32
Aber jetzt ist der Moment, wo man sagen muss,
1:25:35
der Typ hat einfach recht.
1:25:37
Das ist wirklich die Origin-Story von Hans-Luk Gretel.
1:25:40
Oder es ist einfach nur ein Zufall. Aber es ist eine geile Story.
1:25:43
Die Sache mit den Eltern und den Brotkrumeln
1:25:46
ist sehr wahrscheinlich komplett erfunden.
1:25:49
Die Sache mit den Steinen und dem angebundenen Ast ...
1:25:52
Das hat sich sehr flingsgedreht.
1:25:54
Das mit dem Ast und dem Strick, das hat er nicht so richtig losgelassen.
1:25:58
Er kommt zu dem Schluss, wenn das mit den Eltern erfunden ist,
1:26:01
gibt es keinen Sinn.
1:26:03
Aber das haben die womöglich gemacht, um die Tiere zu verscheuchen.
1:26:07
In der Nacht, wenn da was klappert.
1:26:09
Um sich da Tiere vom Leib zu halten.
1:26:11
Jedenfalls gelangen die beiden dann zu dem Haus von Katharina Schraderin.
1:26:15
Schlagen die Tür ein, erwürgen die Lebkuchenbäckerin,
1:26:18
schleifen sie zu einem ihrer Öfen, wo sie sie verbrennen wollen.
1:26:21
Schreien sie das Haus auf der Suche nach dem Rezept auf dem Kopf.
1:26:24
Sie finden es aber nicht.
1:26:26
Der Hans nimmt dann einige Lebkuchen und Zutaten mit.
1:26:29
Das war auch eine wilde These.
1:26:31
Wenn du mich jetzt umbringen würdest,
1:26:33
in der Hoffnung, ein Wissen von mir zu finden,
1:26:36
das würdest du schon aufgeschrieben haben.
1:26:39
Ich weiß auch nicht.
1:26:41
Das hätte ich dann auch mit Folter versucht.
1:26:44
Aber es lässt sich schwer nachzuvollziehen,
1:26:46
wie das genau gelaufen ist.
1:26:48
Das ist die Rekonstruktion des Ganzen.
1:26:50
Der hat dann die Lebkuchen und Zutaten mit.
1:26:52
Er versucht, dieses Rezept nachzubacken,
1:26:54
was ihm einerseits mit mäßigem, andererseits mit durchschlagendem Erfolg gelingt.
1:26:58
Weil es keine Konkurenz mehr gibt.
1:27:00
Es kommt nicht ans Original ran.
1:27:02
Aber es gibt keine Konkurenz mehr.
1:27:04
Von da an tritt der Lebkuchen in Nürnberg seinen Siegeszug an.
1:27:08
Natürlich gibt es Lebkuchen schon länger.
1:27:12
Aber die moderne Variante des Nürnberger Lebkuchens
1:27:15
nimmt da seinen Anfang.
1:27:17
Ich will nicht sagen, dass es nur auf den zurückzuführen ist.
1:27:20
Ich habe all die Zeit eine Lüge gegessen.
1:27:23
Ich habe Lebkuchen dabei, soll ich mich erholen?
1:27:25
Ich habe immer gedacht, es kommt aus Halsbronn.
1:27:28
Die packen nach Originalrezept von was weiß ich was aus dem Kloster.
1:27:31
Aber so kann man sich irren.
1:27:34
Spannend, Hans und Grete werden für diese Tat vor Gericht gestellt.
1:27:37
Aber freigesprochen.
1:27:39
Die Unterlagen sind ziemlich dürftig.
1:27:41
Aber es sieht so aus, als wäre das ein Fall von Notwehr gegen eine Hexe.
1:27:46
Auch wenn die eigentlich gar keine ist.
1:27:48
Das ist freigesprochen, aber vor Gericht ist das doch eine Ausrede.
1:27:51
Hans bringt das später im Leben sogar noch bis zum Stadtrat.
1:27:54
Aber er hat eine viel Mütze aus einer Maus.
1:27:57
Ich glaube nicht.
1:27:59
Diese Geschichte gelangt über Landknechte bis ins 19. Jahrhundert.
1:28:03
Und so zu den Gebrüdern Grimm.
1:28:05
Es ist ein Brief belegt von einem Bruder an den anderen.
1:28:08
Wo er sich auf diese Geschichte bezieht.
1:28:11
Aber sie als zu blutunstig für die Märchensammlung bezeichnet.
1:28:14
Und ... Ups, Entschuldigung. Das Schnitzel will sich wieder entheilen.
1:28:20
Es wird dann für das Märchen, wie es in der letztendlichen Form erscheint,
1:28:25
wird das Bild der Hexe etwas nachjustiert.
1:28:27
Aus Hänsel und Gretel werden keine Mitreisiger,
1:28:30
sondern kleine Kinder gemacht. Und tada, fertig ist das Märchen.
1:28:33
Und halt mal die Helden statt den Schurken.
1:28:38
Die Geschichte ist aber auch, als die Grimms die Hexe,
1:28:41
noch immer brutaler als die heute bekannte Version.
1:28:44
Da hat dann noch ein Komponist namens Engelbert Humperding
1:28:47
seine Finger mit dem Spiel.
1:28:49
Kann man diese Originale eigentlich lesen?
1:28:52
Du kannst ... Ja, ein, du kannst gucken.
1:28:55
Es gibt ... Wie heißt denn das noch mal?
1:28:59
Es gibt ja Wikipedia und Wikimedia,
1:29:02
die sozusagen die Dachorganisation des Ganzen ist.
1:29:05
Und unter dem Label gibt es noch ein paar andere Wiki,
1:29:08
zum Beispiel Wiki Books und so weiter.
1:29:10
Und ich glaube, dass es die Grimms-Märchen da drin auch gibt.
1:29:13
Und du kannst immer nachgucken, welche Edition.
1:29:16
Weil ganz viele der Märchen sind auch dann, na ja,
1:29:19
in mehreren Revisionen aufgeschrieben.
1:29:21
Die unterscheiden sich auch drastisch.
1:29:23
Und du kannst auch nachgucken,
1:29:25
manche Märchen sind aus diesen Märchensammlungen,
1:29:28
die sozusagen, heute würde man sagen, in Ausgaben,
1:29:31
niedergeschrieben worden sind, rausgeflogen.
1:29:35
Und manche wurden wieder reingenommen.
1:29:38
Dieser Humbert-Ding, von dem ich gerade geredet habe,
1:29:41
der hat dann später eine Oper aus dem Märchen gemacht.
1:29:44
Und in dieser Oper "Hänsel und Gretel"
1:29:46
wird aus den bösartigen Eltern zwei arme Besenbinder.
1:29:49
Und aus dem Aussetzen im Wald
1:29:51
wird ein harmloses Verlaufen quasi beim Erdbeer pflücken oder so.
1:29:55
Auch die Geschichte verändert sich dann ja im Laufe der Jahrzehnte
1:29:59
und Jahrhunderte noch.
1:30:01
Die Geschichte wird euch die Siege geschrieben.
1:30:04
Wenn man die Funde weiter auswertet, erreicht ihn einen Ruf aus Frankfurt.
1:30:08
Da hat jemand in einem alten Eichenbalken
1:30:11
eine merkwürdige Schnitzerei entdeckt.
1:30:13
Das findet Ossig auch wahnsinnig spannend.
1:30:15
Ich überspringe jetzt Monate und Jahre.
1:30:17
Nach einiger Recherche kann er diesen Eichenbalken
1:30:20
dann auch noch dem Märchen Hans im Glück zuordnen.
1:30:23
Das ist aber noch ein bisschen weiter entfernt.
1:30:26
Als das hier mit Hänsel und Gretel.
1:30:28
Als Sechstes schaut er sich Frau Trude an.
1:30:30
Er weiß es zu dem Zeitpunkt noch nicht,
1:30:33
die Erste in der Archäologie zu werden.
1:30:35
Die Frankfurter Rundschau lobte in der Ausgabe vom 21. Dezember 1963
1:30:39
die "Gründlichkeit, mit der das erste Märchenarchäologische Werk
1:30:43
der Weltgeschichte verfasst wurde".
1:30:45
Also dieses Buch hier.
1:30:47
Sollte eine tiefergehende Untersuchung die Aussagen des Buches bestätigen,
1:30:51
so sei der Verfasser als erster Ordinarius
1:30:54
eines Lehrstuhls Märchenarchäologie nach Frankfurt zu berufen.
1:30:58
Zeigt mir mal bitte das Reklam-Buch-Titel.
1:31:03
"In Steinau im Gebrüder Grimmhaus gibt es eine Ausstellung
1:31:06
über Ossex-Recherchen mit Auszügen aus seinem Tagebuch,
1:31:10
mit Original-Vonstücken, mit Skizzen und Fotografien
1:31:13
von den Ausgrabungen."
1:31:16
So, und jetzt will ich von euch wissen,
1:31:18
was haltet ihr von dieser Geschichte?
1:31:20
Alles bloß großer Zufall.
1:31:24
Ich glaub, ich find's zu schön, um dir dann nicht zuzuhören.
1:31:27
Aber ich glaub, das ist wirklich einfach Zufall und Kokolores.
1:31:32
Ich kann mir jetzt ja gut vorstellen,
1:31:34
dass dieses Story es definitiv gab.
1:31:37
Ob die jetzt zu den Märchen geworden ist,
1:31:39
das ist halt schon ein bisschen fragwürdig.
1:31:42
Dafür ist schon sehr viel quasi dann anders gemacht worden.
1:31:46
Also, dass hier gut und böse umgekehrt und so.
1:31:50
Ja, gut. Aber diese Eckparameter, die sind dann doch irgendwie erstaunlich ...
1:31:54
nahe, find ich. - Ja.
1:31:58
Also, man ist auf jeden Fall ... Ich bin deutlich näher daran,
1:32:03
es zu glauben, als ich am Anfang war,
1:32:06
als er angefangen hat, sein Loch zu buddeln.
1:32:08
Da bin ich bei dir. Aber trotzdem,
1:32:10
ich halt's in Summe einfach zufügend wahrscheinlich.
1:32:13
Also, ich find's auch ... Es ist eine superschöne Geschichte,
1:32:16
aber irgendwie ziemlich unglaubwürdig.
1:32:18
Und was man vielleicht noch wissen muss, das Buch über den Fall
1:32:21
stammt nicht von Osegg selbst, sondern von einem Hans Traxler.
1:32:24
Jetzt weiß ich nicht, habt ihr den Namen schon mal gehört?
1:32:27
Der Reclam-Heft, der es jetzt wirklich die ganze Zeit hat ...
1:32:30
Lies doch mal den Titel vor. - ... ist "Hans Traxler - Die Wahrheit über Hänsel und Gretel".
1:32:39
Hans Johann Georg Traxler, geboren am 21. Mai 1929 in Herlich, Tschechoslowakei,
1:32:43
ist ein deutscher Maler, Kartonist, Illustrator und Kinderbuchautor.
1:32:46
Er zählt zur neuen Frankfurter Schule.
1:32:49
Er wird 1979 ein sehr bekanntes Magazin mitbegründen.
1:32:53
Das "Zitanic"-Magazin. - Mhm.
1:32:56
Später arbeitet er auch für die Zeit, die "FAZ" und die "Süddeutsche".
1:33:02
"Die Wahrheit über Hänsel und Gretel"
1:33:04
ist ein bemerkenswert detailliertes Buch über die Anfänge
1:33:07
der bis dato unbekannten wissenschaftlichen Disziplin
1:33:10
der Märchenarchäologie.
1:33:13
Es ist aber von vorne bis hinten erfunden.
1:33:15
Georg Osegg hat es nie gegeben. - Nein!
1:33:17
Die Fotos müsst ihr euch mal anschauen.
1:33:19
Die Fotos sind natürlich alles gestellt.
1:33:21
Die Tagebucheinträge sind alle von Traxler selbst geschrieben.
1:33:24
Das ist absolut fantastisch. - Das finde ich noch viel besser.
1:33:27
Falls ihr auch nur in Teilen reingefallen seid,
1:33:29
macht euch nichts draus. Ihr seid in guter Gesellschaft.
1:33:33
Die Presse ist seinerzeit reihenweise auf Traxler hereingefallen.
1:33:36
Später wird gegen Traxler sogar wegen Betrugs ermittelt.
1:33:42
Der deutsche Germanist und Erzählforscher Heinz Röllecke
1:33:45
bezeichnet das Buch, das heute noch bei Reklam aufgelegt wird.
1:33:48
Es sei eine der besten Märchenforschungs-Persif-Lagen,
1:33:51
wenn nicht überhaupt die beste. - Weil einzige?
1:33:54
Das wird an keiner Stelle als Satire oder Persiflage gekennzeichnet.
1:33:57
Aber das ist doch der Punkt von einer ordentlichen Satire.
1:34:00
Achtung, jetzt kommt Satire!
1:34:02
Was nach der Veröffentlichung des Buchs abgeht,
1:34:05
ist noch viel spannenderer. Das glaubt ihr nicht.
1:34:08
Selbst 40 Jahre nach Erscheinen
1:34:10
erhält Traxler noch wöchentlich Anrufe, Briefe und Spontanbesuche.
1:34:13
Nein! Spontanbesuche!
1:34:15
Die einen sind erzönt und weisen ihn auf logische Fehler hin.
1:34:19
Die anderen sind erfreut und wollen selbst nach Klarstellung
1:34:22
noch immer unbedingt daran glauben, dass an Märchen mehr dran ist.
1:34:25
Mitschuld daran, dass Traxler sich als Journalist
1:34:28
natürlich super vorbereitet hat.
1:34:30
Bevor er das geschrieben hat,
1:34:32
hat er Prozessakten aus den Verhandlungen gegen Shondark gelesen.
1:34:35
Er hat Unterlagen aus den Hexenprozessen in Niederbayern gelesen.
1:34:38
Er hat tagelang dicke Schmöker im Brüder Grimmhaus in Kassel gewälzt.
1:34:43
Witzig sogar, er hat sich dort mit dem Museumsdirektor richtig verschissen.
1:34:46
Der war nämlich super hilfreich, als er sich mit dem Museumsdirektor
1:34:50
richtig verschissen hat. Er hat alles herangekarrt.
1:34:53
Als er später das Buch gelesen hat, war der stinkgesauer.
1:34:56
Er hat dann sogar eine vernichtende Kritik für die Zeitung geschrieben.
1:34:59
Er hat dann sogar eine vernichtende Kritik für die Zeitung geschrieben.
1:35:02
Er hat dann sogar eine vernichtende Kritik für die Zeitung geschrieben.
1:35:05
Das stimmt ja gar nicht!
1:35:07
Später, auf einer 200-Jahres-Geburtstagsfeier
1:35:09
der Grimms im Staatstheater in Kassel,
1:35:11
war Traxler als Sprecher eingeladen.
1:35:13
Auch dieser Museumsdirektor und der Museumsdirektor hat sich
1:35:16
als Sprecher eingeladen und da haben sie sich dann wieder versöhnt.
1:35:22
Heute können sie beide darüber lachen.
1:35:27
Irrwitzige Texte zu schreiben und Behauptungen aufzustellen,
1:35:30
das ist eine. Aber dass die Geschichte von Traxler so glaubhaft war,
1:35:33
Dominik fotografiert hier schon im Buch rum,
1:35:35
das macht zwar, weil er neben den ganzen Zitaten und Literaturangaben,
1:35:38
die auch alle erfunden sind, auch noch einen Haufen Bilder geliefert hat.
1:35:41
Er war dann mit zwei professionellen Fotografen unterwegs.
1:35:44
Er hat sich dann auch mit zwei professionellen Fotografen unterwegs.
1:35:46
Er ist bei irgendwelchen Ruinen,
1:35:48
dann in der Umgebung, dann auf dem Boden vor Lachen.
1:35:51
Die Ausgrabungsbilder müsst ihr mal gucken,
1:35:54
so irgendwo ab Seite 40 rum.
1:35:56
Aber das ist ja auch das, was ich sagte, das kann man locker nachstellen.
1:36:00
Die entstanden auf einer Großbaustelle in Frankfurt.
1:36:02
Das Hexenhaus-Modell ist aus der Märklin-Landschaft des Sohnes.
1:36:05
Die Backgeräte sind aus der Puppenküche der Tochter.
1:36:09
Das Beste ist aber, Achtung, Seite 86,
1:36:12
das Beste ist das Beweisfoto aus der Polytechnischen Versuchsanstalt.
1:36:15
Wenn man weiß, dass der Apparat für Karbon-Tests zur Altersbestimmung
1:36:19
etwa so groß ist wie ein ICE,
1:36:21
dann ist dieser Versuchsaufbau auf dem Foto schon ein bisschen lustig.
1:36:24
Ich würde sagen, der Al... What the fuck?
1:36:26
Denn da ist nämlich eine umgedrehte Lasagneform,
1:36:28
ein abgetrenntes TV-Kabel, ein paar Gewürzgläser
1:36:31
und ein Schüler-Mikroskop.
1:36:33
Ich würde sagen, das Mikroskop erkennt man aber den Rest.
1:36:37
Wie geil! - Lasagneform.
1:36:39
Großartig! - Es ist so fantastisch.
1:36:43
Der Traxler beantwortet selbst keinen einzigen Brief,
1:36:46
aber der Verlag hat zeitweise drei Leute beschäftigt,
1:36:49
um diese Briefe zu beantworten.
1:36:51
Schulklassen pilgern nach diesem Buch in den Spessart.
1:36:55
Das Beste ist aber das Pärchen aus NRW,
1:36:57
das zu dieser Stelle gefahren ist,
1:36:59
wo das Hexenhäuschen gestanden haben soll.
1:37:01
Und die später so sauer waren,
1:37:03
dass sie dem Traxler eine Rechnung über das Benzin geschickt haben.
1:37:09
Ich glaube, Traxler... - Das würde ich einrahmen.
1:37:13
Ich glaube, Traxler hat seinen Scherz irgendwann bereut.
1:37:17
So viel Ärger, wie du da kriegst,
1:37:19
und wie viele Leute ich immer geneift bin davon,
1:37:21
und du denkst, das war ein Witz.
1:37:23
Wir haben sich ja von Bisse nicht reich geworden. - Überhaupt nicht.
1:37:26
Das war wirklich ein Bestseller fast schon.
1:37:29
Der lebt heute noch, der ist über 90 mittlerweile,
1:37:32
und er zuckt immer noch zusammen, wenn das Telefon klingelt.
1:37:37
Witzig ist, die Liste an Veröffentlichungen Traxlers
1:37:40
auf Wikipedia ist immens lang.
1:37:42
Er hat auch ein erfolgreichstes und auch sein erfolgreichstes Werk.
1:37:45
Dann hat er auch eine Weile lang nichts veröffentlicht,
1:37:48
weil es ihn so krass überfordert hat.
1:37:50
Aber jetzt ist sie im Titanic-Magazin gegründet. - Mitbegründet, ja.
1:37:53
Es gibt auch einen Film über das Ganze,
1:37:55
der soll aber nicht besonders sein.
1:37:58
Traxler war auch nicht begeistert.
1:38:00
Da wird die Hexe von einem Berliner Transvestiten gespielt.
1:38:03
Ossek hingegen von einem internationalen Filmstar aus Frankreich,
1:38:06
der kein Wort Deutsch spricht.
1:38:08
Das war dann im Ergebnis irgendwie nicht so geil.
1:38:10
Wenn die auch in dem Rehklangbüchlein abgedruckt sind,
1:38:13
das wäre schon fast ein eigener Podcast.
1:38:15
Da können wir vielleicht eine Übrigen-Folge dazu machen,
1:38:18
wo wir die mal vorlesen, wenn ihr mich dran erinnert.
1:38:21
Das schönste Zitat möchte ich aber vorlesen,
1:38:23
das ist aus Die Woche aus Zürich. - Kurze Frage an der Stelle.
1:38:26
Das sind aber echte Zitate. - Ja, die wurden dann zusammengesammelt
1:38:29
und später diesem Heft beigefügt.
1:38:32
Das beste ist das Zitat aus Die Woche aus Zürich,
1:38:35
die in Ausgabe vom 1. April 1964 schreiben,
1:38:38
es klingt fast wie ein Märchen. - Oh.
1:38:41
Ich finde die ganze Geschichte überragend großartig.
1:38:45
Das hat mein Herz so, hat einen hüpfer gemacht,
1:38:49
als ihr am Anfang darüber diskutiert habt,
1:38:51
dass jedes Märchen doch einen wahren Kern hat.
1:38:53
Ich dachte, das ist genau die Richtung,
1:38:55
in die ich euch gelotsen will.
1:38:57
Und ihr galoppiert freiwillig voraus, das finde ich wundervoll.
1:39:01
Der Moment, aber ich stehe auch immer noch zu der Aussage,
1:39:06
dass sozusagen, nicht, dass im Märchen die Wahrheit steckt,
1:39:10
sondern dass eine Moral, dass im Märchen vermittelt werden kann.
1:39:14
Keine Frage, aber die Worte vielen vorhin, das kann man auch...
1:39:18
Ich für meinen Teil habe heute so viele Beweise gehört,
1:39:21
dass du mir erstmals das Gegenteil beweisen musst.
1:39:24
Und jetzt sind wir wieder bei deinem Kui Bono.
1:39:26
Ich glaube, du musst ein bisschen aufpassen,
1:39:28
das ist ja etwas, was Verschwörungs-Menschen,
1:39:31
Verschwörungsgläubige ganz viel nutzen, diesen Begriff.
1:39:34
Wem nutzt denn das? Und dann kommt der richtige Weg.
1:39:37
Aber das Geilste daran ist doch,
1:39:39
dass die Geschichte am Ende in einem Reklam-Heft rausgekommen ist.
1:39:43
Man weise die Richtigkeit von Informationen an,
1:39:46
wenn sie in einem Reklam-Heft stehen. - Stimmt natürlich.
1:39:52
Du hast ja nicht diese nicht-gelben Reklams mal konsumiert.
1:39:55
Da gibt es ja diese, was du wissen musst über, keine Ahnung,
1:40:00
Ich glaube, lila sind die, so kleine Heftchen.
1:40:02
Aber ich glaube, das ist eine Art moderne Version von hier einmal,
1:40:05
alles, was du zu einem Thema wissen musst.
1:40:07
Dann kannst du dich schnell über ein Thema informieren.
1:40:10
Ich habe aber noch keins.
1:40:12
Die Geschichte ist natürlich jetzt ...
1:40:14
War es ein Witz und gemein, dass ich eine Geschichte erzähle,
1:40:17
die nicht stimmt?
1:40:20
Ich hoffe, dass auch jeder die Folge zu Ende hört,
1:40:23
um nicht rumzulaufen und zu sagen,
1:40:25
der Jürgen hat aber erzählt, das ist mit dem Echsenhaus, das ist alles wahr.
1:40:28
Ich habe das erzählt, weil die Geschichte an sich
1:40:31
schon ein eigenes Leben entwickelt hat,
1:40:33
dass die eine historische Relevanz hat.
1:40:35
Aber großartig, weil ich bin ja schon Märchen-Fan.
1:40:38
Ich kannte das noch nicht. Supergeil.
1:40:40
Es ist ein wahnsinnig geiles Beispiel, um zu zeigen,
1:40:43
wie schnell und einfach sich Fake-News verbreiten lassen.
1:40:46
Es ist ja auch nicht so, als wäre das das einzige Mal in der Geschichte,
1:40:49
dass Fake-News verbreitet würden. - Doch, doch.
1:40:51
Sonst gab es das nie wieder.
1:40:54
Deswegen habe ich hier noch eine kleine Top-10-Liste
1:40:57
anderer historischer Fakes, in Klammern von Relevanz.
1:41:00
Ich bin Platz 11, weil ich noch nie eine Top-10-Liste mit 10 Plätzen gemacht habe.
1:41:04
This one goes to 11.
1:41:06
"Lang sterbe Napoleon", ist meine Überschrift.
1:41:08
Denn es kommt ein Mann in einen Pub in Dover im Jahr 1814.
1:41:11
Er ruft Napoleon ist tot und alle freuen sich.
1:41:14
Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer.
1:41:16
Die Stimmung ist ausgelassen, denn da ist gerade Krieg gegen Frankreich.
1:41:19
Und der ist damit ja zu Ende.
1:41:21
Und was passiert ist, dass sofort quasi danach
1:41:24
die Aktienkurse einen Satz nach oben machen.
1:41:28
Alle freuen sich, der Aktienmarker holt sich Kurse schnell nach oben.
1:41:31
Und es gibt ein paar Männer, die in der Zeit
1:41:33
einen Vermögen machen innerhalb kürzester Zeit.
1:41:35
Krass, dass es das nicht nur heute gibt
1:41:37
mit irgendwie wierde Falschmeldungen über ein Unternehmen.
1:41:41
Aktienkurs sagt ab oder saust nach oben wie blöd.
1:41:44
Deswegen habe ich sie aufgenommen.
1:41:46
Die Geschichte ist an der Stelle auch schon vorbei,
1:41:48
außer dass die drei wegen Betrugs verurteilt werden.
1:41:50
Die werden wirklich auch bestraft.
1:41:52
Der Krieg geht natürlich weiter, es war alles nur Bushit.
1:41:54
Aber dass das so einfach funktioniert, ist schon krass.
1:41:57
Es gibt doch, glaube ich, auch irgendein ganz kleines Unternehmen.
1:42:01
Oder so klein auch nicht.
1:42:03
Aber vergleichsweise klein.
1:42:05
Es gibt kleine Unternehmen.
1:42:07
Nein, du kannst Aktien davon kaufen.
1:42:09
Ganz winzig ist es nicht.
1:42:11
Aber das hat einen ähnlichen Börsennotierten Namen wie Apple.
1:42:14
Wenn jetzt Apple ein neues Produkt daraus bringt,
1:42:16
kaufen die Leute oder viele versehmt sich diese vergleichsweise kleine Firma.
1:42:20
Apple IE. - Ich weiß es nicht.
1:42:22
Aber wo es eine Firma gibt, die mit Nägeln handelt.
1:42:24
Apple, Apple, Apple, Apple.
1:42:27
Der kürselt immer völlig durch die Decke und stößt danach wieder völlig ab.
1:42:30
Weil die Leute sagen so, oh, das ist falsch gekauft und stoßen es wieder ab.
1:42:35
Und der ist ein geteiltes Zehntelplatz.
1:42:37
Weil das, wo die beiden bekanntesten Fake News der letzten 100 Jahre sind,
1:42:40
da will ich jetzt auch gar nicht viel zu erzählen.
1:42:42
Denn da gibt es viel großartige Podcasts dazu.
1:42:44
Faking Hitler unbedingt anhören.
1:42:46
Hitler-Tagebücher ist natürlich eine krasse Geschichte.
1:42:48
Es gibt auch eine RTL+ Serie dazu, habe ich irgendwie entdeckt.
1:42:52
Und den Film Stonk.
1:42:54
Stonk hieß der, oder? - Ja.
1:42:56
Und die andere Geschichte, die natürlich super bekannt ist,
1:42:58
ist "Krieg der Welten" von Außenwälsch.
1:43:01
Ah ja. - Den kann ich ganz kurz,
1:43:03
weil der vielleicht nicht ganz so präsent ist.
1:43:05
Aber es gab ein Radiohörspiel, "War of the Worlds".
1:43:07
Das wurde am 30. Oktober 1938
1:43:09
über das Columbia Broadcasting Network erst ausgestrahlt.
1:43:13
Der Witz ist aber,
1:43:15
dass parallel zu dieser Sendung noch ein beliebter Bauchredner auf Sendung ist.
1:43:18
Deswegen haben die meisten den Anfang von dem "Krieg der Welten" verpasst,
1:43:23
wo der Hinweis kam, dass das nur eine fiktive Geschichte ist.
1:43:26
Und schalten dann später um.
1:43:28
Das war so aufgebaut, dass das so ein "Wir unterbrechen die aktuelle Sendung".
1:43:32
Und hier greift gerade die Marziana an.
1:43:35
Und die Leute haben das für bare Münze genommen.
1:43:37
Wo ist denn der Sinn, ein Bauchredner übers Radio zu laufen?
1:43:39
Weiß ich nicht, aber ich fand es sehr lustig.
1:43:41
Nein, das reicht doch, wenn du sagst, ein Bauchredner,
1:43:43
den wir im Fernsehen sehen, ist jetzt in dem Interview
1:43:45
und redet länger über seinen Job.
1:43:47
Etwa eine Million Menschen verfallen in Panik
1:43:49
nach dieser Radiosendung, was absurd viel ist.
1:43:51
Und noch bevor das Programm zu Ende ist,
1:43:53
stehen Ärzte, Krankenschwestern, Soldaten und Matrosen
1:43:55
bereit, um sich für den "Krieg gegen die Marziana" zu melden.
1:43:57
Absurd. - Geil einfach.
1:44:03
Philipp, wo ist eigentlich dein Countdown?
1:44:09
Im Jahr 1903 stellt der "Klagsburg Daily Telegraph" fest,
1:44:14
dass ein Konkurrenzblatt, der "Klagsburg Daily News",
1:44:17
dass die Artikel abschreiben.
1:44:19
Sie können es aber nicht beweisen.
1:44:21
Also ... - Oh Gott, es ist so klar, was jetzt kommen muss.
1:44:24
Fällt Ihnen dann eine Story in den Shows,
1:44:26
wo es um eine Schießerei geht, bei einer Mine,
1:44:28
wo ein Mr. Sweeney-Cafue mit einer Schrotflinte niedergeschossen wird?
1:44:33
Und dann drucken Sie die Geschichte darüber
1:44:37
und am nächsten Morgen steht die Story fast eins zu eins
1:44:39
auch bei der Konkurrenz?
1:44:41
Und da schnappt die Falle zu, denn der Artikel war natürlich erfunden.
1:44:46
Und der Gag ist, wenn man den Namen rückwärts liest,
1:44:48
heißt es "We fake news".
1:44:52
Das finde ich sehr schön.
1:44:54
Und hier ein geteilter Platz, ähnliche Geschichten.
1:44:56
Ähnliche Geschichten ist die von dem Dorf,
1:45:01
oder von dem kleinen Städtchen Aglö im Bundesstaat New York.
1:45:05
Ich weiß nicht, ob du gestern
1:45:07
den "Entbehrlichest Chat" im Auge behalten hast.
1:45:10
Da habe ich das mal gepostet.
1:45:12
Bei "Karten unter Kartenmachern" gibt es den Begriff "Trap Street"
1:45:16
oder "Trap Town" oder "Paper Town" heißt es, glaube ich, eher.
1:45:19
Und das ist im Grunde,
1:45:21
was Kartenmacher als Wasserzeichen in ihre Karten einbringen.
1:45:24
Also eine Straße, die real nicht existiert,
1:45:26
oder ein Ort, der real nicht existiert,
1:45:28
um nachzuweisen, wenn jemand diese Karte kopiert.
1:45:32
Und der Witz mit Aglö ist,
1:45:34
dass die das in diese Karte gedruckt haben.
1:45:36
Und dann sind irgendwie viele Jahre vergangen.
1:45:39
Und irgendwann hat es ein anderer Kartenmacher auch gedruckt.
1:45:43
Und dann haben die gesagt, "Haha, das haben wir nur erfunden."
1:45:45
Und jetzt bitte hier Geld her.
1:45:47
Und dann sagen die, "Nee, nee, guck mal, den Ort gibt es wirklich."
1:45:50
Und inzwischen waren so viele Leute hingefahren,
1:45:52
dass dann ein Supermarkt entstanden ist und irgendwie so ein, zwei Häuser.
1:45:55
Und diesen Ort dann am Ende des Tages wirklich gab.
1:45:57
Ach, wie geil! Ich liebe, wenn so was passiert.
1:45:59
Das ist fantastisch.
1:46:01
Und da gibt es einen fantastischen Ted Talk von einem,
1:46:03
der, glaube ich, auch professionelle Karten macht dazu,
1:46:05
der mit dieser Aufmacher-Anekdote einsteigt,
1:46:07
wie man als Kartenmacher auch die Welt beeinflusst.
1:46:13
Sehr schönen Ted Talk unbedingt anschauen.
1:46:15
Und ganz ähnlich war das deswegen auch noch Platz 9.
1:46:17
Mit dem Schuppen in Dulwich.
1:46:19
Denn da hat ein VICE-Redakteur tatsächlich,
1:46:22
der hat, bevor er bei der VICE angefangen hat,
1:46:25
hat er unter anderem Geld verdient mit TripAdvisor.
1:46:29
Also er hat im Auftrag von Restaurants
1:46:31
Fake-Bewertungen auf TripAdvisor veröffentlicht.
1:46:33
Hat er zehn Pfund für bekommen,
1:46:35
dass er halt ein Restaurant bewertet hat, in dem er nie war.
1:46:38
Und dann hat er sich gedacht,
1:46:40
hey, geil, das muss man doch eigentlich gampeln können,
1:46:42
diesen Mechanismus.
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Ist das mit diesem weirden Restaurant, das er aufmacht?
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Er hat in seinem Garten Schuppen genommen,
1:46:50
hat ein paar Fotos von Essen,
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es war nicht mal Essen, es sah nur aus wie Essen, gemacht.
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Und hat sich quasi ein Restaurant ausgedacht,
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das in seinem Garten Schuppen angesiedelt ist.
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Jetzt können wir mal ganz kurz an der Stelle
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in den Rundumschlag zur letzten Folge wieder machen.
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Ich glaube, noch eines der Essen, die er abfotografiert hat,
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eine Spannsachse, ist einfach ein Fuß von jemand.
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Also sein Fuß, glaube ich.
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Irgendwie so ein Fuß auf dem Teller und irgendwie so unscharfe.
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Ja, also er hat unter anderem so Corregataps
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und hat da irgendwie so Soße drüber und desfotografiert.
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Und noch andere ekliche Dinge mit Farbe.
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Und dann ein Bild war von einem Spiegelei,
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das er so an seinen Fuß angelegt hat.
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Aber die schauen halt aus wie so Azi Fazi.
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Hier macht jemand so Fusion-Küche und das hast du nicht gesehen.
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Genau, so ganz nah ran, ganz weicher Fokus und so.
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Also super schöne Bilder.
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Und letztlich, die Leute gekommen sind in seinen komischen Vorgarten,
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hat er einfach nur Insta-Titlers serviert und so Zeug.
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Also ganz räudiges Essen.
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Er hat dann erst mal Fake News oder Fake Reviews
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für sein Fake Restaurant eingekauft.
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Hat bei Freunden irgendwie Gefallen eingefordert und so weiter.
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Und hat es tatsächlich geschafft, dass dieses Restaurant
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in den relevanten Charts auf Tribert Weißer gelandet ist.
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Und es ist halt wirklich auch einfach so ein assiger Hinterhof,
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den er da irgendwann hat. Das ist halt wirklich nicht schön.
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Dann hat er sich ein Burner vor, ein Wegwerftelefon quasi gekauft.
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Auf dem hat er dann Reservierungen entgegen genommen.
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Hat aber immer gesagt, ist auf Monate ausgebucht.
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Also hat keinen Termin vergeben, hat immer nur gesagt, ausgebucht.
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Damit ist er dann auch immer wieder in der Hand.
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Und dann hat er dann auch immer wieder in der Hand
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ein bisschen mehr Zeit,
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also ein bisschen mehr Zeit,
1:48:12
aber immer wieder gesagt ausgebucht. Damit ist er von 18.149,
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das war so der Einstiegsplatz, der letzte Platz auf Tribert Weißer,
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so nach und nach bis auf Platz 1 bei Tribert Weißer für London vorgerückt.
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Ja, und damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende.
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Denn er hat dann einen Abend lang Reservierungen,
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also für einen Abend Reservierungen angenommen.
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Aber gegen Vorgebühr?
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Er hat die Hälfte der Plätze, also 20 Plätze hat er ungefähr da gemacht.
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Die Hälfte hat er dann seine Freunde vergeben,
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die dann lautstark darüber reden sollten, wie gut das Essen ist.
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Aber er hat auch so assige Gattenschuhe,
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er hat echt laufe Müll gestellt.
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Also schaut euch den Weißertikel an, das ist ein super Bilder.
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Da gibt es auch ein Video dazu.
1:48:51
Da gibt es auch ein Video.
1:48:53
Und er hat ganz viele ähnliche Experimente gemacht,
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er ist ein super umtrieblicher Typ.
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Er hat dann aber tatsächlich 10 Plätze an wirklich Leute vergeben,
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die angerufen haben und da essen wollten,
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die er auch nicht kannte.
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Und er hat dann Tiefkühlessen serviert,
1:49:06
also das mit der Lasagne war schon sehr nahe dran.
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Und Tiefkühlsuppen, glaube ich, in seinem Improvisation-Kreis,
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er hat einen Improvisierten Garten, wo er irgendwie Gartenstühle hat.
1:49:14
Oh Gott, Udo, du wirst es so lieben.
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Ein Kinderspielhaus, da hat er dann Hühner reingesetzt
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und hat so Pick-your-own-Chicken gemacht.
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Hier könnt ihr quasi das Huhn, das ihr wollt.
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Da hat ihn dann jemand drauf angesprochen und gesagt,
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ich dachte, das wäre ein veganes Restaurant,
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es steht irgendwie gelistet bei den veganen Restaurants.
1:49:30
Und er hat schon gedacht, der wäre aufgeflogen,
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aber er konnte das dann irgendwie überspielen.
1:49:35
Und er hat sogar einen DJ dann noch angeheuert,
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der Restaurantgeräusche einspielt, quasi,
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also der versteckt Restaurantgeräusche einspielt.
1:49:41
Vor allem aber dann auch die Mikrowelle übertönen musste,
1:49:43
die immer "Pling" gemacht hat.
1:49:46
Und das Witzigste überhaupt ist, er hat die Leute quasi,
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es war ein Secret-Restaurant, er hat auch nicht verraten,
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wo das genau ist, er hat die Leute an der Straßenlaterne abgeholt,
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ihnen die Augen verbunden und dann in seinen Garten geführt.
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Also am Anfang war das nicht sogar so ein Hinterhof,
1:50:03
den er angemietet hat?
1:50:05
Wo einfach lauter Blüten stand, den er dann wegbringen musste.
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Genau, er hat irgendwie drümpelt und Rasen gemäht und alles Mögliche.
1:50:11
Und er hat eigentlich gedacht, das ist jetzt einfach ein super Gag.
1:50:14
So hat es einmal gemacht.
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Die Leute, die lachen das weg und gehen und kommen nie wieder.
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Aber die Leute sind wirklich gegangen mit den Worten,
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na ja, es ist doch hoffentlich in Zukunft einfacher,
1:50:24
einen Platz zu kriegen, wo wir schon mal da waren.
1:50:26
Die Leute wollten auch unbedingt wiederkommen.
1:50:28
Das Feedback, überragend positiv,
1:50:30
vielleicht auch, weil es Essen umsonst war tatsächlich,
1:50:33
er hat kein Geld dafür genommen.
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Er hat den Leuten, glaube ich, erzählt,
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da wird irgendwie eine Doku gedreht und hatte Kameras da.
1:50:41
Eine fantastische Geschichte unbedingt mal nachlesen.
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Aber ganz ehrlich, bei vielen so insider,
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der Geheimtipp geiler Restaurants,
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wie viel macht da schon das Ambiente und die Story dazu aus?
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Das Ambiente war ja scheiße.
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Das ist wie bei Whisky, die Geschichte.
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Ich wollte gerade sagen, die Frage ist, das Ambiente war zwar scheiße.
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Aber wieder was besonders, nicht das, was du immer hast.
1:51:04
Ich habe doch schon mehrfach von dem schlechtesten Restaurant
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oder dem unfreundlichsten Service in London erzählt.
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In den USA gibt es auch in der einen Stadt,
1:51:13
das war Chicago, den einen Laden,
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wo lauter Leute schrieben, das ist der unfreundlichste Laden ever.
1:51:18
Und jetzt pilgern da Leute hin, um sich beleidigen zu lassen.
1:51:21
Weil da in der Reviews drum steht, der Bistuze beleidigt alle.
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Inzwischen gehen alle hin, beleidigt mich, beleidigt mich.
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Das wird von den Leuten abgekultet.
1:51:29
Die Menschheit gehört vernichtet.
1:51:31
Nummer ... - Was?
1:51:35
Ich habe nur eine Hand frei. - Nummer 7.
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Aber alles Platz 9.
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Ich denke mir doch, aber warum zeigst du mir 3?
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Weil ich nur eine Hand frei habe.
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Ich dachte, du kannst das Schlussfolger machen.
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Im Jahr 1917 haben die neun- und 16-jährigen Cousinen
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Elsie Wright und Frances Griffith eine Serie von Fotos produziert,
1:51:54
die die beiden im Garten zeigt.
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Aber eben nicht nur die beiden, sondern auch kleine Feen.
1:52:00
Ah, ja. - Die Bilder waren eine Sensation.
1:52:02
Die Mutter hat keine Sekunde daran gezweifelt, dass die Bilder echt sind.
1:52:05
Auch zugezogene Experten kamen zu dem Schluss,
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die Bilder sind nicht manipuliert, die Bilder müssen echt sein.
1:52:10
Hier war sogar Sir Arthur Kennan Doyle mit am Start,
1:52:13
der die Bilder dann auch begutachtet hat
1:52:15
und hat auch die verwendet, um einen Zeitungsartikel von sich zu illustrieren.
1:52:19
Auch er glaubte an die Echtheit der Feen.
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Der Hype hielt eine Weile an,
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flaute dann aber Anfang der 1920er-Jahre schnell wieder ab.
1:52:26
Erst in den 1980ern gaben die beiden zu,
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dass sie für die Fotos kleine Zeichnungen an Hutennadeln befestigt haben
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und das so aufgestellt und in das Bild gemogelt wurden.
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Und so hat sie ihre Feen reingemacht.
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Der Clou ist aber, sie geben zu, dass es bei fast allen Bildern ein Fake ist.
1:52:43
Aber nicht bei dem einen.
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Bei dem einen, das war wirklich echt. - Ach schön.
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Das ist eine super bekannte Bildschichte, die ist wahnsinnig toll,
1:52:51
aber die ist mega bekannt, die findet man immer wieder im Internet.
1:52:54
Das Bild kennt man auch oder kennen viele. - Das Bild ist relativ bekannt.
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Auch bekannt ist Platz Nummer ... - 7.
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Im Jahr 1726 bebt die englische Medizinwelt,
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als in Godowning eine Frau Kaninchen zur Welt bringt.
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Mary Toft soll während der Schwangerschaft Visionen
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von einem weißen Kaninchen gehabt haben,
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die dann in einer ungewöhnlichen Niederkunft enden.
1:53:15
Naja, "enden" stimmt nicht ganz,
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denn das Thema zieht sich einige Zeit lang dahin.
1:53:20
Jetzt kann jeder herkommen und behaupten,
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er wird Kaninchen rauspressen.
1:53:24
Aber England im 18. Jahrhundert ist ja schon ein bisschen modern.
1:53:27
Da will man Beweise sehen für so was.
1:53:29
Also begleitet John Howard, seines Zeichens Chirurg und Hebammerich
1:53:32
die nächste Entbindung. - Hebammerich.
1:53:34
Und es flutscht kein Baby aus Mary Toft heraus,
1:53:37
sondern tatsächlich ein Karnickel.
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Und in den nächsten Tagen noch viele, viele weiter.
1:53:43
Neun insgesamt leider allesamt bei der Geburt verstorben.
1:53:46
Es werden weitere Experten zur Rate gezogen,
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die vor allem die Kaninchen und nicht so sehr die Frau untersuchen.
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Das Ergebnis, ja, der Fall scheint echt.
1:53:55
Ein wissenschaftliches Kuriosum.
1:53:57
Es gibt einen immensen Rummel in der Wissenschaftswelt,
1:54:00
aber auch in der Öffentlichkeit.
1:54:02
Das zeigt voll mit ein, es gibt Artikel und wissenschaftliche Anhandlungen.
1:54:06
Es gibt Kalkaturen und Persiflaschen, sogar dann auf der Bühne.
1:54:09
Und in Windeseile ist die Kaninchenfrau im ganzen Land bekannt.
1:54:12
Du erzählst mir jetzt nicht,
1:54:14
dass sie sich tote Kaninchen in die Vagina gestupft hat.
1:54:18
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie sich nicht sogar lebende Kaninchen
1:54:21
in die Vagina gestupft hat. - Gott, wie widerwärtig.
1:54:24
Nur einer der Royal Surgeons bleibt skeptisch.
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Vielleicht waren noch ein paar mehr, aber es war so einer,
1:54:30
der das nicht richtig gemacht hat, der war skeptisch.
1:54:33
Das ist das Schockierendste, was ich bei "Ach, jemals gehört hab".
1:54:36
Und das Krasse ist, tatsächlich nehmen die Leute das so für bare Münze,
1:54:39
dass an vielen Orten Kaninchen von den Speiseplänen gestrichen werden.
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Weil die Angst so groß ist,
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dass das vielleicht eines der Kaninchen sein könnte,
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die von der Maritof geboren wurden. - Gott, die Menschheit ist so dumm.
1:54:50
Das ist unfassbar.
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Interessanter Nebeneffekt, und der ist tatsächlich positiv.
1:54:58
Der wird öffentlich und so weitreichend diskutiert.
1:55:01
Weil es damals erstmals damit möglich war,
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in der Öffentlichkeit so Taputhemen wie die Gebärmutter und die Vagina
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überhaupt anzusprechen.
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Oder immer in der Zeitung über sowas zu schreiben.
1:55:11
In welchem Jahr heißt das? - 1726 oder so.
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Die hatten keinen Ultraschall und sonst wie.
1:55:15
Und der Typ, der sie begleitet hat, der Hebammer,
1:55:18
ist auch immer wieder raus.
1:55:20
Die muss sich ja immer wieder ein frisches Kaninchen reinverleiten.
1:55:23
Das Ganze zieht sich zwar mehrere Wochen.
1:55:27
Zwischen den einzelnen Niederkünften lagen nur Tage.
1:55:30
Aber am Ende des Tages ist es auch relativ schnell wieder vorbei.
1:55:33
Und warum genau hat die gute Dame das gemacht?
1:55:35
Das weiß man jetzt nicht so genau.
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Es gibt da diesen einen, der skeptisch ist,
1:55:40
und der klagt die jetzt nicht öffentlich an.
1:55:42
Aber er kündigt an, dass er dann doch gerne noch Untersuchungen machen würde.
1:55:46
Und er kündigt vor allem eine Reihe schmerzhafter Experimente an.
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Und das lässt diese Mary dann am Ende einlenken.
1:55:52
Und so, hihi, war nur Spaß.
1:55:54
Und sie muss auch ins Gefängnis.
1:55:57
Allerdings verdienen dann die Wärter im Gefängnis
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einige Monate lang sehr gutes Geld damit,
1:56:04
dass die Besucher zu ihr durchlassen.
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Das wird so richtig zu einer Pilgerstätte,
1:56:08
weil das so ein bekannter Fall gewesen ist.
1:56:10
Und das ist dann tatsächlich so, dass die Öffentlichkeit
1:56:14
und viele, die da irgendwie in Charge sind,
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dass die das eigentlich lieber unter den Teppich kehren würden
1:56:20
und eigentlich gerne verschwinden lassen würden.
1:56:22
Aber für die Ärzte, die alle falsch gelegen haben vorher,
1:56:25
denen ist das hochnotpeinlich.
1:56:27
Und sie würden gerne, dass dieser Fall verschwindet.
1:56:31
Das führt am Ende dazu, dass die Frau dann nach wenigen Monaten
1:56:35
tatsächlich wird die Anklage fallen gelassen
1:56:37
und wird wieder freigelassen und nach Hause geschickt.
1:56:40
Aber andersherum weißt du,
1:56:42
dass der Hebammerich nicht mehr unter der Decke war?
1:56:45
Ja, mag auch sein.
1:56:47
Weil das wäre viel einfacher logistisch gesehen.
1:56:49
Bis zum letzten Ende untersucht.
1:56:51
Da werden lange Mediziner, Historiker und Podcaster
1:56:54
sich mit diesem Thema auseinandersetzen.
1:56:56
Das ist unfassbar, was dieser Fall für eine Tragweite entwickelt hat.
1:56:59
Obwohl er dann doch relativ schnell wieder geklärt war.
1:57:02
Sagt euch der Pilledown-Man was?
1:57:07
Pilledown? - Pilled...down.
1:57:12
Das war eine ziemlich große Sache,
1:57:14
als 1912 von Charles Dawson in einer Kiesgruppe in Süd-England
1:57:18
ein Schädel gefunden wurde.
1:57:20
Das war ein Schädel, der hatte eine ungewöhnlich große Kieferform.
1:57:24
Was die Wissenschaftler daraus geschlussfolgert haben,
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ist, dass es eine Vorform des Homo sapiens war,
1:57:31
die bislang nicht entdeckt war.
1:57:33
Das muss quasi der Missing Link sein.
1:57:35
Das Bindeglied zwischen Mensch und Affe.
1:57:38
Also andersherum, zwischen Affe und Mensch.
1:57:41
Das war sensationell, weil die Funde vorher zwar Neandertaler
1:57:44
und verschiedene Entwicklungsformen gezeigt haben,
1:57:48
aber die Reihenfolge der verschiedenen Entwicklungsstufen
1:57:51
nicht immer ganz klar war.
1:57:53
Dieser Pilledown-Mensch war genau das,
1:57:55
was die jahrelang gesucht haben oder jahrzehntelang gesucht haben.
1:57:59
Deswegen war das ein ganz großes Ding.
1:58:01
Aus dem Fund wurden viele wissenschaftliche Schlussfolgerungen gezogen.
1:58:05
Das Alter des Schädels wurde auf 500.000 Jahre geschätzt.
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Ungefähr. Plus, minus. Zwei, drei Jahre vielleicht.
1:58:11
40 Jahre lang galt der Schädel als bedeutsamer,
1:58:14
wenn auch als verzweigter paralleler Entwicklungsschritt des Menschen.
1:58:18
Er hat dann doch nicht am Ende zu 100% in die Annahmen gepasst.
1:58:22
Aber gut, er ist ja nun mal da. Er ist echt.
1:58:25
Die Echtheit hat niemand angezwerfen? - Ja.
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Bis dann irgendjemand gemerkt hat, dass jemand wohl einen Menschenschädel
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mit einem Orang-Utan-Kiefer zusammengebracht hat.
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Das ist nicht vorher aufgefallen.
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Das ist erst sehr, sehr spät aufgefallen.
1:58:40
Ich kann den Skillet-Amt damit nicht benutzen.
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Daran habe ich auch gedacht, benutze einen Orang-Utan-Kiefer
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mit einem Menschenknochen.
1:58:47
In den 1950ern wurde mit einer damals recht modernen Fluor-Methode ...
1:58:50
Ach, da kommt die Fluor-Methode ins Spiel.
1:58:52
Fluor heißt es auf Deutsch.
1:58:54
Da wurde festgestellt, dass der Knochen nur wenige 100 Jahre alt ist.
1:58:57
Die haben dann auch geröntgt und haben gesehen,
1:59:00
dass da jemand offensichtlich auch die Zähne mit kleinen Steinen gefüllt hat.
1:59:04
Und hat da Hihihira geschüttet. - Um das Gewicht zu erhöhen.
1:59:07
Wer das liest, ist doof.
1:59:09
Und man weiß bis heute nicht genau, wer den Schädel warum gefälscht hat.
1:59:13
Und einer der Verdächtigen ist Sir Arthur Kennendoil mal wieder.
1:59:17
Der hat nämlich zu Zeitpunkt des Fundes da ganz in der Nähe gewohnt.
1:59:20
Und er war auch Mitglied der archäologischen Gesellschaft
1:59:23
von diesem Dorsen.
1:59:25
Und der hat in seinem Werk "The Lost World" erklärt,
1:59:28
wie einfach es ist, Knochen zu fälschen.
1:59:30
Also dass es mindestens genauso einfach ist, wie Fotos zu fälschen.
1:59:33
Wahrscheinlich ist aber, dass dieser Dorsen das selber gefälscht hat.
1:59:37
Man weiß es aber heute nicht, der ist nämlich wenige Jahre nach dem Fund verstorben.
1:59:41
Und die Auflösung gab es erst irgendwann in den 90ern, 40 Jahre später.
1:59:44
# Hier kommt die Fünff #
1:59:47
Auch ein ziemlich bekannter Fall.
1:59:50
1762 besucht Prinz Edward ein Haus, in dem die kürzlich an Pocken verstorbene
1:59:54
Scratching Fanny herumspucken soll.
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War die gescratched, weil sie Pocken hatte?
1:59:59
Nein, das kommt gleich, warum die gescratched hat.
2:00:02
"Hurum spucken", wollte ich natürlich sagen.
2:00:04
Das spucken wir auch gar nicht.
2:00:06
Das war die Lebensgefährtin von einem Kredithai.
2:00:09
Der Kredithai hat dem Vermieter von diesem Haus Kohle geliehen.
2:00:12
Und nach Fannys Tod gab es einen Gerichtsprozess.
2:00:18
Hat mit dem Tod nicht unmittelbar was zu tun.
2:00:20
Aber nach diesem Tod gab es einen Gerichtsprozess,
2:00:23
wo er Wucherzinsen eingeklagt und Erfolg gehabt hat.
2:00:27
Also dieser Kredithai gegen den Hausbesitzer mehr oder weniger.
2:00:30
Und ungefähr in der Zeit gingen dann auch Kratzgeräusche in dem Gebäude los.
2:00:35
Also Geräusche, die man sich nicht erklären konnte.
2:00:38
Und was macht man dann, wenn man sich so was nicht erklären kann?
2:00:41
Man ruft ... - Ghostbusters!
2:00:43
Ghostbusters! - Die haben wir doch schon mal erzählt.
2:00:46
Die hast du gleich schon erzählt.
2:00:48
Nein, wir hatten mal die Geschichte in Deutschland,
2:00:51
mit der Praxis wurde es über die Rohrräder.
2:00:53
Das ist tatsächlich relativ ähnlich, fand ich.
2:00:56
Aber es werden tatsächlich Saisons einberufen,
2:00:58
der Hausbesitzer und seine Tochter Elisabeth organisieren die.
2:01:02
Und die wollen beweisen, dass die Fanny hier herumspuckt.
2:01:05
Es kommen dann sogar Protokolle dieser Saisons in die Zeitung.
2:01:08
Und es ist ein Riesenspektakel, wo Promis dann mit eingeladen werden.
2:01:11
Und wo Leute in Schlangen vor dem Haus stehen.
2:01:14
Sogar der Bürgermeister ist irgendwie einmal mit da.
2:01:16
Und eben der Prinz Edward. - Edward.
2:01:19
Und diese Saisons entwickeln sich dann auch so über die Zeit.
2:01:24
Also erst ist es nur ein bisschen Kratzen und ein bisschen Smalltalk.
2:01:29
Aber in einer Sitzung beschuldigt der Geist Fannys schließlich den Kredithai,
2:01:33
dass der sie vergiftet hat.
2:01:36
Und sie fordert, dass der natürlich dafür bestrafen muss.
2:01:40
Hängt der in der Wand frucht, ganz klar.
2:01:42
Hängt den Hai sozusagen.
2:01:44
Oh, an Herr Riebmann hab ich auch schon ganz lange nicht mehr gedacht.
2:01:47
Und um das aufzuklären, ich meine, jetzt ist der Hai hier plötzlich
2:01:50
der Beschuldigte mehr oder weniger.
2:01:52
Um das aufzuklären, nimmt auch der dann an so einer Saisonstell.
2:01:55
Und in der Saisonstell wird er prompt wieder beschuldigt.
2:01:57
Aber er hat noch einen Freund mitgebracht.
2:01:59
Und gemeinsam finden sie dann raus, dass da die Tochter des Hausbesitzers
2:02:02
hier Schmoo treibt und die hat unterm Kleid so ein Stück Holz mit ihm,
2:02:05
die dann irgendwie so diese Kratzgeräusche am Boden macht.
2:02:07
Hast du ein Stück Holz mit deinem Kleid, oder freust du dich, mich zu sehen?
2:02:11
Und damit aufzusichern, die waren nur nach diesem Rechtsstreit so angepisst,
2:02:16
dass die da irgendwie einen Haufen Kohle zahlen mussten.
2:02:18
Und wollten jetzt, dass dieser Kredithai verschwindet.
2:02:20
Und wollten den quasi hinter Gitter bringen.
2:02:22
Und haben einen Geist erfunden und Seancen abgehalten, um den zu besch...
2:02:25
Was ich einen sehr krassen Komplott finde irgendwie.
2:02:28
Jedenfalls landen sie dann, also beide, der Vater und die Frau,
2:02:33
die Tochter glaube ich nicht, die landen beide dann im Gefängnis.
2:02:36
Tatsächlich für diese Fake.
2:02:40
Die vier, die vier, die vier.
2:02:44
Ich wette aber, dass Philipp den Fall jetzt kennt.
2:02:50
Ah, den kennt man auch aus dem "Entbehrlichest" Podcast.
2:02:52
Ich dachte es mir, dass ich das irgendwie im Ohr hatte.
2:02:54
Der kluge Hans ist ein rechnendes Pferd.
2:02:56
Und das ist ein wahnsinnig schöner Fall.
2:02:58
Weil der Besitzer überhaupt nicht wusste,
2:03:01
dass er irgendwie Fake News verbreitet hat.
2:03:03
Der Besitzer von diesem Pferd hat nämlich...
2:03:05
Sind das wirklich Fake News?
2:03:07
Ja, das ist eben die Frage.
2:03:09
Das sind Fake News, wenn das im Wald umfällt, das Pferd.
2:03:11
Und niemand hört es.
2:03:17
Der Besitzer von diesem Pferd, ein Wilhelm von Osten,
2:03:20
der hat gemerkt, dass er ein ziemlich kluges Pferd hat.
2:03:22
Und das ist auch tatsächlich wirklich ein ziemlich kluges Pferd.
2:03:25
Was es aber nicht kann, was er aber glaubt, dass es kann,
2:03:28
ist rechnen, buchstabieren, zählen, solche Dinge.
2:03:31
Und er stellt seinem Pferd immer Aufgaben.
2:03:35
Und das klopft dann oder schartet dann mit den Hufen,
2:03:38
um die Antwort zu geben.
2:03:43
Und das ist witzig, weil man denkt jetzt,
2:03:45
na ja, okay, der macht halt irgendwie Zeichen.
2:03:48
Oder der gibt dem Pferd irgendwie was oder tritt es oder irgendwie.
2:03:51
Aber witzigerweise macht das Pferd das sogar,
2:03:53
wenn der Besitzer gar nicht anwesend ist.
2:03:55
Also es scheint tatsächlich ein sehr, sehr kluges Pferd zu sein.
2:03:58
Und zu dem Schluss kommt ein 13-köpfiges Untersuchungsteam,
2:04:01
eine Kommission, die nichts feststellen können,
2:04:04
was hier irgendwie falsch läuft.
2:04:07
Also offensichtlich kann dieses Pferd wirklich rechnen.
2:04:10
Aber irgendein Schüler von diesem, von Osten,
2:04:12
der kommt schließlich dahinter, was hier passiert.
2:04:15
Dieses Pferd ist hauptsächlich sehr aufmerksam.
2:04:18
Denn das kann wirklich die minimalsten Veränderungen
2:04:21
in der Körperhaltung, Körperspannung, Körpersprache feststellen.
2:04:25
Und immer, wenn der von Osten jetzt eine Rechenaufgabe gestellt hat
2:04:29
und das Pferd quasi die Antwort hochgezählt hat,
2:04:33
hat er in dem Moment, wo die richtige Antwort war,
2:04:35
dann irgendwie unbewusst, also er hat selber nicht absichtlich,
2:04:38
sondern unbewusst seine Haltung verändert.
2:04:41
Und das Pferd hat das gemerkt und dann aufgehört.
2:04:44
Aber auch bei anderen Leuten.
2:04:46
Das ist ja ein schlaues Pferd.
2:04:48
Ich würde es vielleicht auch anders nennen,
2:04:50
ein extrem aufmerksames Pferd.
2:04:52
Wieso kannst du nicht so aufmerksam sein wie mein Pferd?
2:04:55
In 90 % der Fälle hat das Pferd bei so Aufgaben
2:04:58
die richtige Antwort geliefert.
2:05:00
Es ist selbst mit der Auflösung super bemerkenswert.
2:05:03
Tatsächlich krass. Würde ich nicht als Fake News bezeichnen.
2:05:06
Find ich auch eine wahnsinnig schöne Geschichte.
2:05:13
5 Fun Facts über Nessie.
2:05:15
Einfach mal 5, # Nr. 3.
2:05:17
Die erste Erwähnung von Nessie stammt bereits aus dem Jahr 565.
2:05:22
Also Nessie, das Monster von Loch Ness.
2:05:25
Im Jahr 1934 sieht der renommierte Chirurg Col. Robert Wilson
2:05:30
im Vorbeifahren an dem See ein Monster.
2:05:34
Und weiß natürlich sofort, was es damit auf sich hat.
2:05:37
Hat zufällig ein Foto dabei und löst jetzt erst ein Foto
2:05:40
und dann eine 60 Jahre andauernde Diskussion um dessen Echtheit aus.
2:05:44
Er steht sich später raus, er hat das Foto gefälscht.
2:05:48
Aber man hat 60 Jahre lang über dieses Foto diskutiert.
2:05:51
Was hat er da getan, damit es so aussieht?
2:05:54
Das weiß ich nicht genau, ob er das hinterher beim Entwickeln
2:05:58
oder ob er da was mitreißt, das kann ich dir nicht sagen.
2:06:01
Aber das Bild habt ihr schon mal gesehen.
2:06:03
Wo das schwarze Kurven sind.
2:06:05
Noch ein Fun Fact, ebenfalls seit dem Jahr 1934.
2:06:09
Es existiert ein Gesetz, dass Nessie, falls sie wirklich existiert,
2:06:13
unter Naturschutz stellt.
2:06:15
Oder unter Artenschutz wahrscheinlich eher.
2:06:18
Finde ich fantastisch.
2:06:20
Und was auch sehr schön ist, 1969 versinkt bei einem Dreh
2:06:23
zu einem Sherlock-Holmes-Film eine Nessie-Atrappe.
2:06:26
Also wie der Sherlock Holmes, ich erkenne einen Muster.
2:06:29
Wir hatten ja gerade schon den Doil zweimal.
2:06:32
Also es versinkt eine Nessie-Atrappe in dem See.
2:06:35
Sie wird dann nicht geborgen, aber im Jahr 2016
2:06:38
wurde sie voll lokalisiert.
2:06:40
Also es gibt tatsächlich wirklich einen Nessie im See.
2:06:43
Die Firma, die das entdeckt hat, will das Monster gar nicht heben.
2:06:46
Aber die wollen da noch einen Tauchroboter runterschicken,
2:06:50
um das mal zu fotografieren.
2:06:52
Finde ich auch ein ganz schöner Fakt.
2:06:54
Und noch ein letzter Fakt.
2:06:56
Neuere Theorien besagen, dass das Monster kein Monster ist,
2:06:59
sondern eine Illusion durch vulkanische Aktivität.
2:07:02
Also Mini-Eruption nach einem Boden des Sees
2:07:05
und dann nach oben gespühter Luftblasen.
2:07:08
Oder es gibt so eine ganz große, hässliche Störart,
2:07:11
die man ganz leicht, sagt Wikipedia,
2:07:13
mit einem Monster verwechseln kann.
2:07:15
Aber das Schönheit nicht im Auge des Betrachters?
2:07:18
Das zitiere ich hier nur.
2:07:21
Also das war kein Zitat, aber so ähnlich steht es auf Wikipedia.
2:07:26
Wie unbefriedigend.
2:07:28
Hier ist doch zwei, oder?
2:07:30
Im Jahr 1917 erscheint am 20. Dezember ein Zeitungsartikel
2:07:34
über einen seinerzeit vergessenen Jahrestag.
2:07:37
Ich liebe ihn so sehr.
2:07:39
Der Anfang des Krieges? - Nein.
2:07:41
Du weißt es, also? - Der Spaghetti-Antetag.
2:07:44
Nein, nein, nein. Das ist Platz eins.
2:07:46
Jetzt hast du vorgegriffen.
2:07:48
Sie feiern den Tag, an dem 100 Jahre zuvor
2:07:51
einen US-Präsident, den ich noch nie gehört habe, Phil Moore,
2:07:56
eine Badewanne im Weißen Haus installiert hat lassen.
2:08:01
Damit hat quasi die ...
2:08:03
Das war gar nicht 100 Jahre zuvor.
2:08:05
Das war noch ... 80 Jahre ungefähr.
2:08:08
Das wird immer absurder.
2:08:10
Also ich fange noch mal ...
2:08:12
Komm noch mal rein.
2:08:14
Ich komme noch mal rein.
2:08:16
Im Jahr 1917 erscheint am 20. Dezember ein Zeitungsartikel
2:08:20
über einen seinerzeit vergessenen Jahrestag.
2:08:23
Ich glaube, ich weiß, welches es ist.
2:08:26
Nein, du weißt es nicht.
2:08:28
Das ist doch der Spaghetti.
2:08:30
Scheinbar war das mit den merkwürdigen Tagen damals schon ein Ding.
2:08:34
Das war ein Artikel, der 1800 Worte umfasst,
2:08:37
was schon ein großer Artikel ist.
2:08:39
Darin feiert der Autor H.L. Mencken
2:08:42
das Jubiläum des ersten Auftaugens der Badewanne in den USA.
2:08:46
Bei welchem Präsident war das noch?
2:08:48
Er beschreibt ausführlich wie die Wanne im Jahr 1842
2:08:51
durch Präsident Phil Moore.
2:08:53
Vor dem habe ich noch gar nichts gehört.
2:08:55
Den kannte ich auch nicht.
2:08:57
Aber das ist der 13. US-Präsident.
2:09:00
Der war der Erste, der im Weißen Haus ...
2:09:04
Von hier aus hat die Badewanne mehr oder weniger
2:09:07
den Rest des Landes erobert.
2:09:09
Und dann in der Badewanne war der Kapitän und Präsident.
2:09:12
Kapitän. Aber dieser Autor beschwert sich, dass jetzt hier so,
2:09:16
was haben wir gesagt, ungefähr 80 Jahre später,
2:09:19
nicht mal ein Klempner mehr Salutschüsse an diesem Ehrentag abfeuert.
2:09:23
Und dass auch kein Gouverneur nur ein Gebet über eine Wanne spricht.
2:09:27
Obwohl es doch so ein denkwürdiger Jahrestag ist.
2:09:33
Das ist ein Stuck und ein Logen.
2:09:35
Das Jubiläum an der ersten Bewandtung ...
2:09:37
Aber es gibt so viele blöde Jubiläum.
2:09:39
Aber das ist eben der Punkt.
2:09:41
Der Autor hat gedacht, es ist so albern und absurd,
2:09:44
das durchschaut jeder sofort als Ente.
2:09:47
Aber na ja, was soll ich sagen? - Weit gefilmt.
2:09:50
In den kommenden Jahren wird die Geschichte immer wieder
2:09:53
als Fakt neu in diversen Zeitungen veröffentlicht.
2:09:56
Und als der Boston Herald sie zehn Jahre später offiziell debunkt,
2:10:00
wird die Geschichte bis in derselben Zeitung als Fakt wieder dargestellt.
2:10:06
Menken versucht jahrelang, die Geschichte aufzulösen, aber scheitert.
2:10:10
Im Jahr 2008 wird in einem Kia-Werbespot
2:10:13
auf Filmor und die erste Badewanne damals im Weißen Haus hingewiesen.
2:10:17
Was in einem Kia-Werbespot? - Im Jahr 2008.
2:10:19
Diesen Spot würde ich gern sehen.
2:10:21
Niemand erinnert sich an irgendwas, was dieser Präsident getan hat.
2:10:24
Aber daran, dass er eine Badewanne, was völlig erlonen ist.
2:10:27
Schön. - Völliger Quatsch.
2:10:29
Sag mir doch mal, erklär doch mal, warum die Zeitung "NTNT" heißt.
2:10:33
Warum die Zeitung "NTNT" heißt? - Ja.
2:10:35
Oh, das ist eine hervorragende Frage.
2:10:37
Ich meine, das hätte ich vielleicht schon mal gehört.
2:10:40
Dann erzähl ich's. - Ich wüsste jetzt nicht mehr den Begriff.
2:10:43
Aber das heißt einfach, das ist eigentlich ein Kürzel.
2:10:47
Das steht gar nicht für das Tier. - Ach ja, für NT?
2:10:50
Was steht für "non testatum"?
2:10:52
Mit anderen Worten, lateinisch für "nicht geprüft".
2:10:55
Das heißt einfach, das ist ein ungeprüfter Quatsch.
2:10:58
Also nicht Quatsch, aber nicht geprüft.
2:11:00
Und wenn du in die Zeitung was reinschreibst,
2:11:03
setzt du nur geprüfte Sachen rein.
2:11:05
Und dementsprechend versiehst du Sachen, wo du sagst,
2:11:08
da haben wir keinen ordentlichen Beleg.
2:11:10
Wie soll diese Überprüfung funktionieren?
2:11:12
Das haben wir heute schon wieder drei Stunden lang beleuchtet.
2:11:15
Aber das ist eine sehr schöne Anekdote.
2:11:17
Danke, dass du die hier beigesteuert hast.
2:11:20
Und damit kommen wir zu "nummer eins".
2:11:23
Philipp hat mir jetzt natürlich die Dramatik versaut.
2:11:26
Am 1. April 1957 berichtet die BBC News-Sendung "Panorama"
2:11:31
über die reichhaltige Spaghetti-Ernte
2:11:33
in einer Schweizer Kleinstadt. - Kennst du das?
2:11:35
Weil das Wetter so warm war, und der Spaghetti-Rüsselkäfer
2:11:39
sich in diesem Jahr nicht hat blicken lassen,
2:11:41
gibt's eine tolle Ernte, und sie schreiben...
2:11:43
"For those who love this dish,
2:11:45
there's nothing like a real homegrown Spaghetti."
2:11:49
Aber es ist der 1. April. - Das sagt der Einzelmann Richard Dimbley.
2:11:52
Was ist der 1. April? - Dimbleby.
2:11:56
Okay, alles klar.
2:11:58
Den ganzen 2. April klingelt bei der BBC das Telefon,
2:12:01
weil die Leute Pflanztipps für Spaghettis haben wollen.
2:12:04
Die BBC beantwortet jede Anfrage mit Humor.
2:12:07
Legen Sie einen Zweig Spaghetti in eine Dose Tomatensoße
2:12:10
und hoffen Sie auf das Beste.
2:12:12
Ich liebe auch einfach diese Schwarz-Weiß-Bilder
2:12:15
von den Frauen, die in den Bäumen rumgreifen,
2:12:18
wo einfach Spaghetti rumhänge.
2:12:20
Wurde so das Lametta erfunden? - So schön, ja.
2:12:24
Mir fällt gerade auf...
2:12:26
Jürgen Anschnitt, Philipp, bitte hier noch mal das Ende-Dankfest
2:12:30
vom letzten Mal einspielen.
2:12:33
Ich hab vergessen, die Liste rauszusuchen.
2:12:35
Das tut mir sehr leid.
2:12:37
Aber bis es so weit ist, bedanken wir uns erst mal bei einigen Leuten.
2:12:41
Wir bedanken uns bei Angelika, bei Benjamin, bei Bertram,
2:12:44
bei Christian, Christoph, Cornelius, bei Dagmar, Dirk, Dominik,
2:12:49
Dominik, Doreen, Margit, Fabian, Felix,
2:12:54
Gero, Gianna, Helen, Henning S. von Henning T.,
2:12:59
Jan, Jens, Jim, Jörg, Kai, Katja,
2:13:04
Kathrin, Lena, Ludger, Marc, Markus F. und Markus P.,
2:13:10
Monika, Mirjam, Natalie, Nico, Niklas, Neulja, Oliver,
2:13:17
Peter B. und Peter E., Sibylla, Steffen, Sven,
2:13:24
Thomas, Thorsten, Timo, Timothy, Tobias, J.,
2:13:29
Tobias M., Tobias R. und Ulrike.
2:13:33
Was ich noch sagen wollte, es gibt noch viel mehr
2:13:37
von diesen Fake-Geschichten, aber ich hab jetzt nicht alle erzählt.
2:13:40
Wer weiß, was vielleicht noch irgendwann mal im Zukunft so passieren könnte.
2:13:44
Ich find's ein bisschen schade, dass du dieses arme Tier,
2:13:47
das Pferd, hier defamiert hast, wenn's noch richtige Fake-News
2:13:50
gegeben hätte. - Den klugen Hans.
2:13:52
Das kann ich dir jetzt schon mal in aller Freundschaft sagen.
2:13:55
Hab ich das defamiert? - Natürlich, hast du ja hier als Faker bezeichnet.
2:13:58
Schreib ich mir in meine Biografie, ich hab ein Pferd defamiert.
2:14:01
Was glaubst du, wie viele Seiten deine Autobiografie hat?
2:14:04
Meine? Stand heute? - Ja.
2:14:06
Null. - Wie viel hätte sie verdient?
2:14:10
Wie viel hätte sie verdient?
2:14:12
Ich glaub, ich führ tatsächlich ein ziemlich spektakuläres Leben.
2:14:16
Aber das, was wir hier alles durchleben,
2:14:18
das wär wahrscheinlich so auf einer halben Seite zusammengefasst.
2:14:23
Ich weiß nicht, wo du mit der Frage hin willst, aber ...
2:14:26
Ich seh dich bei 300 Seiten.
2:14:28
300 gut geschriebene Seiten.
2:14:30
Du kannst natürlich jede Geschichte wahllos ausdehnen.
2:14:33
Ich glaube nicht, dass jemand wirklich mal auf die Idee käme,
2:14:36
da über was zu verfassen.
2:14:38
Aber 300 Seiten könnte ich, glaub ich, damit füllen.
2:14:42
Aber gut wären eher so ... - Ich würde 300 Seiten über dein Leben lesen.
2:14:45
Gut wären 100, vielleicht, würd ich sagen.
2:14:47
Philipp, du? - Ich über meins?
2:14:51
"Lift happily ever after".
2:14:53
Ich glaub einfach ... - Und die Überschrift aber in 112.
2:14:57
Naja, also, wenn wir echt ein so krasses Leben führen,
2:15:01
dass es so eine große Biografie gibt,
2:15:04
und du sagst, boah, das war irgendwie ein dufter Mensch, voll gut.
2:15:08
Ich glaub, da musst du dir halt ein Bein ausreißen,
2:15:11
dass das sozusagen richtig nachhaltig lang jemand lesen will.
2:15:14
Du schaffst es aber auch, wenn du einfach ein ziemlicher Arsch bist
2:15:17
oder grausig gering getustet bist.
2:15:20
Von daher find ich's gar nicht so unendlich erstaubenswert,
2:15:23
zu sagen, ich hab so einen krassen Lebens ...
2:15:26
Naja, oder so eine krasse Lebensgeschichte aufzuschreiben.
2:15:30
Aber tatsächlich ist ja auch ...
2:15:32
Ich würde mich ja jetzt fast schon
2:15:34
ein bisschen als professionellen Biografie-Leser verstehen.
2:15:37
Ich bin professioneller Biografie-Leser.
2:15:40
Ich hab sicherlich hier im Gebäude jetzt, stand heute,
2:15:43
die meisten Biografien gelesen. - Hört, hört.
2:15:47
Ich würde sagen, es gibt ja viele Menschen, die kennt man,
2:15:50
die sind spektakulär, die stehen im Rampenlicht.
2:15:54
Die würden aber keine Biografie füllen,
2:15:56
weil die halt irgendwie eine spannende Sache irgendwann getan haben.
2:15:59
Ja, oder, blöd gesagt, wir hatten es letztes Mal ...
2:16:02
Nur ganz kurz, aber es gibt dann tatsächlich auch
2:16:04
eine zweite Kategorie von Menschen, da würd ich eher mich einsortieren,
2:16:07
die viele kleine Dinge, die man vielleicht erzählen könnte
2:16:10
oder auch nicht, die irgendwie witzig, kreativ, was weiß ich was sind.
2:16:13
So was find ich wieder toll.
2:16:15
Und wo aber nicht der große Plan dann am Ende,
2:16:18
oder die nicht auf einen großen Höhepunkt hinstollen,
2:16:21
sondern dann ist er halt gestorben.
2:16:23
So wär meine Biografie, glaub ich, eher.
2:16:25
Da könnt ich mich auch sehr gut mit anfreunden.
2:16:28
Ich muss ein bisschen an den Weird Al Jankovic-Film denken.
2:16:31
Bei dem ist, glaub ich, beides der Fall.
2:16:33
Na ja, andersrum, der fängt ja mit ein bisschen Realität an,
2:16:36
aber nach einfach zehn Minuten trifft er dir
2:16:39
ins völlig absurd Fantastische ab.
2:16:41
Weil, wenn du halt mal diesen ...
2:16:43
Du kannst mal diesen Wikipedia-Artikel durchlesen.
2:16:46
Das ist halt, ja, ist halt ein glaubiger Mensch,
2:16:49
findet Alkohol, trinkt jetzt nicht so allzu viel,
2:16:52
will auch nicht fluchen in der Öffentlichkeit,
2:16:54
findet er auch nicht so gut und führt ein superstrates Leben.
2:16:57
Macht aber diese verrückte Musik und macht so Comedy-Kram.
2:17:01
Und klar sagt er, nö, er lässt irgendwie in seiner Autobiografie,
2:17:05
aber in dem Film über sein Leben, hat er ein Verhältnis mit Madonna
2:17:09
und legt sich mit, wie heißt der Drogenbaron damals,
2:17:13
Pablo Escobar an, den er irgendwann umbringt,
2:17:16
indem er in den Grammian-Kopf haut.
2:17:18
Da passieren lauter absurde Dinge.
2:17:20
Das ist wie "The History of Tenacious D".
2:17:22
Ja, und ich versteh, warum.
2:17:24
Weil du halt sagst, klar kannst du eine kurze Doku
2:17:27
über sein echtes Leben führen, aber ...
2:17:29
Also ich find ja auch vor allem ...
2:17:31
Aber Sekunde, ich bewundere ihn aber auch total dafür,
2:17:34
dass dir das so straight dabei geblieben ist.
2:17:37
Keine krassen Drogen-Exzesse und irgendwas.
2:17:39
Wo ich mir auch denk so ein, ey, Alter,
2:17:41
das ist überhaupt kein "Boys, das langweilig ist",
2:17:43
sondern "Fuck, du hast alles richtig gemacht."
2:17:46
Wenn du damit happy bist, ist doch mega.
2:17:48
Ich glaub trotzdem, ich muss ein bisschen revidieren,
2:17:51
was ich gerade gesagt hab, ich glaub,
2:17:53
du kannst tatsächlich auch jede, in jedem Leben findest du
2:17:56
ein paar interessante Geschichten. - Total.
2:17:58
Du kannst ja über uns beide allein schon 150 Seiten schreiben.
2:18:01
Wer ist jetzt uns beide? - Uns beide.
2:18:03
In seiner Biografie. - In meiner Biografie.
2:18:07
Du schreibst über den Rob noch 50 Seiten.
2:18:09
Wenn dir dauernd ... - ... die Spute hat die Zeit.
2:18:11
... im "Computer-Tech"-Verlag.
2:18:13
... noch in meiner Biografie, da dauert die mindestens 600 Seiten.
2:18:16
Aber Rob ist schon heute eine schöne Folge gewesen,
2:18:19
wo du hier dann verewigt bist durch deine Soßen.
2:18:22
Ich finde auch, und eigentlich hab ich gedacht,
2:18:24
ich mach die Geschichte jetzt irgendwie zu Weihnachten,
2:18:27
jetzt hab ich das mit dem Lebkuchen Hause.
2:18:29
Und Weihnachten doch gar nicht irgendwie.
2:18:31
Es ist voll die Weihnachtsgeschichte.
2:18:33
Ich hab Lebkuchen da, ich hab's auf den Tisch gelegt.
2:18:36
Dominik, um deine Frage am Anfang der Folge zuzumachen.
2:18:41
Der Ausdruck kommt aus Faust.
2:18:45
Da kommt nämlich der Sprache,
2:18:47
auch die Kultur, die alle Welt belegt,
2:18:49
hat auf den Teufel sich erstreckt.
2:18:52
Daher kommt Belecktsein.
2:18:54
Wow. So schließt sich der Kreis.
2:18:57
Leute, egal wie ihr feiert oder ob ihr feiert,
2:19:05
habt eine gute Zeit.
2:19:07
Und wenn ihr es irgendwann mal wann anders hört,
2:19:10
oder es richtig geil Hochsommer ist, und ihr denkt,
2:19:13
eine Weihnachtsfolge, und am Schluss sagt,
2:19:15
war aber eine geile Geschichte, das ist schön.
2:19:18
Habt eine gute Zeit.
2:19:20
Und an alle Menschen, die ich einfach viel zu wenig sehe,
2:19:24
ich mag euch alle unheimlich gern.
2:19:26
Ich freue mich, wenn wir uns mal wiedersehen.
2:19:29
Die, die ich nicht so häufig sehe, mag ich nicht so gern.
2:19:33
Wann war das letzte Mal, dass du in Reklam-Book gelesen hast?
2:19:39
Recht? Und was hast du gelesen?
2:19:41
"Iffi, geh nie auf Taube".
2:19:44
Und das war "Ach, das Triumphirat"
2:19:47
für historisch inspirierte Humorvermittlungen.
2:19:50
Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
2:19:53
Wir schauen jetzt mal, wie viel Soßen heilgeblieben sind.
2:20:00
Ich bin auf dem Tisch, das ist doch scheiße.
2:20:03
Am 1. Februar im "Afterwork" kommt rum, dass ein schöner Podcast ist.
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Können wir nicht mal nach Hannover, in die Mitte Deutschlands?
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Nein, nicht wir. Nur ich bin da. Du kannst nicht.
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Es ist Mittwoch, du weißt, dass ich Mittwoch nicht kann.
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Das Ding hat auch einen Namen, das heißt "Die Podcast-Brause".
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Den erkläre ich dann bei der Veranstaltung.
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Ich befürchte, von den Soßen sind ziemlich viele aufgelaufen.
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Die Zeitung, in die es eingeschlagen ist, ist überall gelb und gelb durch.
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Vielleicht waren es auch die gelben Seiten und gar keine Zeitung.
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Aber die riechen jetzt gut.
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Die Zeitung riecht wirklich hervorragend.
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Lass mich mal die Kamera...
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Ich hatte ja vorhin noch was, an das Sie mich erinnern sollen.
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Dass ich mich selber erinnert habe.
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Die 2 Minuten haben wir jetzt auch noch, oder?
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So, dann schauen wir mal, was der Ogne für euch hat.
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Das klingt unanständig.
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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* Er spricht unanständig. *
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Sehr verwirrt, wie das jetzt dahin kommt,
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während wir hier eine nicht veröffentlichte Aufnahme ...
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Fantastik, Jürgen.
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Und Sie haben sie falsch beantwortet.
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Das ist ja das Schönste.
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Jürgen, kurz im Grab, vielen Dank.
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Es war ein echt schöner Genuss heute.
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Das freut mich. - Absolut fantastisch.
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Vielen herzlichen Dank. - Ihr wart zwischendurch sehr skeptisch.
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Hallo, es war wirklich ein bisschen atemberuft.
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Das ist so schön.
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Ich werde beim Nachhören darauf achten,
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wo genau der Moment kommt, wo ihr kippt.
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Ich konnte die nicht so richtig ausmachen.
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Ihr habt am Ende mehr dran geglaubt als am Anfang.
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Mehr, ja. Aber ich hätte gesagt ...
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Ich hab das in einem ... Ich weiß gar nicht mehr.
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Ich hab das auch in einem englischsprachigen Podcast entdeckt.
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"Wie stiegen bei der Kiste mit dem Lebkuchen?"
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Da hab ich gesagt, das kann nicht sein.
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Das glaub ich nicht.
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Da jetzt eine vergrabene Kiste mit einem Rezept drin ist ...
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Da hab ich auch gesagt, wie so ...
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Das war für mich der Punkt, wo es so unglaublich wurde.
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Das vorher, dass der da buddelt und so, das hab ich alles ...
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Und das mit dem Horizont, mit dem Jungen ...
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Erwachsen ist so ein Bullshit.
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Ich liebe und habe Respekt an den Typen, die das geschrieben haben.
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Und an dich. Dieses Ausgeschmückte, das er da in Kindes weinen.
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Voll. Diese ganzen Nothings.
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Deswegen hat es sich so eingeschlagen.
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Ihr müsst die Presse stimmen.
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Lasst uns das bitte machen.
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Vielleicht könnt ich das einfach auch vorlesen.
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So brauchen wir gar keinen Aufnahmetermin finden.
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Jürgen machts Solo-Podcast.
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Das wäre vielleicht was.
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Das müssen wir mal noch.
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Da sind Presse und alle sind darauf reingefallen.
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International auch.
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Also nicht nur deutsche Presse. Das ist unfassbar.
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Jürgen, noch mal vielen Dank.
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Und liebe Leute, ich sag nur eins.
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Gute Nacht, Josh. - Gute Nacht, Josh.
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Und gönnt euch ein Lebkuchen-Häuschen zu Weihnachten.
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Ein ganzes Häuschen? - Aber hallo.
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Oder eine Umarmung.
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Oder eine Badewanne.
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Wir können auch eine Badewanne umarmen.
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Oder eine Katze kraulen, wenn die mag.
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Oder in ein Restaurant gehen, das oft gut dasteht.
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Oder einem Pferdrechner beibringen.
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Oder zum Hund Pfötchen geben.
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Ich hab schon Pferdrechner sehen.
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Aber so geht es doch.
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Wenn ich jetzt mal so weit bin, drücke ich den Stock.
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Oder Seife essen.
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Oder einen Baum umarmen.